Samstag, 27. März 2010

ausgrenzen und ablehnen

Ein Erlebnis aus meiner Jugendzeit ist mir dazu in den Sinn gekommen:
Eines Tages komme ich zu dem Haus, wo sich unsere Klique immer getroffen hat und von wo aus wir allen möglichen Unsinn unternommen haben. Aus irgend einem Grund, denn ich nicht mehr weis, teilte man mir mit, man wolle von nun an nichts mehr mit mir zu tun haben - BAM. Dieses tiefe und schmerzhafte Gefühl des abgelehnt werdens kannte ich bis dahin nicht, da ich in einem sehr liebevollen Elternhaus und Umfeld aufgewachsen bin.

Ganz gleich, was der Anlass dafür war und ob es überhaupt einen gab, habe ich das nur als Ablehnung meiner Person wahrgenommen und es schmerzte gewaltig. Vermutl. haben mein Zuhause und andere intakte Beziehungen verhindert, dass diese Erfahrung einen Schatten werfen oder gar Schaden bei mir anrichten konnte und ich weiter eine gesunde Entwicklung erfahren durfte. Doch wo kann so eine Verletzung heilen, wenn keine Familie uns Geborgenheit schenkt?


In der Jugendarbeit erlebe ich sehr krass die fatalen Auswirkungen von Ablehnung - meist hat sie dort ihren Ursprung, wo ihre Wirkung aufgefangen werden sollte: In der Familie.
Egal in welcher Form sie geschieht, ist sie immer zerstörerisch und treibt die Menschen in Aggression und scheinbares Angenommensein durch gemeinsames Suchtverhalten usw.


Ablehnung und ausgegrenzt sein ist ein Fluch auf dem Leben eines Menschen und ein Teufelskreis, der gebrochen werden muss!

Die Gemeinde ist die Familie Gottes, denn wir sind Gottes Kinder. Uns mag einiges nicht gefallen, stören oder zuwider sein am Andern oder wir können auch harte Auseinandersetzungen haben und unterschiedliche Ansichten vertreten, doch wir können nicht aus der Familie herausfallen oder aus ihr gegangen werden - dafür hat Christus mit Seinem Blut gesorgt:

"Aber in diesem allen (Anfechtungen) sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermögen wird von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn."
(Röm 8:37-39)

Wir überwinden nicht nur, wir sind mehr als Überwinder!

Leider wird Ablehnung und Ausgrenzung aber in den unterschiedlichsten Formen laufend auch in der Familie Gottes zelebriert und praktiziert. Allein schon die Abgrenzungen der einzelnen Denominationen sind ein starker Ausdruck dieses Geistes, der - wie wir alle wissen - nicht der Geist Gottes sein kann. Wieviel Einsamkeit ist besonders in den Gemeinden, wo sehr viel Wert auf formelle Gemeinschaft gelegt wird...

Die Welt erkennt sehr deutlich, dass wir hier unserem Anspruch nicht gerecht werden, dass bei uns die selben Systeme von Ablehnung und Ausgrenzung wirksam sind, während wir das Angenommensein aus Gnade von der Kanzel predigen - und wendet sich angewiedert ab.

Erkennen wir es auch?

"Denn die Liebe des Christus drängt uns, indem wir also geurteilt haben, daß einer für alle gestorben ist und somit alle gestorben sind.
Und er ist für alle gestorben, auf daß die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und ist auferweckt worden.
Die Wahrheit festhaltend in Liebe, laßt uns in allem heranwachsen zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus."

(2.Kor.5,14+15/Eph.4,15)

***

Kommentare:

Deborah hat gesagt…

Ablehnung als Fluch.. ? *denk*

Als Trauma kenne ich es, als Prägung, als Selbstbild, als negative Erwartungshaltung....

