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Samstag, 18. Oktober 2014

Ehe und Sex

Dieses Thema ist immer aktuell, natürlich auch für Nachfolger Jesu.
Die Welt hat bereits fast alle moralischen Schranken abgebaut und ist dabei, die Überreste von Ehe und sexueller Moral zu entfernen, doch wie muss das Thema geistlich beurteilt werden?

Im Hebräerbrief finden wir das ganze Thema in einem Satz zusammengefasst:

Die Ehe ist von allen in Ehren zu halten und das Ehebett unbefleckt; denn Hurer und Ehebrecher wird Gott richten!
Heb 13:4 

Es gibt also die Ehe und das Ehebett (diese beiden sollen in Ehren gehalten und unbefleckt bleiben!) und es gibt die Hurer und die Ehebrecher (diese wird Gott richten!).

Das ist doch deutlich und leicht verständlich, oder?!

Ein Hurer ist jemand, der nicht heiratet und trotzdem Sex hat (die Ehe nicht in Ehren hält) und ein Ehebrecher ist jemand, der zwar heiratet, aber die Ehe wieder bricht, indem er außerehelichen Sex hat.
 
Damit ist das ganze Thema Sex bzw. Sex und Ehe bereits abgedeckt. Geistlich gesehen, gibt es NICHTS außerhalb dieser drei Möglichkeiten!   

Aber Sex "VOR der Ehe" hört sich natürlich viel besser an als Hurerei.

Doch was ist nun eigentlich die Ehe? Geht es dabei um den Trauschein, sozusagen "die Lizenz" für legalen Sex?

Nein, es geht um einen BUND! 
Und dieser Bund betrifft das ganze Leben derjenigen, die diesen Bund eingehen. Daher vergleicht Paulus in seinen Ausführungen über die Ehe diese auch direkt mit dem Bund von Christus und der Gemeinde (Eph.5:22)

Wenn Jesus also zu der Frau am Brunnen sagt:

Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.
Joh 4:18  

...dann zeigt das ganz deutlich, dass Sex, oder eine wie auch immer geartete "Lebenspartnerschaft", absolut NICHT gleichzusetzen ist mit der Ehe! ´

50 Jahre nach der sogenannten "sexuellen Revolution" (auch sexuelle "Befreiung" genannt) ist das ziemlich aktuell. Die Welt sieht das mitlerweile alles "nicht so eng", aber leider vertreten auch viele Christen heute gerne "liberale" Standpunkte um nicht als "Moralapostel" oder "Spaßverderber" dazustehen. Auch bei den Hirten und Lehrern ist das Thema Sünde und die Notwendigkeit der Abkehr davon (Buße) eher unbeliebt, man predigt lieber über die Liebe und ähnlich erbauliche Themen - schließlich will man niemanden beunruhigen...
 
Doch wer meint im Ernst, nur weil die Zeiten sich geändert haben, hätte sich an dem Thema Ehe und Sex aus geistlicher Sicht irgend etwas geändert?
Das ist völlig absurd!

Es wird nun gelegentlich argumentiert, dass man zuviel Gewicht auf die sexuellen Sünden lege, während man anderes außer Acht lasse. So werden z.B. in den Auflagen an die Heidenchristen neben der Hurerei auch die Götzenopfer, Blut und Ersticktes erwähnt. Doch sehr selten wird das in den Gemeinden thematisiert, und wenn, dann meißtens durch ein Verbot von Blutwurst oder ähnlichem Unsinn.

Denn es hat dem Heiligen Geiste und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen, als diese notwendigen Stücke: euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Hurerei. Wenn ihr euch davor bewahret, so werdet ihr wohl tun. Lebet wohl!"
Apg 15:28.29
 
Zunächst sollte man folgendes beachten:
 Ersticktes und Blut sind keine "Nahrungsgebote", sondern hier geht es insgesamt um die Götzenopfer. In heidnischen Ritualen wurde das Blut von Tieren getrunken und ähnliches mehr.  Als Heide, der sich grade von solchen Dingen zu Christus bekehrt hat, sollte man sich  natürlich davon grundsätzlich besser fernhalten. Da man jahrelang mit diesen Götzeopfern umgegangen war bestand die Gefahr, wieder von diesen Dingen vereinnahmt und überwältigt zu werden.

Es geht hier also um einen Schutz vor dem Rückfall in heidnische Bräuche!

Wie der Umgang mit Götzenopfern und Götzenopferfleich im allgemeinen zu handhaben ist, wird ja später in einem Lehrbrief noch genauer erklärt (1.Kor.8), und da kann von einem Verbot überhaupt keine Rede sein.

Jesus erklärte z.B., dass Nahrung niemanden verunreinigt (Mat.15:11,17), Petrus wurde von Paulus öffentlich gerügt, weil er wegen der Nahrung nach den jüdischen Regeln gegen die "Wahrheit des Evangeliums" verstieß (Gal.2:14) und das generelle Verbot von bestimmten Nahrungsmitteln wird im Neuen Bund sogar als dämonische Lehre entlarvt! (1.Tim.4:1)

Es ist also ausgeschlossen, dass es sich hierbei um ein generelles Nahrungs-Verbot (z.B. Blutwurst) speziell für Heiden handeln könnte.

(Hier ist ein älterer Blogbeitrag zum Thema Blutwurst)

Sexuelle Sünden haben allerdings einen ganz anderen Stellenwert als zum Beispiel die Frage nach der Reinheit von Nahrung. Und das war keinesfalls nur im Alten Bund so, wo die Ehebrecher und Homosexuellen getötet werden sollten, wer sich aber mit Nahrung verunreinigt hatte galt eine gewisse Zeit als unrein und musste eine Reinigung vollziehen, ein Opfer bringen o.ä. 

Für sexuelle Sünden gab es KEIN OPFER, es war eine Tod-Sünde!

OH, ich höre schon den Aufschrei:

"ABER WIR LEBEN DOCH IM NEUEN BUND UND JESUS IST FÜR ALLE SÜNDEN GESTORBEN!!"

Ja, richtig!
Doch was bedeutet das? Ist Sünde deswegen legal geworden?
Das sei ferne!

Und wieso machte das Gesetz diesen Unterschied? Führt denn nicht alle Sünde zur Trennung von Gott und damit zum Tode?
Nun, ALLES im Alten Bund hat eine "prophetische Bedeutung" für uns im Neuen Bund. Im Neuen Bund hat es sogar seine (geistliche) Erfüllung gefunden.
Sind also geistlich gesehen jetzt alle Sünden gleich zu werten? 

Wenn sie uns vergeben sind, dann ja!! 

Wenn wir aber daran festhalten, Sünde aufgrund des Zeitgeistes und der allgemeinen Lage umdeuten und verharmlosen wollen und daher NICHT Buße tun (umkehren), bzw. nicht dazu auffordern und NICHT Jesu Wort an die Ehebrecherin (die er vor dem sicheren Tod gerrettet hat) als maßgeblich ansehen:
"Gehe hin und SÜNDIGE NICHT MEHR" 
- dann NICHT!

