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Mittwoch, 25. Mai 2016

Zwölf oder einhundertzwanzig?

Immer wieder hört und liest man, dass an Pfingsten der Heilige Geist auf 120 Jünger ausgegossen worden sei - doch berichtet die Bibel das tatsächlich?

Nein!

Der Geist wurde zunächst nur auf die 12 Apostel ausgegossen, und das belegt die Schrift sehr eindrücklich.

  Als Erstes haben wir die Ankündigung der Ausgießung des Geistes durch Jesus.
Jesus sagt beim letzten Abendmahl zu seinen 12 Aposteln:

Und ich will den Vater bitten, und er wird EUCH einen andern Beistand geben, daß er bei EUCH bleibe in Ewigkeit,
den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und kennt ihn nicht; IHR aber kennet ihn, denn er bleibt bei EUCH und wird in EUCH sein.
Ich lasse EUCH nicht als Waisen zurück, ich komme zu EUCH.
 Joh 14:16-18 

Wem galt also diese Verheißung?
Den 12 Aposteln!

Das gleiche berichtet auch Lukas zu Beginn der Apostelgeschichte:

Den ersten Bericht habe ich abgelegt, lieber Theophilus, über alles, was Jesus zu tun und zu lehren begonnen hat,  bis zu dem Tage, da er in den Himmel aufgenommen wurde, nachdem er DEN APOSTELN, welche er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Befehl gegeben;  welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeigte, durch viele sichere Kennzeichen, indem er während vierzig Tagen IHNEN erschien und über das Reich Gottes redete.
Und als er mit IHNEN zusammen war, gebot er IHNEN, von Jerusalem nicht zu weichen, sondern die VERHEISSUNG des Vaters abzuwarten, welche ihr, so sprach er , von mir vernommen habt, denn Johannes hat mit Wasser getauft, IHR ABER SOLLT MIT HEILIGEM GEIST GETAUFT WERDEN, nicht lange nach diesen Tagen. 
 Apg 1:1-5
 
Wer sollte in Jerusalem bleiben und auf den verheissenen Heiligen Geist warten?
Die 12 Apostel!
 
Doch war denn nicht davon die Rede, dass 120 Jünger beisammen waren, und dass der Geist auf ALLE kam?

Nein, von 120 Jüngern war nur bei der Wahl des 12. Apostels die Rede - die Ausgießung des Geistes war aber erst, "als der Tag des Pfingsten gekommen war".
 
Wenn wir die Kapiteleinteilung mal weglassen (die ja im Urtext gar nicht existiert und erst später eingefügt wurde), dann wird sehr schnell klar, wer da an Pfingsten beisammen war:
 
  Und sie gaben ihnen Lose, und das Los fiel auf Matthias, und er wurde zu den ELF APOSTELN hinzugewählt.
Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren SIE alle einmütig beisammen. 
Apg 1:26 / Apg 2:1
Von wem ist hier die Rede?
Von den Elf Apostel mit dem anstelle von Judas neu hinzu gewählten Apostel Matthias!
Also von den 12 Aposteln!
 
Das alles wird auch wenige Verse später nach der Ausgießung des Geistes bestätigt, denn dort heißt es:
 
  Sie erstaunten aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? 
Apg 2:7   
 
ALLE, die da vom Geist erfüllt in Sprachen redeten, waren Galliläer!
 
Das traf zwar auf die 12 Apostel zu, aber mit Sicherheit nicht auf alle 120 Jünger, die damals in Jerusalem waren, denn man fand unter ihnen nur zwei, die den Anforderungen zur Nachwahl entsprachen und die "von Anfang an dabei waren". (Apg 1:21-23)
 
Auch nachdem diese 12 Männer aus Galliläa in Sprachen geredet hatten, ist weiterhin nur von den 12 Aposteln die Rede, als es dann an die Verkündigung des Evangeliums geht:
 
Da trat PETRUS MIT DEN ELFEN auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr jüdischen Männer und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund, und horchet auf meine Worte! 
 Apg 2:14 
 
Wir sehen also, dass sowohl die Verheißung an die 12 Apostel erging, als auch der Bericht über das Pfingstgeschehen selber immer nur von den 12 Aposteln spricht.
 
Man könnte nun sagen, ja und, warum ist denn das so wichtig?
Schließlich blieben sie ja nicht die Einzigen und bis heute geht dieses machtvolle Geschehen der Erfüllung mit dem Geist Gottes ja weiter.
 
Nun, erstens geht es grundsätzlich darum, das wir die Schrift GENAU lesen und nichts hinein interpretieren, was dort gar nicht geschrieben steht (denn das kann zu großen Irrtümern führen und wir können betrügerischen Geistern erliegen), und zweitens haben die Apostel in vieler Hinsicht eine besondere Stellung - die Gemeinde ist auf der Grundlage der zwölf Apostel aufgebaut, sie sind die Grundsteine des neuen Jerusalem (der Gemeinde), auf denen der ganze Bau steht!
 
Wir sollten die Bedeutung dieser 12 Männer für die Gemeinde also niemals unterschätzen sondern angemessen würdigen! 

Sie wurden von Jesus selber auserwählt und da sie dann durch den Geist in alle Wahrheit geführt wurden, haben wir auch heute noch in ihrer Lehre einen zuverlässigen Maßstab, an der wir jede Lehre messen müssen, um nicht den Irrtümern unserer Zeit zu erliegen.
 
Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. 
Apg 2:42  

  Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundlagen, und auf denselben zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
 Off 21:14 


***



Dienstag, 24. Mai 2016

Hat Jesus sich geirrt?


Die Offenbarung des Johannes ist voller Hinweise darauf, dass die Dinge, die dort beschrieben werden in Kürze / bald / schnell geschehen werden.
Dies wird bereits gleich zu Beginn sehr deutlich gesagt:
 
Offenbarung Jesu Christi, welche Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, WAS BALD GESCHEHEN MUSS;  
Off 1:1
 
 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn DIE ZEIT IST NAHE! 
 Off 1:3
 
Auch am Ende der Offenbarung wird dies dann nochmal sehr deutlich gemacht:
 
Und siehe, ICH KOMME BALD. Glückselig, der da bewahrt die Worte der Weissagung dieses Buches! 
Off 22:7
 
 Bete Gott an. Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung dieses Buches; DIE ZEIT IST NAHE. 
Off 22:10 
Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald.
Off 22:20  

Da nun heute nach rund 2000 Jahren fast alle Ausleger der Offenbarung davon ausgehen, dass diese Dinge uns erst noch bevorstehen bzw. sich grade vor unseren Augen erfüllen, ergibt sich folgende Frage:
 
Hat Jesus sich geirrt?
 
Oder irren sich vielleicht diese Ausleger, weil Jesus, als er durch den Geist diese Offenbarung gab, so ausdrücklich und vielfach darauf hingewiesen hat, dass das alles in Kürze geschehen würde?
 
Nun gibt es etliche Erklärungsversuche nach dem Motto "bei Gott sind tausend Jahre eben wie ein Tag" usw, wodurch man versucht, diesen eindeutigen Zeitrahmen zu relativieren, doch das funktioniert alles nicht. Einige beachten diese vielen Hinweise auch gar nicht weiter, weil sie so sehr von den gängigen Auslegungen vereinnahmt und geblendet sind.
 