Erklär mal bitte genauer.

flunra hat gesagt…

Der Mensch sehnt sich nach Annahme und Geborgenheit. Es ist ihm angeboren, denn er ist ein soziales Wesen, dass mindestens einen Partner braucht. Gott hat uns als kleinste Gemeinschaft die Ehe geschenkt, in der Kinder geborgen aufwachsen können und wir eine irdische Heimat haben können. Wo dieses Geschenk zerstört oder nicht angenommen wird, fängt das Chaos an, zum Nachteil für eine ganze Gesellschaft. Die Leidtragenden sind immer die Schwachen und Hilflosen. Als erstes trifft es die Abgetriebenen, die sich ihrer Haut noch nicht wehren können. Dann geht es weiter mit denen, die uns im Laufe des Lebens im Wege stehen. Sie werden beiseite geschoben oder so gar umgebracht. Zuletzt trifft es die Alten, die abgeschoben im Pflegeheim nur noch körperlich versorgt werden, aber keinen geistigen Zuspruch erhalten. Sie brauchen den besonderen Zuspruch der Liebe Gottes, denn sie stehen vor dem Tor der Ewigkeit. Trotz aller Scheine müssen auch sie neugeboren werden, um die Herrlichkeit Gottes zu erreichen.
Wer sagt es ihnen?
Um jeden Menschen richtig annehmen zu können, müssen wir nach 2. Korinther 5, 16 handeln. Wir dürfen unser Gegenüber nicht mehr nach dem Fleisch kennen, sondern nach dem Geist, damit wir ihm das Richtige geben können. Die Unerretteten brauchen das Evangelium der Liebe Gottes, das kann viel Zeit kosten, und die Erlösten brauchen die geistige Nahrung zum Wachstum, damit sie Mütter und Väter im Glauben werden können.
Wenn jeder ein oder zwei Menschen so intensiv beträut, bleibt keine Zeit und Kraft mehr übrig, um andere in die Pfanne zu hauen.
Nehmen wir uns einander an wie uns Christus angenommen hat, ohne wenn und aber, denn er ist für uns gestorben, als wir noch getrennt von Gott lebten, ohne Bürgerrecht in den Himmeln.
Ich sehe es jetzt bei meiner Mutti, die eine gläubige wiedergeborene Frau ist. Sie ist pflegebedürftig geworden mit ihren 96 Jahren, Altersschwäche, doch die Versorgung mit Nahrung und Reinigung des Körpers trägt sie nicht durch diese Zeit, sondern der tägliche Zuspruch der Liebe Gottes, das Lesen seines Wortes und das Singen der alten Lieder, die sie ihr Leben lang begleitet haben. Jeder der zu ihr kommt, merkt wie sie vor Energie sprüt, wenn die göttlichen Wahrheiten gesagt werden. Ihr Herzensanliegen ist die Versöhnung in den Ehe. Es ist Vertragsbruch oder besser Bündnisbruch, wenn man auseinander rennt. Unsere kleinen Fehler müssen wir doch gegenseitig vergeben können, wenn Jesus sein Leben für unser Heil geopfert hat. Das ist ihre ständige Rede, wenn einer an ihr Bett tritt und von der schlimmen Welt spricht.
Bei Nassim ben Iman habe ich ganz neu gelernt, was es heißt den anderen anzunehmen. Fromme Sprüche sind nicht gefragt, sondern Hingabe, Liebe und Zeit, um ihn für den Herrn zu gewinnen.

Bento hat gesagt…

..stimmt Deborah, das ist wohl ungenau.
ich hatte hier mehr die mit der Ausgrenzung einhergehenden "Ausdrucks-Formen" im Blick, die eben oft auch Flüche sind.

Das Modell dieser Eskalation wird hier der "unstet und flüchtig-Fluch" über den Brudermörder Kain sein, der einmal ausgesprochen, von ihm nicht nur 1:1 übernommen, sondern sogar noch erweitert wird:

"Und nun, verflucht seiest du von dem Erdboden hinweg, der seinen Mund aufgetan hat, das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen! Wenn du den Erdboden bebaust, soll er dir hinfort seine Kraft nicht geben; unstet und flüchtig sollst du sein auf der Erde. Und Kain sprach zu Jahwe: Zu groß ist meine Strafe, um sie zu tragen. Siehe, du hast mich heute von der Fläche des Erdbodens vertrieben, und ich werde verborgen sein vor deinem Angesicht und werde unstet und flüchtig sein auf der Erde; und es wird geschehen: wer irgend mich findet, wird mich erschlagen."
(1.Mos.4,11-14)