Sexuelle Sünden haben auch im Neuen Bund eine andere Bedeutung!
Hier eine klare Aussage dazu in einem Lehrbrief:

Fliehet die Hurerei! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber hurt, sündigt wider seinen eigenen Leib.
1.Kor.6:18 

Aha, aber was ist denn daran so schlimm? 
Es macht doch Spaß, Gott selber hat uns doch die Sexualität geschenkt und er ist doch kein Spaßverderber...
 



Nein, natürlich nicht, Gott unser Vater möchte uns wahre Freude geben und uns vor der Versuchung und den Fakes Satans bewahren!

Wie gesagt gab es im alten Bund todeswürdige Sünde und Sünde, die auf anderem Wege gesühnt wurde, aber diesen Unterschied gibt es de facto auch noch im Neuen Bund:

Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tode, so soll er bitten, und Er wird ihm Leben geben, solchen, die nicht zum Tode sündigen. Es gibt Sünde zum Tode; daß man für eine solche bitten soll, sage ich nicht!
Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; aber es gibt Sünde; nicht zum Tode.
1.Joh.5:16,17 

Sexuelle Sünde ist weiterhin so eine "Sünde zum Tode", denn sie führt uns in den GEISTLICHEN TOD! 
Es betrifft DIREKT unseren Wandel im Geist!

Die Aussage im 1.Kor.6 geht nähmlich wie folgt weiter:

Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euer selbst seid?
Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden; verherrlichet nun Gott in eurem Leibe.
1.Kor.6:19,20 

Ja, gute Frage:  
"Oder wisst ihr nicht??"...

Man könnte hierzu nun das GRUNDTHEMA des geistlichen Lebens ausführen: 
Das Fleisch (die fleischliche Lust) streitet IMMER wider den Geist!
Aber das werde ich nicht tun, denn jeder kennt es und kann es selber in der Bibel recherchieren.

Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen.
Gal 5:16  


***


Sonntag, 20. Juli 2014

Der Konflikt ist nicht neu (Nachtrag zum vorigen Post)

Der Konflikt um die Einhaltung des Gesetzes ist ja nicht neu -
 er wurde allerdings schon längst und völlig eindeutig geklärt:

 
Etliche aber derer von der Sekte der Pharisäer, welche glaubten, traten auf und sagten: Man muß sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses' zu halten.
 Die Apostel aber und die Ältesten versammelten sich, um diese Angelegenheit zu besehen. Als aber viel Wortwechsel entstanden war, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Brüder ihr wisset, daß Gott vor längerer Zeit mich unter euch auserwählt hat, daß die Nationen durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und glauben sollten. Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab, gleichwie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, indem er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. Nun denn, was versuchet ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten? Sondern wir glauben durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise errettet zu werden wie auch jene.
 

 ...
Weil wir gehört haben, daß etliche, die aus unserer Mitte ausgegangen sind, euch mit Worten beunruhigt haben, indem sie eure Seelen verstören und sagen, ihr müßtet beschnitten werden und das Gesetz halten -denen wir keine Befehle gegeben haben- deuchte es uns, einstimmig geworden, gut, Männer auszuerwählen und sie mit unseren Geliebten, Barnabas und Paulus, zu euch zu senden, mit Männern, die ihr Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. Wir haben nun Judas und Silas gesandt, die auch selbst mündlich dasselbe verkündigen werden. Denn es hat dem Heiligen Geiste und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen, als diese notwendigen Stücke: euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Hurerei. Wenn ihr euch davor bewahret, so werdet ihr wohl tun. Lebet wohl!
 Apg 15:5-11/24-29


***

Konfliktpotenzial Alter und Neuer Bund

Eines der größten Konfliktpotenziale unter Christen betrifft die Bedeutung des Alten und des Neuen Bundes und damit hauptsächlich die Frage, ob die Einhaltung der an das Volk Israel ergangenen Gesetze für uns heute noch verbindlich ist.

Wer das bejaht, sieht in jedem, der es verneint zwangsläufig einen vom wahren Glauben Abgefallenen, den man zwar heute nicht gleich steinigt (wie es das Gesetz ja nunmal fordert), aber den man dennoch auf dem Weg des Todes wähnt und fälschlicher Weise zu den "Gesetzlosen" zählt.

Andererseits sehen diejenigen, die den wichtigen Unterschied zwischen dem Gesetz Mose und dem Gesetz Christi erkennen, einen Mangel an geistlichem Leben bei den "Gesetzestreuen".

Paulus findet deutliche Worte, indem er die "unter Gesetz" mit denen "ohne Gesetz" vergleicht und dabei klarstellt, dass er ZU KEINEN VON BEIDEN gehört:

Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, auf daß ich die Juden gewinne; denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz obschon ich nicht unter dem Gesetz bin, damit ich die unter dem Gesetz gewinne; denen, die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich ohne Gesetz,wiewohl ich nicht ohne göttliches Gesetz lebe, sondern in dem Gesetz Christi, damit ich die gewinne, welche ohne Gesetz sind.
1.Kor.9:20,21

Es gibt also zwei Sichtweisen auf den Alten und den Neuen Bund und seine jeweiligen Schriften:

1. Die Einen sagen, man könne das Neue Testament nicht ohne das Alte verstehen.
2. Die Anderen sagen, man kann das Alte Testament nicht ohne das Neue verstehen.

Ich vertrete seit jeher die zweite Position.

Wenn wir die Schriften des ersten Bundes nicht geistlich deuten, sondern ihre Aussagen weiterhin wörtlich als für Christen verbindlich ansehen, halten wir an den "Vorausschatten" fest, obwohl wir in Christus längst die Erfüllung und das Wesen dieser Dinge haben

So soll euch nun niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen eines Festes oder Neumonds oder Sabbats, welche Dinge doch nur ein Schatten derer sind, die kommen sollten, wovon aber Christus das Wesen hat.
Kol 2:16,17

Auf diese Weise bleibt eine Decke auf der gesamten Schrift, so dass man sie nicht richtig verstehen, noch die Wahrheit der Größe Christi und seiner Heilstat erkennen kann.

Aber ihr Sinn ist verstockt worden, denn bis auf den heutigen Tag bleibt beim Lesen des alten Bundes dieselbe Decke unaufgedeckt, die in Christo weggetan wird. Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen.
Wenn es aber zum Herrn umkehren wird, so wird die Decke weggenommen.
2.Kor.3:14-16 

Nur wenn das Herz sich völlig zu Christus bekehrt, wird die Decke von den Schriften des Alten Bundes weggenommen.
Das heißt nun aber nichts anderes, als dass wir diese Dinge geistlich deuten müssen, denn wörtlich verstehen kann sie auch jeder, der nicht "in Christus" ist!

Das griechische Wort "katargeō" aus Vers 14 ist ein sehr kräftiger Ausdruck, er bedeutet u.a.:
"völlig nutzlos, abschaffen, aufhören, zerstören, wegtun, ohne Wirkung, scheitern, vergehen, nichtig, zu nichts führen" usw.usw.