Doch man sollte durchaus mal genauer hinschauen, was dort gesagt wird, denn leider sind bereits die Übersetzungen schon meistens irreführend. So haben wir es z.B. sehr häufig mit der Redewendung zu tun "die Zeit ist nahe" oder in englisch "time is at hand" (die Zeit ist zur Hand). Doch hier beginnt schon das ganze Mißverständnis, denn was hier lapidar mit Zeit übersetzt wird ist im Griechischen das Wort "kairos". Kairos ist nun im Gegensatz zum "chronos" keinsewegs der lineare Zeitablauf der materiellen Schöpfung, sondern es ist die "göttliche Zeit". Man könnte auch sagen, "der göttliche Zeitpunkt", das ist immer dann, wenn die Realität der göttlichen Welt (der Himmel / die Ewigkeit) sich in der materiellen Schöpfung (der Weltzeit) manifestiert.
 
Wir sehen das z.B. hier sehr schön, als Jesus sagte:
 
Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. 
(the kingdom of God is at hand)
 Mar 1:15
 
Das Reich Gottes ist bekanntlich ein ewiges Reich und unterliegt nicht den Zeitabläufen (chronos), es existierte bereits bevor Jesus es zu den Menschen in diese "Weltzeit" brachte!
 
Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. 
Mat 12:28  

Der kairos (die Ewigkeit) ist also keineswegs eine ewig lange Zeitdauer, sondern eine völlig andere Dimension, die man überhaupt nicht mit den Chrono- Metern dieser Welt messen oder erfassen kann!
 
Und hier leigt auch das ganze Mißverständnis in der Auslegung der Offenbarung.
Etliche verstehen sie in linearen Zeitabläufen und warten deshalb auf das Erscheinen Jesu und dass er endlich den Thron besteigen wird und sein "ewiges Reich" in dieser Welt installiert.

 Doch Moment mal, sitzt Jesus nicht längst auf dem Thron und sagte er nicht, dass sein Reich NICHT von dieser Welt ist?!
 
So begehen also die meisten Christen heute den gleichen Fehler wie ihn die Juden zu seiner Zeit begangen haben, die erwarteten, dass der Messias die Römer vertreiben und ein weltliches Reich errichten würde und sie verpassen auf diese Art auch in gleicher Weise die Tatsachen des Reiche Gottes auf Erden!
 
Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen! 
Mar 10:15
 

Es ist ein tragischer Irrtum, dem die Christenheit seit tausenden Jahren erlegen ist, und dem eine ungeistliche Sichtweise auf die Realität des Reiches Gottes zugrunde liegt!
 
Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, es sind etliche unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes mit Macht haben kommen sehen. 
Mar 9:1
 
Jesus spricht hier ganz offensichtlich von der Ausgießung des Geistes an Pfingsten von der er ausdrücklich sagte, dass ER SELBER auf diese Weise wiederkommt!
 
Ich werde euch nicht als Waisen lassen, ICH KOMME ZU EUCH. 
 Joh 14:18
 
Und genau so verhält es sich auch mit den Aussagen und Gleichnissen der Offenbarung, es handelt sich hier überwiegend um die Schilderung von den Geschenisen die 70n.Chr. mit der Zerstörung Jerusalems und dem Ende des Tempels und damit dem ALTEN BUND und dem alttestamentichen Gottesdienst erfüllt haben.
 
 Siehe “das Alte ist vergangen” und “der neue Himmel” (Satan ist hinausgeworfen und Jesus sitzt nun zur Rechten Gottes!) und “die neue Erde” (das Reich Gottes ist nun mitten unter uns!) sind längst Realität geworden!
  
Diese Tatsachen sind aber nur für den geistlichen Menschen "sichtbar"!

Etliche starren jedoch weiterhin gebannt auf die Abläufe und Geschehnisse in dieser Weltzeit und erwarten “die Wiederkunft Christi” im chronos, anstatt dass sie wie die Kinder in die Realität des längst zu uns gekommenen Reiches Gottes eingehen und im kairos wirksam werden, der ja nun stets "zur Hand" ist.
 
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.
Mat 6:13
 

***
 


Samstag, 21. Mai 2016

Ermahnen oder ermuntern?


Wir werden alle gerne ermuntert und niemand wird gerne ermahnt, aber in Wirklichkeit ist es beides genau das Gleiche! 

Es ist im griechischen sogar das selbe Wort "parakaleō"
Es bedeutet u.a. "einladen, herbeirufen, flehen, ermahnen, ermuntern, trösten, beistehen, wünschen, beten und bitten".
Wer sich mit griechisch etwas auskennt weiß auch sofort, dass "parakaleō" von "paraklētos" stammt und das ist eine Bezeichnung für den Heiligen Geist und der ist bekanntlich der Geist der Wahrheit.

Wenn aber der Beistand kommen wird, welchen ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen; 
 Joh 15:26

Es kommt also immer einzig und allein darauf an, ob eine Ermahnung im Geist geschieht und ob es die Wahrheit ist. Wie wir uns dabei fühlen spielt eigentlich überhaupt keine Rolle und es ist nur wieder unser totes Fleisch, dass sich da wichtig machen will!

Wenn man z.B. ermahnt wird, etwas Falsches zu lassen, dann ist es ja auch gleichzeitig eine Ermunterung, das Richtige zu tun - es kommt eben immer auf die Perspektive an und ob wir tatsächlich geistlich gesinnt sind.

Ich ermahne / ermuntere euch nun, ihr Brüder, kraft der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringet als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!
Röm 12:1


***


Einen ähnlichen Beitrag zu diesem Thema habe ich vor Jahren schonmal HIER gepostet.

Montag, 16. Mai 2016

Was geschah bei der "Himmelfahrt" Jesu?

Liebe Freunde und Leser dieses Blogs

Nach laaanger Pause möchte ich nun wieder damit beginnen, hier hin und wieder einen neuen Beitrag zu veröffentlichen.
Eigentlich fehlt mir völlig die Zeit dazu, denn "das wahre Leben" brennt grade auf allen Ebenen (positiv gemeint!), aber ich stelle immer wieder mal fest, dass das Interesse an meinem Blog nicht nachläßt und täglich Hunderte hier vorbeischauen - das freut mich wirklich sehr und ich bedanke mich dafür!

Daher macht es wohl durchaus Sinn, wenn ich hier ab und zu mal wieder etwas poste, auch wenn es erstmal überwiegend Beiträge "aus dem Archiv" sein werden, die ich hier aber noch nicht veröffentlicht habe.

Gruß und Segen an alle Leser!


***


Was geschah bei der "Himmelfahrt" Jesu?


Der Herr nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.
Mar 16:19  

Und es begab sich, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde aufgehoben gen Himmel.
 Luk 24:51 

bis zu dem Tage, da er in den Himmel aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Befehl gegeben;
Apg 1:2   

Diese Aussagen hören sich recht nüchtern an. Es wird hier lediglich gesagt, dass Jesus von den Aposteln schied und in den Himmel aufgenommen / aufgehoben wurde.
Etwas genauer schildert es Lukas ein paar Verse später:

Und nach diesen Worten wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und vor ihren Augen weg.
Und als sie unverwandt gen Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißen Kleidern bei ihnen...
 Apg 1:9+10 

Die "Wolke" ist in solchen Fällen keine Beschreibungen eines meteorologischen Ereignisses, sondern sie umscheibt immer die Herrlichkeit Gottes, z.B. hier:

Und die Priester vermochten wegen der Wolke nicht dazustehen, um den Dienst zu verrichten; denn die Herrlichkeit Jahwes erfüllte das Haus Gottes.
2.Chr.5:14  

Ebenso verhält es sich mit dem Begriff "Himmel" - er bezeichnet sowohl den materiellen Raum oberhalb der Erde, als auch den "Wohnort Gottes" - also die geistliche Dimension.
Die mittelalterliche Vorstellung, dass Jesus plötzlich anfing zu schweben und auf einer Wolke in den Orbit abhob, müssen wir also genauso verwerfen wie die Vorstellung, Gott wäre ein alter Mann mit einem langen weißen Bart. 