Dieser Erweiterung tritt Gott aber entgegen:
Und Jahwe sprach zu ihm: Darum, jeder, der Kain erschlägt-siebenfältig soll es gerächt werden. Und Jahwe machte an Kain ein Zeichen, auf daß ihn nicht erschlüge, wer irgend ihn fände. (V.15)

Geier hat gesagt…

Ich habe zum Thema »Ausgrenzung« letztens etwas interessantes entdeckt, was noch einen zusätzlichen Aspekt in die Sache bringt: Und zwar steht in Jes. 53, 3, wo meistens in Bezug auf Jesus »ein von Menschen Verachteter und Verlassener« übersetzt wird, in einer sehr genauen Übersetzung »ein Verachteter und Gemiedener der Männer«, und wer sich im religiösen Establishment ein bißchen auskennt, weiß genau, was das bedeutet und wie relevant diese Aussage ist. Ich habe auch in den letzten Monaten mehrere unabhängige Zeugnisse von Männern aus verschiedenen Denominationen erhalten, daß dort nur solche Brüder »Karriere« machen können (also ernstliche Verantwortung übernehmen), die weichgespült sind und von denen nicht zu erwarten ist, daß sie in irgendeiner Weise unbequem oder herausfordernd werden könnten. Das führt dazu, daß vorzugsweise solche in Verantwortung geraten, die am wenigsten im Wort befestigt sind, während die »scharfkantigen« unauffällig kaltgestellt werden, indem man ihre Dienstbereitschaft so kanalisiert, daß sie »keinen Schaden anrichten können«, also keine Unruhe stiften, die am Ende noch jemanden zur Sinnesänderung bewegen könnte.
Meiner Beobachtung nach steckt die Ahnung dahinter, daß das kirchliche bzw. freikirchliche System auf einem Konsens beruht, der nicht schriftkompatibel ist. Wenn nun einer kommt, diesen Konsens aufkündigt und eine Anpassung an schriftgemäßes Verhalten fordert, wird das für eine Minderheit Anlaß sein, mit Gott weitergehen zu wollen, während die Mehrheit auf dem Status quo beharren wird, so daß zwangsläufig Unruhe und Spaltung entstünde. Das will man um jeden Preis — auch um den Preis, Gott ungehorsam zu sein — vermeiden und trifft wo immer möglich Vorsorge, die geistlich Mündigen auszugrenzen (oder sollte man besser »eingrenzen« sagen?). Dann kann man den Rest bequem Sonntag für Sonntag bepredigen und in Unmündigkeit halten.
Und genau dasselbe Verhaltensmuster sehen wir auch gegenüber Jesus. Letztlich konnte er den harten Kern seiner Botschaft nur in einem engen, jüngerschaftlichen Rahmen weitergeben, die anderen haben ihn geschnitten. Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, daß manchmal ein paar tausend zusammenkamen, besonders, wenn es etwas zu essen gab. Nachfolger waren das mehrheitlich nicht.
Es gibt also auch so eine Art von Ausgrenzung.

Helm77 hat gesagt…

Gott belegt Kain mit einem Fluch, der besagt, dass Kain sich nirgendwo mehr zuhause fühlen wird (unstet und flüchtig wirst du sein) - das ist genau dieser Fluch der Ablehnung. Egal in welchem Kreis man sich befindet, man hat immer das Gefühl, das man nicht wirklich dazugehört. Dieser Fluch wird an einigen Stellen in der Bibel noch genauer beschrieben, zum Beispiel in Psalm 109. Der Grund warum dieser Fluch über einen kommt ist in Psalm 109 wie bei Kain derselbe: Wenn man Gutes mit Bösem vergilt. ICh habe auf meinem Blog unter diesem Link mehr dazu geschrieben, für alle die es interessiert:
http://hrichert.de/2009/der-fluch-der-heimatlosigkeit/

Liane hat gesagt…

Hmmm interessant, ich fühle mich auch meistens so, egal wo ich bin fühle ich mich nicht dazugehörig, habe das aber schon öfters mal von jemandem gehört, auch von Christen und wie bekommt man den Fluch weg ?

