Samstag, 22. August 2009

Der feine Unterschied

Glauben ist
ein Boot zu besteigen, um das andere Ufer zu erreichen


Vertrauen ist
dieses Boot mitten auf dem See zu verlassen

***

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vertrauen ist, auch dann weiterzugehen, wenn dir 1000 Boote zur Hilfe eilen und dich wieder einladen wollen, weil SIE Angst haben, du könntest ertrinken. Hihi. :-)

wegbegleiter hat gesagt…

Passt nicht so ganz. Glaube = Vertrauen - zumindest in der Bibel im Griechischen ein und dasselbe Wort. Dann vielleicht eher die Unterscheidung Menschlicher Glaube - Geistlicher Glaube = Vertrauen.

curioustraveller hat gesagt…

... Erkenntnis ist, zu wissen, wo in der anderen Hälfte des Wassers die Steine liegen ...

(sorry, konnte ich mir nicht verkneifen...)

Donralfo hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Apassionata hat gesagt…

Gehorsam und Vertrauen ist für mich der Glaube. Das Ziel heißt Gott. In diesem Bild geht das wohl über das Wasser. Wenn mich der Herr schwimmen heißt, muß ich das machen. Aber vielleicht habe ich die Freiheit im Boot sitzen zu bleiben und zu paddeln, nur die Richtung muß stimmen. Die Charismatiker haben das Vorrecht über das Wasser zu laufen. Was uns antreibt ist die Kraft des heiligen Geistes, der Blick auf das Ziel, die Nähe zu Gott.

Bento hat gesagt…

d - anonym (warum?)
kicher hier nicht so rum - das ist ne ernste Sache... ;-D

ct + dr
boah ey seid ihr witzig... ;-)

apassionata,
Gehorsam ist die Variante die weiterhilft, wo es uns an Vertrauen mangelt...
man müsste auch noch die Liebe mit einbeziehen, aber mir geht es ja nur um den "feinen Unterschied" von G + V

und wenn du mit "Charismatiker" diejenigen meinst, die die übernatürliche Dimension der Kraft des Geistes und seiner Gaben (an)erkennen, dann wirst du recht haben - sie sind die, die es nicht im Boot hält, wenn sie Jesus sehen - und schwupps, sind alle schon drüben (Joh.6,21)...:-D

btw - es ist interessant, Jesus "nötigt" sie in´s Boot zu steigen (obwohl er von der bevorstehenden Notlage weis!) und erst als alles eigene Bemühen der Jünger nichts mehr nützt, kommt er anspaziert...

zu wegis Einwand,
klar sind es ähnliche Begriffe, aber um im Bild zu bleiben:

Beim Glauben gibt es zwei Möglichkeiten - es ist wahr und das Boot bringt mich ans andere Ufer, es ist unwahr und es gibt gar kein anderes Ufer oder das Boot ist nicht in der Lage es zu erreichen oder whatever - jdf. geht es um Fakten.

Vertrauen ist dagegen etwas, dass zwischen Personen entsteht - es ist eine Beziehungssangelegenheit! (ok - man kann auch auf sein Scheckbuch vertrauen, aber das sollen wir ja nicht tun...)

soweit ich das sehe, gibt es auch im griechischen 2 Begriffe:

Glaube = pisteuo /pistis
(believe / faith) - zb.in:
Mat.9,22 - Dein Glaube hat dir geholfen.
Mak.9,24 - ich glaube, hilf meinem Unglauben (apistia)

Vertrauen = peitho
(trust / have confidence) - z.B. in:
Heb.2,13 - Ich will mein Vertrauen auf ihn setzten.
Phi.3,3 - ..nicht auf Fleisch Vertrauen

hier kommen beide Worte vor:
Pil.1,25 - Und im Vertrauen (peitho) hierauf weis ich, dass ich bleiben...werde, zu eurer Förderung und Freude im Glauben (pistis) -

G+V stehen in Beziehung und mögen im griech. den gleichen Wortstamm haben, aber sie sind nicht austauschbar in ihrer Bedeutung.