All das bezieht sich auf das Lesen des Alten Bundes, wenn man das dort Geschriebene nicht im Licht des Neuen Bundes liest (d.h. geistlich deutet!).

Schlachter übersetzt es daher folgendermaßen:

  Aber ihre Sinne wurden verhärtet; denn bis zum heutigen Tage bleibt dieselbe Decke beim Lesen des Alten Testamentes, so daß sie nicht entdecken, daß es in Christus aufhört. 
 2.Kor.3:14


***

 Da sich dieser Konflikt meistens am Sabbathgebot festmacht, empfehle ich zur Vertiefung der Thematik den Beitrag
Der Sabbath im Alten und im Neuen Bund,
in dem ich der Frage nachgehe, warum jeder sterben musste, der den Sabbath nicht einhielt.
Ausführlicher behandelt wird das Thema dann auch in der 3-teiligen Serie

Montag, 7. Juli 2014

Der "dritte Tempel"

Es ist immer wieder Gegenstand von Spekulationen, ob die Juden einen dritten Tempel errichten werden und was das für Jerusalem und den Nahem Osten bedeuten wird.
Auch nicht wenige Israelfans unter den Christen sehen darin ein besonderes Zeichen und eine Verheißung, und verbinden damit die Erfüllung wichtiger biblischer Prophezeihungen. 

Diese Leute lassen allerdings etwas sehr Grundlegendes außer acht:

Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten! Da sprachen die Juden: In sechsundvierzig Jahren ist dieser Tempel erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?
Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. 
 Joh 2:19-21

Was für eine Verblendung herrscht in Bezug auf den "3.Tempel"!

Er wird seit 2000 Jahren aus lebendigen Steinen gebaut und das begann 3 Tage nach Jesu Tod. Durch seine Auferstehung wurde er selber zum Eckstein dieses geistlichen Tempels!

So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, auferbaut auf die Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selber der Eckstein ist, in welchem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in welchem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.
 Eph 2:19-22

Da ihr zu ihm gekommen seid, als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt und köstlich ist, so lasset auch ihr euch nun aufbauen als lebendige Steine zu einem geistlichen Hause, zum heiligen Priestertum, um geistliche Opfer zu opfern, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus. 
1.Pet.2:4,5
usw.usw..

 Mag ja sein, dass Juden nochmal einen Tempel bauen werden, aber ist das dann der Tempel Gottes??
 
DAS ist die entscheidende Frage - der Antichrist setzt sich näml. in den Tempel Gottes! 


Laßt euch von niemand auf irgend eine Weise verführen, denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, daß zuerst der Abfall komme und geoffenbart worden sei der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens,welcher widersteht und sich selbst erhöht über alles, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst darstellt, daß er Gott sei.
2.Tess.2:3+4.

Diesen Antichristen erklärte Johannes schon in seinen Briefen als bereits gekommen:

Kindlein, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, daß der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen geworden; daher wissen wir, daß es die letzte Stunde ist.
 1.Joh2:18 

 Es ist der antichristliche Geist der "letzten Tage" (biblisch seit Pfingsten - siehe Apg.2:17!) der seit Anbeginn  wirksam ist und der sich u.a. auch als "Engel des Lichts" (= Gott / göttlich) ausgibt, um die Menschen zu verführen...

Es gibt unzählige Aussagen in der Schrift, dass die Gemeinde der wahre Tempel Gottes ist.
Jedem der denkt es gehe in den entsprechenden biblischen Aussagen um einen Tempel aus Stein, gilt also die folgende Frage von Paulus:

Wisst ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.
 1.Kor.3:16,17 


Wisst ihr nicht? 

Der Tempel Gottes seid ihr!



*** 




Einige andere Mißverständnisse gehen mit der falschen Deutung dieses Themas einher, 
so zum Beispiel die Frage
Wird ganz Israel gerettet?
oder auch die Frage
Gibt es eine plötzliche Entrückung
der Gemeinde? u.v.a.

Montag, 12. Mai 2014

Lobt Jesus Ungerechtigkeit und Korruption?

Dieses Gleichnis erscheint auf den ersten Blick recht seltsam:


Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein gewisser reicher Mann, der einen Verwalter hatte; und dieser wurde bei ihm angeklagt, als verschwende er seine Habe. Und er rief ihn und sprach zu ihm: Was ist dies, das ich von dir höre? Lege die Rechnung von deiner Verwaltung ab, denn du wirst nicht mehr Verwalter sein können.
Der Verwalter aber sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Denn mein Herr nimmt mir die Verwaltung ab. Zu graben vermag ich nicht, zu betteln schäme ich mich.
Ich weiß, was ich tun werde, auf daß sie mich, wenn ich der Verwaltung enthoben bin, in ihre Häuser aufnehmen. Und er rief jeden einzelnen der Schuldner seines Herrn herzu und sprach zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? Der aber sprach: Hundert Bath Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldbrief und setze dich flugs hin und schreibe fünfzig. Danach sprach er zu einem anderen: Du aber, wieviel bist du schuldig? Der aber sprach: Hundert Kor Weizen. Und er spricht zu ihm: Nimm deinen Schuldbrief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Söhne dieser Welt sind klüger als die Söhne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht.
Und ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn er zu Ende geht, man euch aufnehme in die ewigen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht.
Wenn ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen? Und wenn ihr in dem Fremden nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Eurige geben?
Kein Hausknecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Luk 16:1-13

Es geht hier um den Umgang mit Geld "dem ungerechten Mammon".
Der Verwalter erläßt einen Teil der Schulden, um für schlechte Zeiten vorbereitet, und bei den Menschen angesehen und willkommen zu sein. Er hat hierbei zwar offensichtlich nicht korrekt gehandelt, wird aber dennoch vom Herrn dafür gelobt und als gutes Beispiel hingestellt.

Wie kann das sein??

Nun, in Vers 9 erklärt Jesus, worum es im Kern geht.
Es geht darum, dass wir das an sich "ungerechte" Mittel Geld so einsetzten, dass wir uns damit Freunde machen.
Die Kinder der Welt achten dabei nicht unbedingt auf Recht oder Unrecht, sondern lediglich auf ihren Vorteil, das soll uns keinesfalls ein "Vorbild" sein!
Aber dass der Verwalter wusste was zu tun war, weil das Geld(verdienen) irgendwann ein Ende hat, und eben auch die Klugheit seines Tuns, setzt uns Jesus zum Vorbild!

Von uns wird natürlich erwartet, dass wir auch mit Geld ( = fremdes Gut / "Geringes")  treu umgehen, damit uns das wahre Gut (geistlicher Segen = unser "Eigentum") anvertraut werden kann (V.11)
Wie sieht so ein korrekter Umgang mit Geld denn aus, und wie werden wir uns auch "ewige Freunde" dadurch machen?

Die Antwort ist in Vers 16 zu lesen.
Wir müssen Gott auch mit dem anvertrauten Gut dienen und nicht dem Mammon.