Liane hat gesagt…

habs gelesen wie das gebrochen wird mach ich jetzt

Liane hat gesagt…

@Geier danke für die Erklärung, mit dem Feuer beim letzen Thema, habs gerade erst gelesen.

Zu diesem Thema noch: bei mir ist es aber nicht so dass ich mich abgelent fühle, sondern eher dass ich mich niergends dazugehörig fühle weil alle anders drauf sind als ich. Die meisten sind verheiratet und haben Kinder. Sind Hausmütterchen und Hausfrauen. oder sie sind mir zu durchgereht dann passt es auch nicht.

Liane hat gesagt…

@geier schau bitte noch mal bei den Feuerkommentaren , das passt jetzt hier nicht rein

Deborah hat gesagt…

@Helm77: frage zu deinem link-Beitrag:

Was ist Sache, wenn der Fluch schon in den Generationen vorher wirksam war?

Wirkt dieser Fluch auch bei Zigeunern?

Was ist Sache, wenn Heimatlosigkeit als Fluch von einem Leiter über eine mißbrauchte Person ausgesprochen wurde, die sich dem Mißbrauch entzogen hat?

Kann dieser Fluch auch andersherum durch einen hassenden Menschen wirken, der einen friedlichen nicht neben sich dulden kann?

Liane hat gesagt…

Gerade isz mir was bewußt geworden, für die Kinder Gottes gibts ja gar keine Flüche mehr, weil Jesus alles vollbracht hat. Durch das Blut jesus ist jeder Fluch gebrochen. Das mit den Flüchen war im AT

Liane hat gesagt…

@Deborah - das ist ne interessante Frage mit den Zigeunern, ich denke schon dass es Generationsflüche gibt, die vererbt werden. Ich kenne eine Zigeunerfamilie, die sesshaft geworden sind, aber nur eine davon hat ihr Leben Jesus gegebnen, sie war immer ruhelos und hatte keinen festen Wohnsitz, ihre Geschwister hatten allerings schon viele Jahre ein festes zuhause.

Als sie dann ihr Leben Jesus gegeben hat, haben wir auch den Generationsfluch gebrochen, wegen dem Wahrsageist und all das okkulte das sie von den Generationen geerbt hatte.

Deborah hat gesagt…

Danke, Liane..

Ergänzung zum vorigen post:

Sich nicht Zugehörig-Fühlen kann auch andere Gründe haben: Einzelkind-Sein, Schlüsselkind-Vergangenheit, Hochsensibilität, Hochbegabung, Ablehnungstrauma aus der Familie, Mobbing....

Man kann auch jemanden einen Fluch an den Hals hängen, indem man ihn verunsichert mit dem Artikel und er nun glaubt, weil er mal stinkesauer war über eine Grenzüberschreitung, nun würde der Fluch auf ihn zutreffen.

Geier hat gesagt…

>> Deborah 18:59, Frage 3:

Spr. 26, 2: »Wie der Sperling hin und her flattert, wie die Schwalbe wegfliegt, so ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein.«

Deborah hat gesagt…

Im Prinzip hast du Recht, Geier.

Nur, wenn die Aussage nicht als Fluch und die Verletzung nicht als solche erkannt und vergeben wurde, dann kann da was landen.

Einen Fluch, den man nicht hört, der kann nicht verletzen. Aber ein Kontrollfreak, der seine Macht schwinden sieht, wird es so einrichten, dass der Verfluchte über die Verletzung unter seiner Kontrolle bleibt.
In diesem Bereich gibt es die merkwürdigsten Dinge, die mir in der Seelsorge an (un)geistlich Mißbrauchten bisher begegnet sind.

Bento hat gesagt…

..na das ist ja mal wieder spannend!

Also die Frage von Liane um 19:23 muss erstmal geklärt werden, ob wir durch Christus ohnehin von jedem Fluch frei sind.

Im Prinzip ja -
...genauso, wie wir keine Sünder mehr sind!

Wir stehen nicht mehr grundsätzl. unter dem Fluch der gefallenen Schöpfung, aber wie Helm richtig bemerkt und ich im Post Segen oder Fluch schon sagte, können wir selber oder durch andere sehr wohl unter einen Fluch (oder Bann) kommen. Nur durch das Leben im Geist können wir das vermeiden.