 


Vielmehr verließ Jesus lediglich die sichtbaren Raum und Zeit-Dimension und ging in die geistliche Welt. Er wechselte vom chronos (der Weltzeit) in den kairos (die Ewigkeit).
Er ist aber seither noch genau so gegenwärtig, wie er es war, als die Apostel ihn noch sehen konnten!

Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!
Mat 28:20b  

Nun könnte man fragen, warum Jesus, wenn er doch ohnehin bei den Jüngern bleiben würde, er dann nicht einfach weiterhin auf der Erde sichtbar wandelt und handelt?
Jesus sagt dazu, dass er diese sichtbare Dimension verlassen musste, damit der Heilige Geist kommen, und auf "alles Fleisch" ausgegossen werden konnte:

Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.
Joh 16:7  

Auf diese Weise ist Jesus selber dann tatsächlich zu allen Zeiten und an allen Orten gegenwärtig, denn er sagt ja in Bezug auf das Kommen des Geistes, dass er selber wieder zurück kommt:

Ich lasse euch nicht als Waisen zurück, ICH komme zu euch.
Joh 14:18  

Wenn sich uns also "der Himmel öffnet" - d.h. wir die Realität der geistlichen Welt erkennen, die keinesfalls irgendwo "weit weg" von uns existiert, sondern die gewissermaßen parallel stattfindet und alles durchdringt - dann können wir all das wahrnehmen, ja wir können es sogar "sehen":

Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, denn ich lebe, und auch ihr sollt leben!
JAn jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.
 Joh 14:19+20

Das alles ist für den weltlich eingestellten Menschen weder erkennbar noch vorstellbar, ja er wird darauf bestenfalls mit Unverständnis, in manchen Fällen aber auch mit Ablehnung, Hass und Verfolgung reagieren.
So erging es auch Stephanus, dem ersten Märthyrer.

Und er sprach: Siehe, ich SEHE den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen!
Sie aber schrieen mit lauter Stimme, hielten sich die Ohren zu, stürmten einmütig auf ihn los, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.
Apg 7:56+57 

Uns aber, die wir gewohnt und geübt sind die geistliche Realität genau so wahrzunehmen wie die materielle Welt, ist es die Quelle der allergrößten Segnungen und der machtvollen Wirksamkeit der Kraft Gottes in unserem Leben.

Auf daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst, damit ihr, erleuchtet an den Augen eures Herzens, wisset, welches die Hoffnung seiner Berufung ist, und welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen, und welches die überschwengliche Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, in welcher er gewirkt hat in dem Christus, indem er ihn aus den Toten auferweckte (und er setzte ihn zu seiner Rechten in den himmlischen Örtern, über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen, und hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Versammlung gegeben, welche sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.
Eph 1:17-23

Das ist wiedermal so ein Mega-Satz des Paulus, aber besser kann man es wirklich nicht sagen.


***


Freitag, 6. November 2015

Hände hoch!

Immer wieder beobachtet man, dass in christlichen Gemeinden die Menschen gradezu in sich zusammensacken, wenn zum Gebet aufgefordert wird. Man faltet die Hände und neigt den Kopf zu Boden.
Jeder der etwas von Körpersprache versteht kann erkennen, dass hier zwar Demut signalisiert werden soll, in Wahrheit aber oft nur Kraftlosigkeit und das Sünderbewusstsein zum Ausdruck kommt.

In der Schrift finden wir eine solche Gebetshaltung daher auch nicht - entweder man wirft sich in Demut und Ergebenheit ganz auf sein Angesicht bzw. geht man auf die Knie, oder man erhebt seine Augen und seine Hände zu Gott in der Anbetung und Verherrlichung seiner Herrlichkeit.

Deswegen beuge ich meine Knie vor dem Vater unsres Herrn Jesus Christus, 
Eph 3:14 

Solches redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche! 
Joh 17:1 

Man könnte nun denken, das sei nicht weiter bedeutsam und Gott schaue sowieso auf die Herzenshaltung, doch die Schrift gibt uns hierzu einige wichtige Hinweise. Um den Sieg zu erringen, bzw. um den Sieg Gottes zu proklamieren, ist es durchaus von Bedeutung, dass die Hände in der Anbetung erhoben werden.
 
Und solange Mose seine Hände aufhob, siegte Israel; wenn er aber seine Hände sinken ließ, siegte Amalek. 
 2.Mos.17:11 

Schau dir doch nur eine beliebige Siegesfeier an und du wirst sofort sehen, dass der Sieger stehts die Hände gen Himmel erhebt!
Ich denke hier liegt eine tiefe Bedeutung, eben nicht nur für die Körperhaltung, sondern vielmehr grade auch für die Geisteshaltung der Nachfolger Jesu.




So will ich nun, daß die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben ohne Zorn und Zweifel;
1.Tim.2:8  

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus! 
1.Kor.15:57 

Erhebet eure Hände in Heiligkeit und preiset den HERRN! 
Psa 134:2  



***

Sonntag, 21. Juni 2015

"Vor Grundlegung der Welt"

Vater, und nun verherrliche du mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
Joh.17:5

Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt!
Joh.17:24

Aus diesen Schriftstellen wird gerne abgeleitet, dass Jesus bereits vor der Schöpfung existiert haben muss und folglich ewig existent ist.

Aber ist das hier wirklich gesagt?

Nein, es wird gesagt, dass Jesus beim (ewigen) Vater bereits Herrlichkeit hatte und von ihm geliebt war, ehe die Welt geschaffen wurde!
Aber ist das denn so ein großer Unterschied? Wie kann Gott jemanden lieben und ihm Herrlichkeit geben, den es (noch) gar nicht gibt?

Nun, Gott lebt im "kairos", der Ewigkeit, und die ist keine "ewig lange Zeitdauer", sondern eine völlig andere ("zeitlose"!) Dimension. Wir können Gott und alles was ihn betrifft also nicht mit den Maßstäben der Zeit (chronos) messen. Für ihn spielen zeitliche Abläufe nicht diese Rolle wie für uns, und er überschaut den gesamten Zeitablauf.

"Vor Grundlegung der Welt" weist also (auch) auf die Tatsache hin, dass diese Liebe mit der er seinen Sohn liebt, bzw. Herrlichkeit die er ihm gegeben hat, KEINEN zeitlichen Chrakter hat - sie ist ewig, so wie Gott ewig ist.
Es geht hier, so wie bei allen ähnlichen Aussagen, stets darum, dass Gottes Plan zeitlos ist, obwohl er zu einer bestimmten Zeit erst offenbart worden ist.
Auch Petrus weist genau darauf hin:

(Jesus), der zwar zuvor ersehen war vor Grundlegung der Welt, aber geoffenbart wurde am Ende der Zeiten um euretwillen.
 1.Pet.1:20

Dass es hierbei also NICHT um eine "Präexistenz" Jesu geht, wird auch an folgender Aussage völlig deutlich:

..als er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos wären vor ihm; und uns vorherbestimmt hat zur Kindschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens,
Eph.1:4+5

Gott hat auch UNS (in Christus) auserwählt und vorherbestimmt "vor Grundlegung der Welt"!