Wo genau ist der Unterschied?
Gott braucht schließlich unser Geld nicht.


Geld ist ein in sich "geschlossenes System". Wenn man es hat, kann man es vermehren, indem man es gewinnbringend anlegt. So dient man mit dem Geld wiederum dem Geld und seiner Vermehrung - man dient also dem Mammon.

Die "Vermehrung" für einen geistlich gesinnten Menschen besteht dagegen im miteinander Teilen.
Von der ersten Gemeinde  lesen wir, dass sie alles gemeinsam hatten und niemand Mangel litt. Man verkaufte sogar Besitztümer, damit alle hatten was sie brauchten.

Alle aber, welche glaubten, waren beisammen und hatten alles gemein; und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, jenachdem einer irgend Bedürfnis hatte.
Apg 2:44,45

Dies geschah nicht etwa aus kluger Überlegung wie bei dem ungerechten Verwalter im Gleichnis, sondern aus der Freude des erlösten Herzens und über das gemeinsame Heil in Christus.
Und weil es aus einer geistlichen Gesinnung heraus geschah, war auch das Resultat dieses Umgangs mit Habe und Geld auch der geistliche Segen:

Und indem sie täglich einmütig im Tempel verharrten und zu Hause das Brot brachen, nahmen sie Speise mit Frohlocken und Einfalt des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst bei dem ganzen Volke. Der Herr aber tat täglich zu der Versammlung hinzu, die gerettet werden sollten.
Apg 2:46,47

Sehen wir diesen konkreten Zusammenhang?

Doch in unseren Versammlungen herrschen i.d.R. die gleichen Zustände wie in der Welt - die einen haben reichlich oder sogar Überfluß, die anderen haben Mangel.

Das ist nicht klug!

Wohlan nun, ihr Reichen, weinet und heulet über das Elend, das über euch kommt! 
Euer Reichtum ist verfault und eure Kleider sind zum Mottenfraß geworden; euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis ablegen und euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt Schätze gesammelt in den letzten Tagen! 
Jak 5:1-3

Wie viel glaubwürdiger, kraftvoller und segensreicher wäre die gute Botschaft vom Heil und von der Erlösung durch Jesus in dieser Welt, wenn wir hier klug handeln würden und auch von unserem Hab und Gut "erlöst" wären!

Es ist also wahr:

Die Söhne dieser Welt sind klüger als die Söhne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht.
Luk 16:8b 


***


Unter dem Stichwort "Mammon", kann man weitere Beiträge zu diesem Thema auf meinem Blog finden

Samstag, 8. März 2014

"Christus in euch" oder Anti-Christus?

Viele scheinen vergessen zu haben, dass Jesus ALLE MACHT im Himmel und auf Erden hat und sie beanspruchen diese Macht für sich selber. Sie berufen sich dabei darauf, dass "Christus in uns" lebt und meinen damit ihr eigenmächtiges Handeln rechtfertigen zu können.

 Das Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist, denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses sei unter den Nationen, welches ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.
 Kol.1:26,27

Doch diese Verführten und Verführer offenbaren sich selber, denn die Kraft Christi ist nur in den Schwachen mächtig.

Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich! 
 Mat 5:3

 Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne. 
 2.Kor.12:9

Wer also den Fokus auf die angebliche "Vollmacht des Gläubigen" richtet, wer dazu auffordert die Verheißungen Gottes (wenn es sein muß mit Gewalt) zu ergreifen und "in Anspruch zu nehmen", anstatt sie demütig zu empfangen, wer dabei den eigenen Glauben als Maßstab ansieht anstelle der Gnade unseres Gottes, wer meint es käme nur auf unser Bewusstsein als Kinder Gottes an, der verkündet ein anderes Evangelium, einen anderen Jesus und hat einen anderen Geist empfangen.

Denn wenn der, welcher zu euch kommt, einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder wenn ihr einen andern Geist empfanget, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertraget ihr es wohl.
 2.Kor.11:4

Beides ist gar nicht so schwer voneinander zu unterscheiden, denn der echte Jesus sagt von sich:

 Ich kann nichts von mir selbst tun. 
 Joh.5:30

Wo immer diese Demut fehlt und man als "vollmächtig und mit Geist gesalbt" auftritt, da erhebt sich der Mensch und wird zum Anti-Christus!

Jesus warnt die Gemeinden eindringlich vor dieser Geisteshaltung:

  Also, weil du lau bist und weder kalt noch warm, so werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Denn du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und bedarf nichts, und weißt nicht, daß du der Elende und der Jämmerliche und arm und blind und bloß bist. Ich rate dir, Gold von mir zu kaufen, geläutert im Feuer, auf daß du reich werdest; und weiße Kleider, auf daß du bekleidet werdest, und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, auf daß du sehen mögest. Ich überführe und züchtige alle die ich liebe. Sei nun eifrig und tue Buße! 
 Off 3:16-19


Mögen die Reden und Predigten noch so mitreißend sein, die Zeichen und Wunder noch so beeindruckend, es fehlt dennoch das Fundament:

Die Demut und die Gesinnung Christi.


   ..lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.
 Mat 11:29

Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war.
 Phi 2:5 


***


 Hier ist noch ein weiterer Beitrag zu diesem Thema der
"Ichbezogenheit in der Verkündigung"

Sonntag, 9. Februar 2014

VORSICHT - blinde Blindenführer!

„Gott braucht kein Sühnopfer. Es muss ja nicht sein Zorn durch unschuldiges Leiden besänftigt werden. Pfarrer sind frei, den Kreuzestod Jesu in ihren Predigten unterschiedlich zu deuten.“
(Nikolaus Schneider - Präses der Evangelischen Kirche Deutschland)

Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen...
Die Leugnung des Sühneopfers Jesu ist Teil des großen Abfalls vom Glauben. Diese Leute glauben gar nichts mehr ausser ihrem selbstgebastelten Zeitgeist-Evangelium.

Tatsache ist aber:

Das GANZE Evangelium steht und fällt mit dem Opfer des Sohnes!

Wie kann jemand es wagen, das zu leugnen und dennoch das Amt eines Vorstehers innehaben?
 Der komplette Opferbetrieb im Tempel war eine prophetische Vorrausschau auf JESUS und seine Heilstat am Kreuz -  wie ALLES im alten Bund.

"Denn der Christus ist nicht eingegangen in das mit Händen gemachte Heiligtum, ein Gegenbild des wahrhaftigen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen; auch nicht, auf daß er sich selbst oftmals opferte, wie der Hohepriester alljährlich in das Heiligtum hineingeht mit fremdem Blut;
sonst hätte er oftmals leiden müssen von Grundlegung der Welt an; jetzt aber ist er einmal in der Vollendung der Zeitalter geoffenbart worden zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer."

Heb 9:24-26

Wir leben unter der Gnade und uns ist vergeben EINZIG auf Grundlage und Kraft des Sühneopfers Jesu am Kreuz!

"Durch welchen Willen wir geheiligt sind durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi."
Heb 10:10 
(s.a. Mat.18:27ff / Eph.4:32 / Kol.3:13 uva.)