...und was meinst du mit menschl. / geistl. Glauben?
menschl. Glaube ist "ich glaube, dass mir von dem Eis schlecht geworden ist"?..
Glauben im bibl. Sinn ist immer geistlich!

möönsch sind wir wieder schlau ;-)
...

Apassionata hat gesagt…

Gehorsam kann ne Variante sein, wo es an Vertrauen mangelt. Meines Erachtens ist Gehorsam das Trotzdem des Glaubens wider aller menschlichen Vernunft.(Abraham zB. mit der Isaakgeschichte).

SeccondAttempt hat gesagt…

Wir wollen also fröhlich die Boote verlassen und, mit einem Lied auf den Lippen, untergehen ;-)
In der Bibel finde ich nur Beispiele von Menschen, die "mitten auf dem Wasser ein Boot verlassen haben" weil sie in ihrer speziellen Situation von Gott, mit einem speziellen, an sie persönlich gerichteten Wort, dazu aufgefordert wurden. Das ist zunächst einmal Gehorsam, dessen Grundlagen allerdings der Glaube und das Vertrauen sind.
Grüßle, Sec

wegbegleiter hat gesagt…

Menschlicher Glaube hat immer Vorwissen (selbet, wenn wir und auf einen Stuhl setzen, schauen wir ganz kurz hin und prüfen ihn) und entsteht im Willen, Gefühl, Verstand (also Ebene der Seele) - Glaube ist aber eben auch eine Gabe des Geistes und somit auf einer anderen personalen Ebene angesiedelt. Er benötigt keine Gefühle und keine klugen Gedanken - kann diese aber natürlich benutzen und auslösen.

Da der Glaube der Bibel fast immer ein Beziehungsglaube ist und kein Glaube im deutschen Sinne, halte ich fast immer Vertrauen für die bessere Übersetzung und so macht es dann auch die Gute Nachricht häufig.

maze hat gesagt…

Mal ne Frage, Bento: Kommt das nicht auf die Situation an? Mir sind die Aussagen zu pauschal...

Helmut privat hat gesagt…

Jetzt muß ich auch mal was dazu sagen.
Ich würde mehr zwischen einem Verstandesglauben unterscheiden und einem Glauben der aus unserem Herzen kommt.

Im glauben hab ich Jesus mein Leben anvertraut.
So glaube oder vertraue ich, daß er den Weg mit mir geht.
Dann führt Jesus mich in Situationen wo konkreter Gaube gefordert ist.
Diser Glaube funktioniert nur in einer hörenden Beziehung zu Gott.

Es gibt auch noch den dogmatischen Glauben der uns oft streiten läßt, aber wenig Wunder erleben *g*
Für mich gehört glauben und vertrauen zusammen.
Der dogmatische Glaube ist meiner meinung nicht der Glaube, der uns errettet.

Anonym hat gesagt…

Bento, mir war einfach mal danach... ;-) Ich hoffe du kannst mir das verzeihen. Hihi. Sorry, dass mit dem Ernst-Sein muss ich noch üben.

Bento hat gesagt…

apassionata - yes!

welcome Mr. SecondAttempt :-)
das ist soweit richtig, nur bei Petrus war es ja offenbar auch der totale Drang, ebenfalls das "Unmögliche" zu tun, als er Jesus sah und daraufhin bekommt er dann das persönliche Wort - "Komm!"
- die Frage ist halt oft, wie "persönlich" nehmen wir Worte wie "wer an mich glaubt, wird die Dinge auch tun, die ich tue" uva...

Wegi -
ähh - gibt es also keine Zustimmung vom Fachmann für 2 griech. Begriffe, die auch nicht beliebig austauschbar sind?

ok - natürlich gibt es "verseelischten Glauben", der immer nur prüft und sich auf gewisse Stühle niemals setzten würde - das ist ja grade das Problem und davor warnt uns auch die Schrift:
"Verlass dich auf den Herrn und nicht auf die TÜV-Plakette" - oder so ähnlich...

zum Thema der versch. "personalen Ebenen" - Geist, Seele, Glauben, Wille, und der Frage, auf "welchen Stuhl" ich mich setzte, habe ich grade einiges in der Mache, was ich evtl. demnäxt mal poste. Ist aber ein Mega-Thema...

maze!
ähm - welche Situation meinst du? was ist pauschal?
...wer im Boot sitzt hat ja nicht unbedingt weniger Glauben, aber das Vertrauen, das uns "über den Bootsrand hinaus" führt, ist schon was besonderes - oder?