Bedeutet das nun etwa, dass wir vor der Schöpfung bereits existiert haben?
Nein!
Es bedeutet, dass unsere Auserwählung in Christus bereits Gottes Plan war BEVOR er die Welt geschaffen, und diesen Plan umgesetzt hat!

....

Genau das besagen auch alle Aussagen, in denen er davon gesprochen wird, dass Jesus "vom Vater" gekommen ist.

Nicht, daß jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott gekommen ist, der hat den Vater gesehen.
Joh 6:46

Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.
Joh 16:28
usw.

Diese Aussage, dass Jesus "vom Vater gekommen bzw. ausgegangen ist" muss also unbedingt geistlich gedeutet werden und auf "den Plan" Gottes bezogen bleiben.
Die Schlußfolgerung dass Jesus beim Vater bereits "ewig existent" war, ist eine Fehlinterpretation solcher Aussagen.

...

Und hier noch ein weiterer Beleg:

  Und alle Bewohner der Erde werden es anbeten, deren Namen nicht geschrieben sind im Lebensbuche des Lammes, das geschlachtet ist, von Grundlegung der Welt an.
Off 13:8

Ganz gleich ob man hier "von Grundlegung der Welt an" auf das geschlachtete Lamm selber bezieht (was m.E. falsch wäre), oder auf das Lebensbuch des Lammes - es wird in beiden Fällen völlig deutlich, dass hier aus der Perspektive Gottes, also des ewigen kairos gesprochen wird, und wir diese Aussagen IN KEINER WEISE auf die zeitliche Dimension beziehen können, denn weder war Jesus tatsächlich bereits gekreuzigt, noch gab es diejenigen bereits, die ihm Buch des Lebens aufgeschrieben sind.


***

Montag, 25. Mai 2015

Die Ausgießung des Geistes an Pfingsten


Immer wieder hört man, dass an Pfingsten der Heilige Geist auf 120 Jünger ausgegossen worden sei - doch berichtet die Bibel das tatsächlich?
Nein!
Der Geist wurde nur auf die 12 Apostel ausgegossen, und das belegt die Schrift sehr eindrücklich..
Zunächst haben wir die Ankündigung der Ausgießung des Geistes durch Jesus. Wem galt diese Verheißung?
Den 12 Aposteln!

Jesus sagt beim letzten Abendmahl mit seinen 12 Aposteln:

Und ich will den Vater bitten, und er wird EUCH einen andern Beistand geben, daß er bei EUCH bleibe in Ewigkeit, en Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und kennt ihn nicht; IHR aber kennet ihn, denn er bleibt bei EUCH und wird in EUCH sein.
Ich lasse EUCH nicht als Waisen zurück, ich komme zu EUCH.
 Joh 14:16-18

Das gleiche berichtet dann auch Lukas zu Beginn der Apostelgeschichte:

  Den ersten Bericht habe ich abgelegt, lieber Theophilus, über alles, was Jesus zu tun und zu lehren begonnen hat, bis zu dem Tage, da er in den Himmel aufgenommen wurde, nachdem er DEN APOSTELN, welche er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Befehl gegeben; welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeigte, durch viele sichere Kennzeichen, indem er während vierzig Tagen IHNEN erschien und über das Reich Gottes redete.
Und als er mit IHNEN zusammen war, gebot er IHNEN, von Jerusalem nicht zu weichen, sondern die VERHEISSUNG des Vaters abzuwarten, welche ihr, so sprach er , von mir vernommen habt,  denn Johannes hat mit Wasser getauft, IHR ABER SOLLT MIT HEILIGEM GEIST GETAUFT WERDEN, nicht lange nach diesen Tagen.
 
 Apg 1:1-5

Wer sollte in Jerusalem bleiben und auf den verheissenen Heiligen Geist warten?
Die 12 Apostel!

Doch war denn nicht davon die Rede, dass 120 Jünger beismmen waren, und dass der Geist auf ALLE kam?
Nein, von 120 Jüngern war nur bei der Wahl des 12. Apostels die Rede - die Ausgießung des Geistes war aber erst, als der Tag des Pfingsten kam: 

 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. 
 Apg 2:1

 Ja ist denn hier nicht doch von eben diesen 120 Jüngern die Rede, die bei der Nachwahl des Apostels Matthias zugegen waren?
Nein.

Wenn wir die Kapiteleinteilung mal weglassen (die ja im Urtext gar nicht existieren und erst später eingefügt wurden), dann wird sehr schnell klar, wer da an Pfingsten beisammen war:

Und sie gaben ihnen Lose, und das Los fiel auf Matthias, und er wurde zu den ELF APOSTELN hinzugewählt.
Apg 2:1 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren SIE alle einmütig beisammen. 
 Apg 1:26 und Apg.2:1

Von wem ist hier die Rede?
Von den 12 Aposteln!

Das wird auch wenige Verse später nochmal bestätigt, denn dort heißt es dann:

Sie erstaunten aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? 
 Apg 2:7

ALLE, die da vom Geist erfüllt in Sprachen redeten, waren Galliläer!

Das traf zwar auf die 12 Apostel zu, aber mit Sicherheit nicht auf alle 120 Jünger, die damals in Jerusalem waren, denn man fand unter ihnen nur zwei, die den Anforderungen zur Nachwahl entsprachen und die "von Anfang an dabei waren". (Apg 1:21-23)

Und nachdem diese 12 Männer aus Galliläa in Sprachen geredet hatten, ist weiterhin nur von den 12 Aposteln die Rede, als es dann an die Verkündigung des Evangeliums geht:

  Da trat PETRUS MIT DEN ELFEN auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr jüdischen Männer und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund, und horchet auf meine Worte! 
 Apg 2:14
 
Wir sehen also. dass sowohl die Verheißung nur an die 12 Apostel erging, als auch der Bericht über das Pfingstgeschehen selber immer nur von den 12 Aposteln spricht.

Man könnte nun sagen, ja und, warum ist das so wichtig? 
Schließlich blieben sie ja nicht die einzigen und bis heute geht dieses machtvolle Geschehen der Erfüllung mit dem Geist Gottes ja weiter.




Nun, grade deshalb geht es grundsätzlich darum, das wir die Schrift GENAU lesen und nichts hinein interpretieren, was dort gar nicht geschrieben steht, denn das kann zu großen Irrtümern führen und wir können einem anderen Geist erliegen. 

Und außerdem haben die Apostel in vieler Hinsicht eine besondere Stellung - die Gemeinde ist auf der Grundlage dieser zwölf Apostel aufgebaut, sie sind die Grundsteine des neuen Jerusalem, auf denen der ganze Bau steht!