Und wir sollen es Jesus nun gleichtun:

"Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, kraft der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!"

Röm 12:1

Besonders perfide ist auch der zweite Teil des obigen Zitats. Es ist nun jedem selber überlassen, bzw. sind die  Prediger ausdrücklich angehalten ihren Schäfchen zu verkünden, was immer sie selber für richtig halten. Das ist die völlige Beliebigkeit und hat mit der Verkündigung vom Evangelium und Nachfolge NICHTS mehr zu tun!

Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft des Namens unsres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle einerlei Rede führet und nicht Spaltungen unter euch sein lasset, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung und in derselben Meinung.
1.Kor.1:10 

Kannst du erkennen, wie weitreichend der Abfall vom wahren Glauben und von der gesunden Lehre ist?

"Denn wenn der, welcher zu euch kommt, einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder wenn ihr einen andern Geist empfanget, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertraget ihr es wohl."
2.Kor.11:4  


***

Samstag, 9. November 2013

Kopftuch auch bei Christen?

Ich will aber, daß ihr wisset, daß der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, des Weibes Haupt aber der Mann, des Christus Haupt aber Gott.
Jeder Mann, der betet oder weissagt, indem er etwas auf dem Haupte hat, entehrt sein Haupt.
Jedes Weib aber, das betet oder weissagt mit unbedecktem Haupte, entehrt ihr Haupt; denn es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre.
1.Kor.11:3-5

Das ist wirklich eine spannende Sache auf die ich durch eine Anfrage aufmerksam gemacht wurde - ich bin noch nicht ganz durch mit diesem Thema, aber hier schonmal ein paar Ergebnisse:

1. Der Ausgangspunkt dieser Aussage ist, dass Christus "das Haupt des Mannes" ist und "das Haupt der Frau" ist der Mann (V.3) - es liegt also nahe, dass hier nicht jeweils der eigene Kopf gemeint ist, sondern eben "das Haupt" in dieser geistlichen Bedeutung.

2. Es geht hier also auch nicht um einen Hut oder eine Kappe oder ein Tuch auf dem Kopf, sondern um "bedecken" bzw. "bloßstellen" im übertragenen Sinn.

3. Das griechische Wort, dass hier mit "bedecken" (bzw. etwas auf dem Haupt haben / tragen) wiedergegeben wird, hat sehr viele Bedeutungen und findet sich über 400 mal im NT, aber in diesem Sinn als eine "Kopfbedeckung" wird es NIRGENDS verwendet!

4. Das griechische Wort, dass mit "unbedeckt" übersetzt ist, wird in dieser From sonst NIRGENDS in der Bibel verwendet, ausser hier in diesen Versen.

5. Der Vergleich mit den langen oder geschorenen Haaren dürfte eine kulturelle Bedeutung haben. Soweit ich weis, bedeutete das "kahl geschorene Haar" bei einer Frau, dass sie "entehrt" war - entweder weil sie eine Hure war oder wegen sonst einem Vergehen.

Ich denke also, dass Vers 4 und 5 am besten so zu verstehen sind, dass es hier um eine "Bloßstellung" geht. Da man Christus (im Gebet und in prophetischer Rede) gar nicht "bloßstellen" kann, entehrt ein Mann sein Haupt (= Christus), wenn er etwas "zurückhält" (bedeckt). Eine Frau könnte ihren Mann allerdings in einem Gebet oder durch ein prophetisches Wort "bloßstellen" und damit "ihr Haupt entehren", wenn sie öffentlich in der Gemeinde betet.

In den späteren Versen (ab V. 17) ist ja dann auch von Spaltungen und PARTEIUNGEN die Rede - ich denke es geht hier also darum, dass sich eine Frau nicht öffentlich "gegen ihren Mann" stellt und damit ihr Haupt entehrt / bloßstellt.

Da sie nicht lehren darf, wäre es ihr nur möglich, das im Gebet oder durch ein (angebliches) "prophetisches Wort" zu tun, etwa nach dem Motto "Bitte hilf doch meinem Mann dass er endlich kapiert wie man dies oder das richtig sieht oder macht." - oder als "Prophezeihung" getarnt: "So spricht der Herr: Du sollst dies oder das tun oder lassen...".

Wie gesagt geht es hier um die Ordnung in der Gemeinde, sollte die Frau tatsächlich ein Wort speziell für ihren Mann empfangen, so kann sie es ja getrost zuhause weitergeben ohne ihn in der Gemeinde bloßzustellen.

Paulus weis um die Macht der (un)geistlichen Manipulation, wie wir sie ja heute extrem oft in den Gemeinden sehen und eben auch dort, wo offen oder verdeckt die Frauen "das Sagen" haben (der Geist Isebels). Das ist im Sinne der göttlichen Ordnung für Ehe und Gemeinde (Mann = Haupt der Frau) gleichbedeutend mit Hurerei = "geistliche Unzucht".

Genau das ist hier das Thema und nicht die Frage einer äusserlichen Bedeckung.


Alles in der Nachfolge hat eine geistliche Bedeutung. Als geistliche Menschen müssen wir die Dinge geistlich beurteilen und auch geistlich deuten, sonst bleibt uns der Sinn verborgen. Auch Vers 10 macht ja  sehr deutlich, dass es in dieser Sache um eine geistliche Bedeutung geht:

Darum soll das Weib eine Macht auf dem Haupte haben, um der Engel willen.

1.Kor.11:10

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Donnerstag, 15. August 2013

Wahrheit ohne Liebe? (Teil 2)

Im ersten Teil habe ich ein paar Beispiele herausgegriffen die deutlich machen, dass die Wahrheit auch bei Jesus selber - der Liebe in Person - nicht selten in "harten Worten" zu den Menschen kam.

Nun könnte man freilich einwenden, Jesus dürfe sowas, da er ja sündlos war, wir hingegen müssen da etwas nachsichtiger mit den Geschwistern und besonders den Ungläubigen umgehen.

Selbstverständlich gibt es auch selbstgerechte und lieblose Ermahnungen, bei denen es nicht in erster Linie um die Bewahrung der Verführten und die Rettung der Verlorenen geht - das möchte ich gar nicht verharmlosen.

Hierin muss in der Tat jeder seine Motivation und Herzenshaltung immer wieder prüfen.  

Die Unterstellung mangelnder Liebe wegen einer "harten Rede", die dem Hörer unangenehm aufstoßen könnte, ist aber allein aufgrund der genannten Beispiele und der ungezählten weiteren, die man hier anführen könnte, als der trickreiche Versuch enttarnt, kurzerhand demjenigen ein Problem oder eine Schieflage anzudichten, der auf ein Problem oder eine Schieflage hinweist.

Nun ist Jesus in allem unser Vorbild!  

Grade in Bezug auf Wahrheit und Liebe werden wir nirgends ein besseres Beispiel finden.
So war es grade die Klarheit seiner Worte, durch die sich viele verletzt fühlten und die ihnen unerträglich war.

