Bin heute mal beim surfen recht seltsamen Zeitgenossen "begegnet" (die würden das von mir wohl auch denken.) Der Punkt ist etwa so zu beschreiben:
"Spiritualität und Streben nach Vollkommenheit."
Auf den ersten Blick sicher besser, als Spirituosität und leben in Verschwommenheit ;-)... doch während bei solcher Lebensweise bei mir meißt das Erbarmen und Fürbitte-Zentrum angesprochen wird, regen sich bei den Erstgenannten oft erstmal die Nackenhaare. Das liegt wohl daran, dass bei den Anhängern von Spirituosen u.ä. Such(t)mitteln, meißt gar nicht erst der Eindruck erweckt werden soll, es sei alles toll und werde immer besser, sondern entweder eine heitere Oberflächlichkeit oder bereits das nackte Elend dominiert.
Anders die Vertreter jener Gattung: Hier ist alles erhaben und trieft vor spiritueller Schwangerschaft, die Sprache ist durchwirkt von mysthisch-magischen Begriffen, wie etwa "Lichtwesen" und "Pfade der Rechtschaffenheit" oder ""spirituelle Meister"... Ja ist das denn nicht das Gleiche (oder wenigstens was Ähnliches), wie "die Engel, der schmale Pfad und Jesus ist Herr" in der christl. Terminologie? Oft genug wird sich doch auch auf Jesus bezogen, sein Name genannt und auf die grosse Bedeutung seines Wesens, Wirkens und seiner Lehre hingewiesen... dennoch fangen spätestens dann meine Nackenhaare an Samba zu tanzen - wie kommt´s?
Das Rätsel wird schnell gelöst, wenn wir mal genauer betrachten, was dort i.d.Regel als frohmachende Botschaft angepriesen wird: Befreiung und Reinigung durch Verbesserung und Bemühung, bis hin zur höchsten Vollkommenheit (..als gäbe es auch eine niedrigere Vollkommenheit). Ein allmähliches sich erheben aus dem Sumpf des Daseins, bei dem allesmögliche den Probanten zu Hilfe eilt: Klänge, Gerüche, Körperübungen und Meditationen, Engel und Elfen, Kraftplätze und Mondphasen, überlieferte Riten oder Steine...

und damit man für all das Lernen und auf dem Weg sein auch bloß genug Zeit hat, darf man gleich gaaanz viele Leben an seiner Rettung basteln und wenn es dann doch nicht ganz geklappt hat, gibt es bestimmt ein paar ausserirdische Retter aus anderen Galaxieen, die demnäxt in ihren tollen Hi-Tec Ufos hier aufschlagen und uns aus der Scheisse ziehen...
Diese Leute kommen in so einer bedeutungsschwangeren Aura ihrer Freizeit-Erleuchtung daher, und mit einem derart wabernden höheren Bewusstsein, dass man sich als Christ, der allein auf Jesus abgeht und nur die bibliche Botschaft als massgeblich auf dem Schirm hat, schon fast wie ein mit Scheuklappen versehener, einfältiger Hardliner vorkommen müsste, angesichts all des Lichtes und der Liebe, die aus jedem Räucherstäbchen und jedem Taubenschiss auf der Windschutzscheibe zu uns sprechen möchte...
Ok - dass der EINE Gott den EINEN Jesus mit der EINEN Botschaft schickt, um EINMAL am Kreuz zu sterben und uns so ALLES zu schenken, ist ja auch EINfach
ZU WAHR UM SCHÖN ZU SEIN!

Wie gesagt - bei den Vertretern, die sich auf mancherlei Art einen Weichzeichner für das Dasein besorgen, klappt das mit dem Liebhaben und Fürbitte tun meißt ganz gut - aber bei den Agenten dieser Spezis, über die ich hier nun ausgiebig abgelästert habe, muss ich wohl noch was üben und immer erst meine Nackenhaare wieder in Ordnung bringen. Es ist nicht unbedingt ein Zeichen des Wirkens Gottes, wenn einem die Haare gen Himmel streben...
;-)