Heute gibt es etliche, die sich Als Apostel bezeichnen, aber es gar nicht sind!
Wir sollten die Bedeutung dieser 12 Männer für die Gemeinde niemals unterschätzen sondern angemessen würdigen! 
Sie waren von Jesus selber auserwählt und da sie dann durch den Geist in alle Wahrheit geführt wurden, haben wir auch heute noch in ihrer Lehre einen zuverlässigen Maßstab, an der wir jede Lehre messen müssen, um nicht den Geistern und den Irrtümern unserer Zeit zu erliegen.


Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. 
 Apg 2:42

Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundlagen, und auf denselben zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
 Off 21:14 


Gesegnetes Pfingstfest!



***



Hier finden sich noch weitere Beiträge rund um den Heiligen Geist:
oder auch zwei dreiteilige Serien über
Das Wesen und Wirken des Heiligen Geistes

Samstag, 18. Oktober 2014

Ehe und Sex

Dieses Thema ist immer aktuell, natürlich auch für Nachfolger Jesu.
Die Welt hat bereits fast alle moralischen Schranken abgebaut und ist dabei, die Überreste von Ehe und sexueller Moral zu entfernen, doch wie muss das Thema geistlich beurteilt werden?

Im Hebräerbrief finden wir das ganze Thema in einem Satz zusammengefasst:

Die Ehe ist von allen in Ehren zu halten und das Ehebett unbefleckt; denn Hurer und Ehebrecher wird Gott richten!
Heb 13:4 

Es gibt also die Ehe und das Ehebett (diese beiden sollen in Ehren gehalten und unbefleckt bleiben!) und es gibt die Hurer und die Ehebrecher (diese wird Gott richten!).

Das ist doch deutlich und leicht verständlich, oder?!

Ein Hurer ist jemand, der nicht heiratet und trotzdem Sex hat (die Ehe nicht in Ehren hält) und ein Ehebrecher ist jemand, der zwar heiratet, aber die Ehe wieder bricht, indem er außerehelichen Sex hat.
 
Damit ist das ganze Thema Sex bzw. Sex und Ehe bereits abgedeckt. Geistlich gesehen, gibt es NICHTS außerhalb dieser drei Möglichkeiten!   

Aber Sex "VOR der Ehe" hört sich natürlich viel besser an als Hurerei.

Doch was ist nun eigentlich die Ehe? Geht es dabei um den Trauschein, sozusagen "die Lizenz" für legalen Sex?

Nein, es geht um einen BUND! 
Und dieser Bund betrifft das ganze Leben derjenigen, die diesen Bund eingehen. Daher vergleicht Paulus in seinen Ausführungen über die Ehe diese auch direkt mit dem Bund von Christus und der Gemeinde (Eph.5:22)

Wenn Jesus also zu der Frau am Brunnen sagt:

Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.
Joh 4:18  

...dann zeigt das ganz deutlich, dass Sex, oder eine wie auch immer geartete "Lebenspartnerschaft", absolut NICHT gleichzusetzen ist mit der Ehe! ´

50 Jahre nach der sogenannten "sexuellen Revolution" (auch sexuelle "Befreiung" genannt) ist das ziemlich aktuell. Die Welt sieht das mitlerweile alles "nicht so eng", aber leider vertreten auch viele Christen heute gerne "liberale" Standpunkte um nicht als "Moralapostel" oder "Spaßverderber" dazustehen. Auch bei den Hirten und Lehrern ist das Thema Sünde und die Notwendigkeit der Abkehr davon (Buße) eher unbeliebt, man predigt lieber über die Liebe und ähnlich erbauliche Themen - schließlich will man niemanden beunruhigen...
 
Doch wer meint im Ernst, nur weil die Zeiten sich geändert haben, hätte sich an dem Thema Ehe und Sex aus geistlicher Sicht irgend etwas geändert?
Das ist völlig absurd!

Es wird nun gelegentlich argumentiert, dass man zuviel Gewicht auf die sexuellen Sünden lege, während man anderes außer Acht lasse. So werden z.B. in den Auflagen an die Heidenchristen neben der Hurerei auch die Götzenopfer, Blut und Ersticktes erwähnt. Doch sehr selten wird das in den Gemeinden thematisiert, und wenn, dann meißtens durch ein Verbot von Blutwurst oder ähnlichem Unsinn.

Denn es hat dem Heiligen Geiste und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen, als diese notwendigen Stücke: euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Hurerei. Wenn ihr euch davor bewahret, so werdet ihr wohl tun. Lebet wohl!"
Apg 15:28.29
 
Zunächst sollte man folgendes beachten:
 Ersticktes und Blut sind keine "Nahrungsgebote", sondern hier geht es insgesamt um die Götzenopfer. In heidnischen Ritualen wurde das Blut von Tieren getrunken und ähnliches mehr.  Als Heide, der sich grade von solchen Dingen zu Christus bekehrt hat, sollte man sich  natürlich davon grundsätzlich besser fernhalten. Da man jahrelang mit diesen Götzeopfern umgegangen war bestand die Gefahr, wieder von diesen Dingen vereinnahmt und überwältigt zu werden.

Es geht hier also um einen Schutz vor dem Rückfall in heidnische Bräuche!

Wie der Umgang mit Götzenopfern und Götzenopferfleich im allgemeinen zu handhaben ist, wird ja später in einem Lehrbrief noch genauer erklärt (1.Kor.8), und da kann von einem Verbot überhaupt keine Rede sein.

Jesus erklärte z.B., dass Nahrung niemanden verunreinigt (Mat.15:11,17), Petrus wurde von Paulus öffentlich gerügt, weil er wegen der Nahrung nach den jüdischen Regeln gegen die "Wahrheit des Evangeliums" verstieß (Gal.2:14) und das generelle Verbot von bestimmten Nahrungsmitteln wird im Neuen Bund sogar als dämonische Lehre entlarvt! (1.Tim.4:1)

Es ist also ausgeschlossen, dass es sich hierbei um ein generelles Nahrungs-Verbot (z.B. Blutwurst) speziell für Heiden handeln könnte.

(Hier ist ein älterer Blogbeitrag zum Thema Blutwurst)

Sexuelle Sünden haben allerdings einen ganz anderen Stellenwert als zum Beispiel die Frage nach der Reinheit von Nahrung. Und das war keinesfalls nur im Alten Bund so, wo die Ehebrecher und Homosexuellen getötet werden sollten, wer sich aber mit Nahrung verunreinigt hatte galt eine gewisse Zeit als unrein und musste eine Reinigung vollziehen, ein Opfer bringen o.ä. 

Für sexuelle Sünden gab es KEIN OPFER, es war eine Tod-Sünde!

OH, ich höre schon den Aufschrei:

"ABER WIR LEBEN DOCH IM NEUEN BUND UND JESUS IST FÜR ALLE SÜNDEN GESTORBEN!!"

Ja, richtig!
Doch was bedeutet das? Ist Sünde deswegen legal geworden?
Das sei ferne!

Und wieso machte das Gesetz diesen Unterschied? Führt denn nicht alle Sünde zur Trennung von Gott und damit zum Tode?
Nun, ALLES im Alten Bund hat eine "prophetische Bedeutung" für uns im Neuen Bund. Im Neuen Bund hat es sogar seine (geistliche) Erfüllung gefunden.
Sind also geistlich gesehen jetzt alle Sünden gleich zu werten? 

Wenn sie uns vergeben sind, dann ja!! 