   Viele nun von seinen Jüngern, die es gehört hatten, sprachen: Diese Rede ist hart; wer kann sie hören? Von da an gingen viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm.
Joh 6:60,66

 Aber auch was den Punkt der Anschuldigungen und den Versuch angeht, den Spieß einfach herumzudrehen, ist uns Jesus vorangegangen,
 Ihm wurde nicht nur nachgesagt er sein von einem Dämon besessen, ja man hat ihn am Ende bekanntlich sogar als Gotteslästerer hingerichtet!

 Was redet dieser so? Er lästert!
Mar 2:7 

Wer das vor Augen hat, wird besser verstehen, warum die Wahrheit grade in "religiösen Kreisen" so oft wenige Freunde hat.und so viel Widerstand erlebt.

Wir tun also gut daran, uns kein selbstgestricktes Jesusbild zu schaffen, sondern genau hinzuschauen, wie klar und kommpromisslos er gegen Sünde, Heuchelei und Verführung vorgeht.

In Bezug auf die Wahrheit, darf es für den geistlich Gesinnten nunmal kein Ansehen der Person geben. Allerdings gibt es Unterschiede, in welcher "Intensität"  man diese kundtun muss.

Ein fragendes, demütiges Herz kann in sanftmütiger Weise belehrt werden. Wenn man aber sieht, wie der Teufel von Geschwistern oder der Gemeinde Besitz ergreift, indem er sie täuscht und verführt und ihre Herzen verstockt werden, dann ist es durchaus ratsam, deutliche Worte zu finden - besonders wenn der "Zeitgeist" das Wort Gottes verdrängt, so dass es nicht mehr fruchten kann.

Und machet diesen Unterschied, die einen weiset zurecht, die anderen aber rettet mit Furcht, sie aus dem Feuer reißend, indem ihr auch das von dem Fleische befleckte Kleid hasset.
Jud 1:22,23

Diese Furcht ist die Ehrfurcht vor Gott und seinem Wort.
Wo sie abhanden gekommen ist und Menschen in ihr Verderben rennen, können wir keine Milde waltern lassen, sondern wir reißen sie aus dem Feuer des Verderbens und hassen jede Befleckung!

Zu diesem Zweck ist uns ein besonderes Mittel an die Hand gegeben:

Das Wort Gottes = das Schwert des Geistes!

Allein dieser Ausdruck macht schon sehr deutlich, dass es hier nicht um eine butterweiche Liebe geht, die uns als süße Tasse Tee gereicht wird, sondern um eine Liebe, die jede Befleckung hasst, die die Wahrheit gegen alle Angriffe verteidigt und von den Lügen und der Finsterniss mit scharfem Schnitt trennt.

Das Wort scheidet das Göttliche (Geist) vom Menschlichen (Seele).

Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist.
Heb 4:12a 


Vergessen wir also nicht:
Liebe ist immer zuerst die Liebe zur Wahrheit!
Nur wenn sie angenommen wird, ist Rettung überhaupt möglich.

..und aller Verführung der Ungerechtigkeit unter denen, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können.  
2.Thess.2:10

Wie können wir also sagen wir lieben die Menschen, ohne sie ggf. auch mit der harten Wahrheit zu konfrontieren?

Die Liebe zur Wahrheit kann sogar so aussehen, dass Worte überhaupt nicht mehr weiterhelfen und Taten gefragt sind, die u.U. auch nicht sehr liebevoll erscheinen mögen.
Jesus diskutiert z.B. nicht mit den Händllern im Tempel und ermahnt sie auch nicht lange - er schmeißt sie kurzerhand unsanft hinaus!

Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, sowohl die Schafe als auch die Ochsen; und die Münzen der Wechsler schüttete er aus, und die Tische warf er um.
Joh 2:15 

Wie würde man wohl heute reagieren, wenn jemand mit den Geldverdienern, den Händlern und den Verkaufständen voller "christlicher Angebote" in den Gemeinden derart umgehen würde?!..

Es ist höchste Zeit, dass wir Klartext miteinander reden und die Lauheit überwinden, die Gott ein Greuel ist und wegen der uns Jesus "aus seinem Munde ausspucken wird"!
 Entweder Ja oder Nein, heiß oder kalt. Heiß in Bezug auf die Liebe zur Wahrheit und Kalt, in Bezug auf alle Lüge und jede Verführung zur Sünde, durch die Menschen in das sichere Verderben gehen!


Gnade sei mit uns, Barmherzigkeit und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, dem Sohne des Vaters, in
 Wahrheit und Liebe!
2.Joh.1:3



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Mittwoch, 14. August 2013

Wahrheit ohne Liebe? (Teil 1)

Immer wieder hört man in christlichen Kreisen die Aussage, Wahrheit ohne Liebe sei nichts wert, sie sei verletzend und würde niemandem helfen.
Dagegen ist zunächst überhaupt nichts einzuwenden, denn die Liebe soll selbstverständlich die Grundlage sein für all unser Denken, Reden und Handeln.

Doch woran oder womit misst man denn die Liebe?
Wer entscheidet, ob eine Wahrheit mit oder ohne Liebe transportiert wird?

Offensichtlich der Empfänger, bzw. diejenigen, die sich berufen fühlen darüber zu urteilen. In der Regel sind das auch Empfänger, aber durch ihr Urteil "das ist jetzt aber lieblos" oder "das schreckt ab und ist viel zu hart, kannst du das nicht liebevoller formulieren" usw., weisen sie die Botschaft von sich ab.
Grundlage dieser Beurteilungen ist also offensichtlich das eigene Empfinden, nicht die Botschaft selbst.

In einer weiteren "Eskalationsstufe" wird der Botschafter dann auch persönlich angegriffen und diskreditiert, indem man ihm Lieblosigkeit, Herzenshärte uva. vorwirft oder unterstellt. Damit wird dann i.d.R. so viel Staub aufgewirbelt, dass die eigentliche Botschaft gar nicht mehr zur Rede steht und wahrgenommen wird - es geht plötzlich nur noch um die Gesinnung und die Herzenshaltung des Botschafters.

Absurder Weise wird auf der anderen Seite aber gerne versucht einer Botschaft dadurch "die Spitze" zu nehmen (z.B. wenn man auf objektive Sünde hinweist wie z.B. Ehebruch, Homosexualität oder andere Formen der Unzucht), indem man für den Adressaten geltend machen möchte:

"Wir sehen nur was vor Augen ist, aber Gott sieht das Herz".

Tja was denn nun?

Hier wird offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen - wobei beide Maße weit ab von den eigentlich wichtigen Fragen bleiben:

1. Ist die Botschaft wahr? (entspricht sie Gottes Wort und Willen)
2. Wie und wo betrifft sie mich und die Meinen?
3. Was ist zu tun?

Es gibt ungezählte Beispiele in der Schrift, wo die Wahrheit auf eine Weise kundgetan werden musste, die nicht grade schmeichelhaft war und der heute etliche sofort "mangelnde Liebe" attestieren würden.