...ist schon interessant, was so eine kl. Aussage alles bewegt :-)...
Segen

wegbegleiter hat gesagt…

Nein, ich würde hier keinen Unterschied machen. Natürlich gibt es zwei Worte, aber der Glaube ist ein vertrauender Glaube und somit sind sich beide Begriffe sehr ähnlich.

Wikipedia sagt es sehr schön: Das deutsche Wort „Glaube“ wird verwendet als Übersetzung des griechischen Substantivs „pistis“ mit der Grundbedeutung „Treue, Vertrauen“. Das zugehörige Verb lautet „pisteuein“ (treu sein, vertrauen). Ursprünglich gemeint war also nicht das unbestimmte „ich weiß nicht“, sondern im Gegenteil: „ich verlasse mich auf, ich binde meine Existenz an, ich bin treu zu“. Es geht also zentral nicht um einen Gegenpol zum Wissen...

Die ältere Theologie hat drei Dimensionen des Glaubens unterschieden und aufeinander bezogen. Man verstand den Glauben (1) als Erkenntnis bzw. Kenntnisnahme von etwas, (2) als Bejahung des zur Kenntnis Genommenen und (3) als Vertrauen. Dabei wird aber als biblischer Glaube die fiducia bezeichnet und das ist (3) - und nicht die ersten beiden...

Mailin hat gesagt…

Wenn ich auch noch meinen Senf dazu geben darf ;-) ...
Ich glaube, das ist so: Sprachen sind nun mal unterschiedlich und in manchen gibt es mehr und in anderen weniger Begriffe für die gleiche Sache. Eine Sprache besteht aus Zeichen, hinter der sich die Wahrheit verbirgt, sie ist nicht selbst die Wahrheit.
Nur, weil das NT griechisch verfasst ist, bedeutet das für mich nicht, dass ich es nicht in meiner deutschen Sprache durchdenken kann.
Für mich gibt es sehr wohl einen Unterschied zwischen Glaube und Vertrauen, obgleich beides nur bildlich voneinander zu trennen ist (mit dem "Gleichnis" hier beispielsweise).
Glaube ist für mich, so profan das klingen mag, sich darauf zu verlassen, dass etwas eintrifft, was mir versprochen, verheißen wurde. "Für-wahr-halten", wenn man so will. Das wird oft unterschätzt, ist meiner Meinung nach aber dennoch sehr wichtig. Wenn ich nur auf Gott vertraue in einem quasi spirituellen Sinn, nur mit dem Gefühl, so reicht das nicht.
Vertrauen ist aber genau das: Zu tun, ohne zu wissen. Gott ruft und ich kommme, ohne zu fragen. Ich denke, beides kann der erste Schritt sein- hin zu Jesus Christus, der aber niemals alleine bleibt.
Glaube und Vertrauen, das ist für mich wie ein Liebespaar, das man nicht trennen sollte.
PS:@Bento: Deine Blogüberschrift ist echt... Wow!

marco hat gesagt…

@Mailin bzgl. p.s.: Du hast absolut recht, das finde ich auch. Allerdings kann ich deine Blogüberschrift auch blind unterschreiben! Yeah!
Jesus, I am totally addicted to you! I crave, I hunger and thirst for You, Your word and Your presence!

Mailin hat gesagt…

@Marco:
Der Titel von meinem Blog, das hat mir mal ein Freund vorgeworfen, der nichts mehr mit dem Christentum zu tun haben will. Hat mir irgendwie gefallen... ;-)

Bento hat gesagt…

Hi Mailin,
willkommen hier und danke, dass du Blumen mitbringst :-)

...natürlich darfst du - wir sind hier richtig scharf auf deinen Senf! :-D

Marco hat recht!
ein krasses Zeugnis von deinem Freund...

Segen