Wenn wir aber daran festhalten, Sünde aufgrund des Zeitgeistes und der allgemeinen Lage umdeuten und verharmlosen wollen und daher NICHT Buße tun (umkehren), bzw. nicht dazu auffordern und NICHT Jesu Wort an die Ehebrecherin (die er vor dem sicheren Tod gerrettet hat) als maßgeblich ansehen:
"Gehe hin und SÜNDIGE NICHT MEHR" 
- dann NICHT!

Sexuelle Sünden haben auch im Neuen Bund eine andere Bedeutung!
Hier eine klare Aussage dazu in einem Lehrbrief:

Fliehet die Hurerei! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber hurt, sündigt wider seinen eigenen Leib.
1.Kor.6:18 

Aha, aber was ist denn daran so schlimm? 
Es macht doch Spaß, Gott selber hat uns doch die Sexualität geschenkt und er ist doch kein Spaßverderber...
 



Nein, natürlich nicht, Gott unser Vater möchte uns wahre Freude geben und uns vor der Versuchung und den Fakes Satans bewahren!

Wie gesagt gab es im alten Bund todeswürdige Sünde und Sünde, die auf anderem Wege gesühnt wurde, aber diesen Unterschied gibt es de facto auch noch im Neuen Bund:

Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tode, so soll er bitten, und Er wird ihm Leben geben, solchen, die nicht zum Tode sündigen. Es gibt Sünde zum Tode; daß man für eine solche bitten soll, sage ich nicht!
Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; aber es gibt Sünde; nicht zum Tode.
1.Joh.5:16,17 

Sexuelle Sünde ist weiterhin so eine "Sünde zum Tode", denn sie führt uns in den GEISTLICHEN TOD! 
Es betrifft DIREKT unseren Wandel im Geist!

Die Aussage im 1.Kor.6 geht nähmlich wie folgt weiter:

Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euer selbst seid?
Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden; verherrlichet nun Gott in eurem Leibe.
1.Kor.6:19,20 

Ja, gute Frage:  
"Oder wisst ihr nicht??"...

Man könnte hierzu nun das GRUNDTHEMA des geistlichen Lebens ausführen: 
Das Fleisch (die fleischliche Lust) streitet IMMER wider den Geist!
Aber das werde ich nicht tun, denn jeder kennt es und kann es selber in der Bibel recherchieren.

Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen.
Gal 5:16  


***


Dienstag, 23. September 2014

Woher hatte Kain seine Frau?

Diese interessante Frage wurde mir gestern gestellt.

Es ist nicht unerheblich, solche Fragen biblisch beantworten zu können, wenn es um die Glaubwürdigkeit der Schrift geht. Viele Zweifler und Ungläubige suchen ja grade solche Sachen heraus um damit "zu beweisen", dass es so nicht stimmen kann, wie es die Bibel berichtet.

Doch die Dinge liegen anders!

Das hier ist die Schlüsselstelle zur Klärung dieser Frage:

Und die Tage Adams, nachdem er Seth gezeugt hatte, waren achthundert Jahre, und er zeugte Söhne und Töchter.
 1.Mos.5:4

Die Namen oder die Anzahl der Töchter werden nicht genannt, auch nicht die der weiteren Söhne, nur Kain und Abel und dann Seth, doch es waren offensichtlich eine ganze Menge.

Außerdem wird uns über Eva gesagt, dass sie die Mutter ALLER Lebenden ist:
 
Und Adam nannte sein Weib Eva; denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.
1.Mos.3:20 

Also handelt es sich etwa um Inzucht??

Die Tatsache, dass die Menschen damals 800 Jahre oder länger lebten zeigt schon, dass es sich um ganz andere Vorraussetzungen handelte (auch genetisch). Also können wir getrost davon ausgehen, dass es zu Beginn der Menscheheitsgeschichte noch kein Problem war, wenn Geschwister oder Halbgeschwister heirateten.

Die Bedingungen nach der Sitflut veränderten sich offensichtlich nach und nach, wie man auch an der deutlich verringerten Lebenszeit sieht. Die Menscheit wird ja von neuem gegründet durch die Söhne Noahs und deren Frauen:

Und Noah ging hinaus (aus der Arche) und seine Söhne und sein Weib und die Weiber seiner Söhne mit ihm.
 1.Mos.8:18

Gott spricht dann den gleichen Segen über sie, wie zu Beginn über Adam und Eva:

Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde;
 1.Mos.9:1
 
Abraham hat übrigens auch noch seine Halbschwester geheiratet und Gott segnete diese Ehe:

Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht die Tochter meiner Mutter; und sie ist mein Weib geworden.
 1.Mos.20:12

Das Gesetz gegen Inzucht kam erst viele Jahrhunderte später durch Mose.

Die Blöße deiner Schwester, der Tochter deines Vaters, oder der Tochter deiner Mutter, daheim geboren oder draußen geboren, -ihre Blöße sollst du nicht aufdecken.
 3.Mos.18:9



 ***


Sonntag, 7. September 2014

Sollen Christen die Dämonen binden?

oder:
Vom Binden und Lösen und wie man heute alles durcheinander wirft.

In gewissen christlichen Kreisen ist es üblich geworden, dämonische Mächte zu binden.
Man beruft sich dabei auf solche Aussagen:

Und ich werde dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was irgend du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was irgend du auf der Erde lösen wirst, wird in den Himmeln gelöst sein.  
Mat 16:19  

Hier steht aber etwas ganz anderes:
Der Schlüssel öffnet den Himmel. Das geschieht durch das Wort der Predigt. Diese Aussage Jesu an Petrus wurde dann an Pfingsten erfüllt, als er das erste Mal das Evangelium gepredigt hat, hat er den Himmel für jedemann geöffnet - seitdem ist er offen.

Dann heißt es "was du auf DER ERDE binden wirst; WIRD AUCH IM HIMMEL gebunden sein".

(Die Erde steht für die Sichtbare, natürliche Welt, der Himmel für die unsichtbare, geistliche Welt. Es ist hier also grade nicht ein Eingreifen in die geistliche Welt gemeint, sondern das Agieren im Natürlichen hat im Geistlichen die entsprechende die Bedeutung.)

Bedeutet das nun, dass wir Dämonen binden sollen?

 
Nein - es geht hier darum, an JESUS gebunden zu werden! Das geschieht durch Glaube und Taufe und so sind wir dann auch "im Himmel gebunden".

Wir sehen auch, dass das Lösen andererseits bedeutet, dass wir diesen BUND(!) wieder lösen, wenn wir im Unglauben und Ungehorsam leben.
Jesus wiederholt die gleiche Aussage nur zwei Kapitel später an alle dann genau in dieser Weise, indem er beschreibt, wie die Gemeinde mit einem Menschen umgehen sollen, der sündigt, aber sich jeder Ermahnung widersetzt:

 Wenn aber dein Bruder wider dich sündigt, so gehe hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein. Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen. Wenn er aber nicht hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde. Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der Versammlung; wenn er aber auch auf die Versammlung nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner. 

Wahrlich, ich sage euch: Was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein, und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.  
Mat 18:15-18

 Hier wird ganz offensichtlich ein unbußfertiger Sünder aus der Gemeinde "gelöst"!

Wie kann es nun sein, dass etliche diese Dinge durcheinander werfen und miteinander vertauschen?