Schauen wir nur mal auf Jesus selber, die Liebe in Person - ihm wird wohl niemand ein Defizit an Liebe unterstellen. Doch nicht selten findet er Worte, die an vermeintlicher "Härte und Lieblosigkeit" wohl kaum zu übertreffen sind. 

So sagt er z.B. zu seiner eigenen Mutter, die ihn bei einer Hochzeit auf den Mangel an Wein aufmerksam macht:

Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Joh 2:4 

Nanu, was sind denn das für Töne?
Hat Jesus etwa mißachtet, dass man Vater und Mutter ehren soll? Hat er sich hier nicht ganz eindeutig im Ton vergriffen?

Nein!
Jesus war IMMER im Willen und im Wohlgefallen des Vaters, er ließ sich hier auch nicht von Gefühlen überwältigen - jedes Wort und jede Tat sind über allen Zweifel erhaben.

Die Ursache dieser ruppigen Worte erscheint zunächst schleierhaft, doch hier gab es offensichtlich einen "Interessenkonflikt". Seine Mutter machte ihre persönliche Beziehung zum Sohn geltend, um ein Eingreifen Jesu zu bewirken, daher antwortete Jesus auf der unperönlichen Ebene und bezeichnete seine Mutter zunächst als eine beliebige Frau, die etwas von ihm erwartete. Doch der eigentliche Fakt war, sie bat um etwas, wofür die Zeit noch nicht gekommen war.

Doch was auch immer der Grund  für diese schroffe Ansage war und warum auch immer er ihrer Bitte dann doch nachkam, spielt aber gar nicht die Rolle, entscheidend ist:

Jesus sagte auch hier aus geistlicher Sicht einfach nur die Wahrheit.
Es schien ihn nicht zu bekümmern, ob es seiner Mutter oder denen die es hörten, "lieblos" erscheinen musste.

Ein anderes beeindruckendes Beispiel ist, als er den besorgten Petrus noch heftiger zurechtweist - und das vor allen Jüngern:

Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und schalt den Petrus und sprach: Weiche hinter mich, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!
Mar 8:33 

Nanu, ein treuer Nachfolger, der nur das Beste will, wird als Satan angesprochen?

Nun, aus menschlicher Sicht war die Sorge des Petrus und sein Versuch, Jesus vor Unheil zu bewahren, sehr gut nachvollziehbar und eigentlich hätte wohl fast jeder genauso oder ähnlich reagiert. Umso "härter" muss uns hier das Wort erscheinen, da wir uns mit der Haltung von Petrus so gut identifizieren können.

Doch auch hier ist wieder der Interessenkonflikt das Entscheidende. Jesus spricht es ganz deutlich aus:

"Du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!"

So gibt es etliche andere Beispiele, in denen Jesus "harte Worte" benutzt, um den Menschen die Wahrheit aus göttlicher Sicht vor Augen zu führen. Er hat sie eben nicht beschönigt - oder wie heute meist erwartet und sogar gefordert wird - in Watte einpackt, damit sie beim Empfänger "gut ankommt".

Diese Erwartung basiert im Kern auf einer humanistischen Weltsicht, sie versteckt sich im christlichen Gewand jedoch gerne hinter der Forderung nach "mehr Liebe", denn das hört sich immerhin "geistlich" an.
Aber auch wenn es oft schwer zu erkennen ist:

Viele denken menschlich und nicht göttlich!
Und diese beiden Denk- und Sichtweisen sind nunmal in einem ständigen Konflikt.

  Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.
Joh 6:63

Hier sind eben auch all die Worte mit einbezogen, die uns aus menschlicher Sicht so hart und lieblos vorkommen könnten.

Denken wir auch daran, wie häufig Jesus diejenigen als "Heuchler" bloßstellt, die in der Gesellschaft sehr hoch angesehen waren, oder wie er die ganze Generation seiner Zeit kurzerhand als "ehebrecherisches Geschlecht" bezeichnet. Genau so wie er den versteckten Hochmut der religiösen Elite anprangert, die sich selber für Kinder Gottes halten, die aber längst "den Teufel zum Vater" haben, Für sie hatte Jesus dann sehr direkte Worte wie "Schlangenbrut / weißgetünchte Gräber" usw.usw.

 Er redet auch bei der Sünderin, die er vor dem sicheren Tod gerettet hat, nicht drumherum, sondern fordert sie auf, sie solle nicht mehr sündigen und beim Gelähmten fügt er sogar noch hinzu:

 "..damit dir nichts Schlimmeres passiert"! 

Nanu - etwas Schlimmeres als achtunddreißig Jahre lang an´s Bett gefesselt zu sein - wie ist das überhaupt vorstellbar? Nun, aus menschlicher Sicht wohl kaum, aber Jesus sieht die Realität der Sünde und ihre schrecklichen Folgen hat er ganz deutlich vor Augen - 

Jesus denkt göttlich und nicht menschlich!

Daher sagt er in Bezug auf Verführung zur Sünde sogar folgendes:

Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
Mat 18:6

Uups - das sind harte Worte!
Doch bedenken wir:
Hier spricht die reine Liebe Gottes und was sie uns sagt, ist auch in diesem Fall nichts als die Wahrheit!


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Im zweiten Teil werde ich weitere interessante Aspekte dieses Themas genauer beleuchten.

Sonntag, 30. Juni 2013

Irgendwas ist heute anders...

Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, daß etwas von seinen Gütern sein eigen sei, sondern alles war ihnen gemeinsam. Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis ab von der Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war auf ihnen allen.

Es litt auch niemand unter ihnen Mangel; denn die, welche Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften und legten ihn den Aposteln zu Füßen; und man teilte einem jeglichen aus, je nachdem einer es bedurfte.

(Apg 4:32-35)

Wie würde ein Chronist wohl die heutige Situation beschreiben?

Die Menge der Gläubigen aber folgte den unterschiedlichsten Lehren und versammelten sich in der jeweiligen Denomination, nach der ihnen der Sinn stand und alle lebten ansonsten genau so, wie es auch die Ungläubigen taten, indem sie um ihr tägliches Überleben kämpften oder versuchten, ihr Hab und Gut weiter zu vermehren. Die selbsternannten Apostel hielten große Reden aber die Kraft und das Zeugnis der Auferstehung des Herrn Jesus war nur sehr selten zu sehen, jeder hielt denjenigen für besonders begnadet, der die meisten Bewunderer hatte und die größten Stadien füllte.

Die geistlichen, seelischen und körperlichen Mängel waren überall genauso ausgeprägt vorhanden, wie sonst auch in der Welt, denn jeder kümmerte sich selber und um sein Eigentum und wenn man etwas übrig hatte, dann war man sehr stolz darauf, wie viel man doch spendete, obwohl dadurch hauptsächlich die ungeistlichen Machtapperate der Kirchen finanziert wurden, eine unchristliche Priesterkaste sich finanzieren ließ oder einzelne Superprediger sich riesige Reichtümer anhäufen konnten. Den Bedürftigen riet man sich doch endlich Arbeit zu suchen oder Hartz 4 zu beantragen...
 
 
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Unter dem Stichwort "Mammon", kann man hier weitere Beiträge zu diesem Thema finden.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Richtet nicht oder richtet gerecht?

Es gibt ein festes Ritual in christlichen Kreisen:

Sobald man Kritik an etwas oder jemandem in der Gemeinde äussert - und seien die Mißstände auch noch so drastisch - kommt eilends die "christliche Feuerwehr" daher und ruft laut:

"Richtet nicht - wir sollen doch nicht richten!"

Diese Leute meinen sich damit u.a. auf Jesu Wort berufen zu können:

Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet;
Mat 7:1

ohh - wer will denn schon selber "gerichtet" werden??
Man sieht sich schon förmlich im dunkelsten Kerker bei Wasser und Brot mit einer Kette an die Wand gefesselt, ohne jede Hoffnung nochmal das Tageslicht zu erblicken...
 ..doch leider übersieht man hier meistens den Zusammenhang:

..DENN mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maße ihr messet, wird euch gemessen werden. Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: Erlaube, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; -und siehe, der Balken ist in deinem Auge?
Mat 7:2-4

Es geht hier also um die Heuchlei, über etwas zu richten, das man selber tut! Es gibt bei Gott bekanntlich kein Ansehen der Person, sondern es gilt "gleiches Recht für alle".
Daher mahnt Jesus dann auch:

Heuchler, ziehe ZUERST den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, UM den Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen.
Mat 7:5

Es geht hier also um eine Reihenfolge, denn erst wenn man selber in einer bestimmten Sache klar sieht, weil man den entsprechenden Balken entfernt hat, dann SOLL man dem Bruder auch dabei helfen, diese Klarsicht zu erlangen.

So entpuppen sich auch die anderen Schriftstellen, in denen vordergründig vor dem Richten gewarnt wird, bei näherem Hinsehen meist als Aussagen, in denen eigentlich vor unrechtem und oberflächlichem Urteil ohne entsprechende Selbstprüfung gewarnt wird (z.B.Röm.2:1), oder um unangebrachtes
Richten, etwa bei Dingen wie dem Sabbath oder den Speisegeboten (z.B. Röm.14:13).

Abgesehen davon, dass Richten an sich etwas sehr Positives ist und nicht etwa mit "verurteilen" gleichzusetzen ist, sondern mit "Recht aufrichten, aussprechen und ausrichten", frage ich mich immer, ob diese vehementen Eiferer des Nicht-Richtens wohl im Besitz einer vollständigen Bibel sind?

Warum aber auch richtet ihr von euch selbst nicht, was recht ist?
Luk 12:57

Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht.
Joh 7:24

..und ganz besonders gilt das sogar für die Gemeinde, es soll auch nicht nur bei bloßen Worten bleiben, sondern entsprechende Taten müssen folgen, um die Gemeinde vor Schaden zu bewahren.

Genau das wird aber durch ein völlig falsches Verständnis des Richtens heute meistens verhindert!

Denn was soll ich die richten, die außerhalb der Gemeinde sind? Ihr richtet nicht einmal die, welche drinnen sind? Die aber draußen sind, wird Gott richten. Tut den Bösen aus eurer Mitte hinweg!
1.Kor.5:12,13



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Sonntag, 20. Januar 2013

Ein anderer Standard

Was würdest du davon halten, wenn heute in eurer Gemeindeversammlung ein Prediger auftauchen würde, dessen Rede die Gemüter so gewaltig erregt, dass etliche ihn nach der Predigt am liebsten töten würden?

Würdest du denken, dass er ein Fanatiker sein muss und ohne jede Liebe redet?
Kennst du einen solchen Prediger, oder kannst du dir sowas überhaupt vorstellen?

Ich kenne da jemanden:

Und sie hielten miteinander Rat, wie sie Jesus mit List greifen und töten könnten.
Mat 26:4 
Ich weiß, daß ihr Abrahams Same seid; aber ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort nicht Raum in euch findet.
Joh 8:59
Da hoben sie Steine auf, damit sie auf ihn würfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus.
Joh 8:37 


Und was würdest du von einem Prediger halten, der öffentlich dazu aufrufen würde, jemanden aus der Gemeinde der in Unzucht lebt, im Namen Jesu dem Satan zu übergeben?

Würdest du denken, dass dieser Mann voller Hass und Intoleranz sein muss und unmöglich in der Liebe wandeln kann?
Kennst du einen solchen Prediger, oder kannst du dir sowas überhaupt vorstellen?

Ich kenne da jemanden:

Denn ich...habe schon...über den, welcher solches begangen hat, beschlossen:
Im Namen unsres Herrn Jesus Christus...den Betreffenden dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tage des Herrn Jesus.

Paulus in 1Ko 5:3-5 


Was würdest du schließlich von einem Prediger halten, der jemanden in´s Verderben schicken würde, der lange Zeit Zauberei betrieben hat, aber sich vor Kurzem zum Herrn bekehrt hat, nur weil er versucht hat, das Erlangen von geistlichen Gaben mit Geld in Verbindung zu bringen?

Würdest du wohl denken, dass derjenige doch von Herzen bekehrt sein muss, weil er bereit ist sein Geld einzusetzten um im geistlichen Dienst wirksam zu werden und würdest du den Prediger nicht für einen völlig unrealistischen und übereifrigen Spinner halten, der den armen Mann doch besser segnen sollte?
Kennst du einen solchen Prediger oder kannst du dir sowas überhaupt vorstellen?

Ich kenne da jemanden:

Als aber Simon sah, daß durch die Handauflegung der Apostel der heilige Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld und sprach: Gebet auch mir diese Vollmacht, damit, wenn ich jemand die Hände auflege, er den heiligen Geist empfange! Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre samt dir ins Verderben, weil du meinst, die Gabe Gottes mit Geld erwerben zu können!
Petrus in Apg 8:18-20 


Hmm - könnte es vielleicht sein, dass wir heute einen völlig anderen Standard in den Gemeinden aufgerichtet haben, und ganz andere Verhaltensweisen für geistlich, für rechtens und für Taten der Liebe halten, als Jesus es uns aufgezeigt hat und es auch zu Beginn des Reiches Gottes auf Erden war?

Les mal die Bibel unter diesem Aspekt, dann du wirst sehen, dass dies keineswegs Ausnahmen oder Einzelfälle sind und wie weit wir uns von dem Standard entfernt haben, der dort beschrieben wird.
Du wirst auch eine Vorstellung davon bekommen, warum wir heute so eine angepasste, humanistisch geprägte und verweltlichte Gemeinde haben, in der zwar für so vieles Verständnis, Toleranz und Mitgefühl aufgebracht wird, aber so wenig im Geist Gottes gelebt, geredet und gehandelt wird.


Wir müssen dringend umkehren und mit unseren menschlichen Bemühungen und Vorstellungen brechen.
Das Wort muss wieder unser Standard werden!

Alle Schrift von Gott eingegeben ist nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, auf daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig ausgerüstet. 
2Ti 3:16,17 

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