 
Hierbei spielt wohl folgende Schriftstelle die Schlüsselrolle:

Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch hingekommen. Oder wie kann jemand in das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet? Und alsdann wird er sein Haus berauben.

Mat 12:28,29


 Sagt Jesus hier, dass WIR "den Starken" binden sollen?
Nein! Er redet von sich selber!
Er konnte die Dämonen nur deshalb AUSTREIBEN, weil er "den Starken" (den Hausherrn / Satan) ZUVOR gebunden hatte.

Wie hat er das getan?
Dadurch, dass er ohne Sünde war und Satan dadurch kein Anrecht an ihm hatte! So konnte er seinen "Hausrat" rauben, nähmlich die an ihn gebundenen Menschen.

Dämonen werden NIRGENDS in der Schrift gebunden, sie werden IMMER ausgetrieben!

Unsere Gerechtigkeit kommt einzig durch Jesu Opfertod und die Gnade Gottes, nicht etwa, weil WIR ohne Sünde wären. Wenn wir nun Dämonen austreiben, dann geschieht das einzig weil JESUS den Satan bereits gebunden hat, nicht weil WIR ihn zuvor binden müssten. Satan ist in Bezug auf uns nur deshalb "gebunden", weil wir zu JESUS gehören und mit ihm gehen!

Daher sagt Jesus dann auch gleich in der Folge:

Wer nicht mit mir ist, ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
 Mat 12:30

Wir können nur "Schätze für den Himmel sammeln", weil Jesus den Satan gebunden / überwunden hat!
Jesus hingegen handelte aufgrund seiner EIGENEN Sündlosigkeit und konnte SO dem Satan seine Beute rauben:

Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren einen Geist der Krankheit hatte, und sie war verkrümmt und konnte sich gar nicht aufrichten.
Als nun Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Weib, du bist ERLÖST von deiner Krankheit!
Diese aber, die eine Tochter Abrahams ist, welche der Satan gebunden hat, siehe, achtzehn Jahre, sollte sie nicht von dieser Fessel GELÖST werden am Tage des Sabbaths?
 Luk 13:11,12,16

Wir können und sollen die unreinen Geister also nicht "binden" - wohin und an wen sollten sie denn auch gebunden werden??

Gebunden sein bedeutet für einen Christen ausschließlich, durch den Geist an JESUS gebunden zu sein.

Und nun siehe, gebunden in meinem Geiste gehe ich nach Jerusalem, nicht wissend, was mir daselbst begegnen wird, außer daß der Heilige Geist mir von Stadt zu Stadt bezeugt und sagt, daß Bande und Drangsale meiner warten.
Apg 20:22,23

Wenn wir uns hingegen anmaßen Satan oder seine Dämonen binden zu wollen, dann agieren wir gefährlich entgegen der geistlichen Realität.

Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrundes und eine große Kette in seiner Hand. Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und Satan ist, und band ihn auf tausend Jahre 
Off 20:1,2


***


Wer das Thema noch vertiefen möchte, dem empfehle ich meine dreiteilige Blogserie 

Dienstag, 26. August 2014

Das Schwert des Geistes

Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, nämlich das Wort Gottes.
Eph 6:17  

Das Wort Gottes ist ein geistliches Schwert für den geistlichen Kampf. Es ist uns als Teil unserer geistlichen Ausrüstung gegeben, aber wir selber müssen es ergreifen.
Jesus hat dieses Schwert erfolgreich gegen die Angriffe Satans angewendet:

Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden! Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.»
Mat.4:3,4

Es wird aber auch gerne mit Bibelstellen argumentiert, die aus dem Zusmmenhang gerissen werden und  so dem Gesamtzeugnis der Schrift widersprechen. Das verwirrt viele Menschen und sie kommen dadurch zu großem Schaden oder sogar zu Tode.
Solche trickreichen Angriffe zu durchschauen und abzuwehren geht nur, wenn wir geübt sind, das Wort richtig anzuwenden:

Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels und spricht zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engeln deinethalben Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stoßest.» Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.»
Mat 4:5-7

Doch es gibt noch eine andere sehr wichtige Anwendung dieses Schwertes und die betrifft das Herz.
Wir müssen lernen, "die Gesinnungen des Herzens" zu unterscheiden - sowohl zuerst bei uns selber, dann aber auch bei den anderen. Die Frage ist, denken, reden und handeln wir aus unserer Seele heraus oder aus dem Geist? Hierbei ist das Wort Gottes stets der Richter.

Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens;
Heb 4:12  

Wenn wir darauf fokussiert sind was wir denken, fühlen, meinen,  wissen oder erlebt haben, dann reden wir aus der Seele, wenn wir uns auf das Wort Gottes stellen und damit übereinstimmen, dann reden wir im Geist. Es ist sehr wichtig beides voneinander zu unter-scheiden!

Wenn wir aus der Seele heraus entscheiden, kommen wir zu völlig anderen Schlußfolgerungen und Beurteilungen, als wenn wir geistlich gesinnt sind.
So ist es z.B. völlig verständlich, dass Petrus seinen geliebten Herrn vor dem sicheren Tode bewahren wollte, doch er erkannte nicht die geistliche Bedeutung (den Willen Gottes) dahinter und urteilte dadurch menschlich / seelisch und damit falsch:

Und er fing an, sie zu lehren, daß des Menschen Sohn viel leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden müsse und nach drei Tagen wieder auferstehen. Und er redete das Wort ganz unverhohlen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und schalt den Petrus und sprach: Weiche hinter mich, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.
Mar 8:31-33

Nanu, Petrus meinte es doch nur gut. Warum wird er denn von Jesus so hart angegangen und als Satan bezeichnet?

Es ist in der Tat eine wichtige Übung, durch das Schwert Seele und Geist klar zu unterscheiden. Das bedeutet nicht, dass wir die Seele grundsätzlich "zum Schweigen bringen" sollten, aber immer wenn sie gegen den Geist rebelliert, muss sie sich unterordnen, sonst liegen wir sicher falsch. Es kann sich noch so "gut anfühlen", wir können von unserer Meinung völlig überzeugt sein und der "gesunde Menschenverstand" kann uns tausendmal bestätigen -  aber wenn unsere Weisheit nicht "von oben herab kommt", dann dient das was wir reden nicht dem Willen Gottes, sondern dem Teufel.

Das ist nicht die Weisheit, die von obenherab kommt, sondern irdisch, menschlich und teuflisch.
Jak 3:15  

Wir müssen erkennen und begreifen, dass das menschlich-seelische Urteilsvermögen geistliche Dinge überhaupt nicht erfassen kann und deshalb lernen, alles geistlich zu beurteilen.

Der seelische Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geiste Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht verstehen, weil es geistlich beurteilt werden muß.
1.Kor.2:14  

Das Wort Gottes ist uns dabei der Maßstab und in seiner Funktion als Schwert schenkt es uns den Sieg. Es scheidet uns von den ungöttlichen Dingen und schenkt uns geistliches Leben.

Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben
.
 Joh 6:63  


***



In diesem Beitrag wird die Frage beleuchtet, wo denn der Frieden und die Ausgewogenheit  bleibt, wenn wir das Schwert ergreifen.

Montag, 11. August 2014

Sind Christen Gesetzlose?

Immer wieder wird von eifrigen Christen unterstellt, man wäre "gesetzlos", wenn man nicht nach dem Gesetz des alten Bundes lebt und man würde deswegen in der Hölle landen.

 Lass dich nicht verwirren und nicht einschüchtern!

Das ist völlig unzulässig und absurd, denn Paulus erklärt sehr deutlich den Unterschied zwischen dem Gesetz, der Gesetzlosigkeit und dem Gesetz Christi:

Den Juden bin ich geworden wie ein Jude, auf daß ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden wie unter dem Gesetz, auf daß ich die, so unter dem Gesetz sind, gewinne.
Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie ohne Gesetz geworden, obwohl ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern ich bin im Gesetz Christi, auf daß ich die, die ohne Gesetz sind, gewinne.
 1.Kor.9:20,21

Juden sind unter dem Gesetz, Heiden sind ohne Gesetz und Nachfolger Jesu sind im 

Gesetz Christi!
   
An anderer Stelle nennt er es auch das Gesetz des Geistes:

Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
 Röm 8:2 

Wo der Geist ist, da ist Freiheit; darum nennt Jakobus es auch das Gesetz der Freihet:

Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und dabei bleibt, nicht als vergeßlicher Hörer, sondern als wirklicher Täter, der wird selig sein in seinem Tun. 
Jak 1:25  
 
  Es gilt also für uns:

Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden!
 Jak 2:12 

***


Zu diesem Themenkreis gibt es hier weitere Beiträge - z.B. 
oder

Donnerstag, 31. Juli 2014

Die Lehre vom Händeauflegen

Darum wollen wir jetzt die Anfangslehre von Christus verlassen und zur Vollkommenheit übergehen, nicht abermals den Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott, mit der Lehre von Taufen, von der Handauflegung, der Totenauferstehung und dem ewigen Gericht.
Heb 6:1

Hier wird uns gesagt, die Lehre von der Handauflegung ist

Eine der Grundlagen des christlichen Glaubens.
Doch wo wird sie heute noch gelehrt?

Sofern überhaupt die Hände aufgelegt werden, wird eine sehr wichtige Aussage über das Handauflegen heute fast generell mißachtet:

Die Hände lege niemandem schnell auf, mache dich auch nicht fremder Sünden teilhaftig; bewahre dich selbst rein!
1.Tim.5:22 

Hier wird das vorschnelle Handauflegen mit der Teilhabe an fremder Sünde in einem Atemzug genannt - warum das?

Nun, die erste Bedeutung der Handauflegung ist:

 Sie geschieht zur Segnung.

Und er nahm sie auf die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Mar 10:16 

Der Segnende und der Gesegnete machen sich durch die Handauflegung eins.

Bei Kindern können wir das wie in diesem Fall bedenkenlos tun, doch wenn wir einen Sünder segnen, der seine Sünde nicht bereut und gar nicht vorhat davon zu lassen, machen wir uns mitschuldig. Nicht weil wir ihn segnen, sondern wenn wir ihm nicht die Wahrheit sagen und ihn zur Buße (Umnkehr) auffordern.

Darum bezeuge ich euch am heutigen Tage, daß ich rein bin von aller Blut. Denn ich habe nichts zurückbehalten, daß ich euch nicht den ganzen Ratschluß Gottes verkündigt hätte.
Apg 20:26,27

Wir können und müssen nun nicht jede Sünde erkennen, die jemand begeht, aber wenn wir von einer solchen wissen, dann machen wir uns mitschuldig, wenn wir segnen ohne zur Abkehr von der Sünde aufzurufen.
Bei Ungläubigen müssen wir ganz grundsätzlich "den Ratschluß Gottes verkünden" (das Evangelium) bevor wir segnend die Hände auflegen. Bei Jüngern Jesu machen wir uns mitschuldig, wenn wir segnen ohne zur Abkehr von der Sünde aufzurufen, falls uns eine solche bekannt ist.


Die zweite wichtige Bedeutung der Handauflegung, die wir in der Bibel sehen:

Zur Heilung von Krankheiten und Gebrechen.

Als aber die Sonne unterging, brachten alle, welche Kranke hatten mit mancherlei Gebrechen, sie zu ihm, und er legte einem jeden von ihnen die Hände auf und heilte sie.
Luk 4:40 

Dies geschah nicht nur durch Jesus selber, sondern auch durch die Apostel:

Es begab sich aber, daß der Vater des Publius am Fieber und an der Ruhr krank darniederlag. Paulus ging zu ihm hinein, betete und legte ihm die Hände auf und machte ihn gesund.

Apg 28:8 

Es ist sogar eine Verheißung an alle Glaubenden:

Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden, ..Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.
Mar 16:17,18

Dämonen werden übrigens nicht durch Handauflegung ausgetrieben!


Eine dritte und ebenfalls sehr wichtige Bedeutung, sie geschieht:

Zum Empfang des Heiligen Geistes.

Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den heiligen Geist.
Apg 8:17 

Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der heilige Geist auf sie, und sie redeten in Zungen und weissagten.
Apg 19:6 

Auch besondere Gaben des Geistes werden auf diese Art empfangen.

Vernachlässige die Gabe nicht, die du hast, die dir durch Weissagung unter Handauflegung der Ältesten verliehen wurde!
1.Tim.4:14 

Aus diesem Grunde erinnere ich dich daran, die Gabe Gottes anzufachen, die durch Auflegung meiner Hände in dir ist;
2.Tim.1:6


Es werden auch die Hände aufgelegt:

 Zu einem bestimmten Dienst oder bei einer Aussendung.

Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu welchem ich sie berufen habe! Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen. Diese nun, vom heiligen Geist ausgesandt, zogen hinab gen Seleucia und fuhren von dort zu Schiff nach Cypern.
Apg 13:2-4


Darum, ihr Brüder, sehet euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, von gutem Zeugnis, voll heiligen Geistes und Weisheit; die wollen wir für diesen Bedarf bestellen, ..
Und die Rede gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia.
Diese stellten sie vor die Apostel, und sie beteten und legten ihnen die Hände auf.

Apg 6:3-6

Eine weitere Möglichkeit ist, dass wir vom Herrn direkt zu jemandem geschickt werden, um ihm die Hände aufzulegen. Und selbstverständlich können die hier genannten Dinge auch in einer Kombination stattfinden, wie z.B. bei Paulus, der durch die Handauflegung von Ananias sowohl von seiner Blindheit geheilt, als auch mit dem Heiligen Geist erfüllt, und zum Dienst am Evangelium ausgesandt wurde.

Da ging Ananias hin und trat in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wieder sehend und mit dem heiligen Geiste erfüllt werdest!
Apg 9:17 


Das ist die Lehre von der Handauflegung, soweit sie aus der Schrift ersichtlich ist.


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Ein Hinweis zum Mißbrauch:
 Da Satan alles kopiert und für seine Zwecke einsetzt, kopiert er auch den Gebrauch des Händeauflegens und nutzt ihn eben auch dazu, dass Menschen mit unreinen Geistern in Kontakt, oder gar unter einen Fluch kommen. Das muss man heute leider in vielen Gemeinden erleben. 
Eines der Merkmale diesen falschen Gebrauchs und ein Beleg, dass ein "fremdes Feuer" weitergegeben wird ist eben auch, dass diese Handauflegungen völlig wahllos und inflationär stattfinden.

Auch deshalb sollten wir die oben genannte Ausage in 1.Tim.5:22 sehr ernst nehmen.


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Hier ist noch ein älterer Beitrag zum Thema
Handauflegung