Gal 6:8 Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleische Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geiste ewiges Leben ernten.

Nun leben wir zwar durch den Geist - aber wir wandeln (handeln) nicht immer darin:

Gal 5:25 Wenn wir durch den Geist leben, so laßt uns auch durch den Geist wandeln.

Daher ist der von Helm in seinem Artikel beschriebene Weg absolut richtig und wichtig:
"Bitte den Heiligen Geist, dass er dich überführt und zeigt, wo Du so etwas gemacht hast, dann tue Buße dafür und verharmlose nichts, nenne die Dinge beim Namen. Nachdem Du Gott um Vergebung gebeten hast, widerrufe diesen Fluch im Namen Jesu...Das wars auch schon."

Die Aussage in Spr.26,2 ist seltsam - "unverdient" würde bedeuten, dass kein Kind oder Jugendl. unter einen Fluch kommen könnte...
das Wort bedeutet laut Strong´s Wörterbuch auch "grundlos, schuldlos, ohne Ursache, vergeblich" - hmm...

Bento hat gesagt…

Lieber Flunra,
dein Beitrag ist wirklich sehr bewegend - danke dafür!

ja, ich höre derzeit auch viele Predigten von Assim ben Iman - sehr erbaulich und bereichernd.

LG

Bento hat gesagt…

Lieber Geier,
interessanter Aspekt und deine Beobachtungen von 15:43 kann ich nur bestätigen!

Second Attempt hat gesagt…

@Geier

Du schriebst:
Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, daß manchmal ein paar tausend zusammenkamen, besonders, wenn es etwas zu essen gab.
Ich find das jetzt gerade nicht. Kannst du mir aushelfen und mir sagen, wo in der Bibel steht, dass die Menschen, die zu Tausenden kamen um Jesus zu hören, vorher schon wußten, dass es etwas zu essen geben würde?

;-)

mar. hat gesagt…

@Deborah

Machtfragen spielen bei Ausgrenzung sicher eine große Rolle.
Kann man einen Fluch nicht so verstehen, dass gezielt durch Zweckgerüchte diskreditiert wird?

Geier hat gesagt…

>> Sec: Da das ja mehrfach vorgekommen ist, gehe ich davon aus, daß sich das herumgesprochen hat. Du weißt schon: Radio, Fernsehen, Regenbogenpresse, Buschfunk, das ganze Programm … nicht zu vergessen die christlichen Blogger, denen ja nichts entgeht.
Ein gewisses Restrisiko bestand natürlich, extra hinzukommen und dann trotzdem eine Unterweisung ohne Speisung zu bekommen.

Second Attempt hat gesagt…

@Geier

Ja ja, die Restrisiken ;-) Irgenwie ist das ganze Leben ein bissl ein Restrisiko...

Grüßle, Sec

Deborah hat gesagt…

@Geier:
Interessante Interpretation deinerseits der Lehr- und Heilungsveranstaltungen. Mt 5,13ff und Mt 15, 29ff, die mit einem Brotvermehrungswunder endeten.

Deine Unterstellung, dass sie nur um des Essens Willen gekommen waren, wirft kein gutes Licht auf die Art deiner "Scharfkantigkeit".

Man kann auf beiden Seiten vom Pferd fallen:
Weichgespültheit, sprich Profillossigkeit vs. Scharfkantigkeit sprich Ungehobeltheit.

In der Mitte liegt er Weg der Sanftmut Jesu:
Profil aus kontrollierter Stärke in göttlicher Vollmacht.

Geier hat gesagt…

Sorry, ich hatte gedacht, der ironische Einschlag der Bemerkung mit dem Essen wäre ’rübergekommen. Eine allgemeingültige Interpretation von Mt. 5 bzw. 15 sollte das gar nicht werden. Aber auch bei schriftlicher Kommunikation gibt es halt ein Restrisiko.
Ein Stück Wahrheit steckt trotzdem drin: Letztens hat mir ein Bruder von einer missionarischen Arbeit erzählt, die der Betreiber irgendwann aufgegeben hat, weil diejenigen, die er erreichen wollte, zwar gern zum Essen gekommen sind und die Verkündigung notgedrungen ertragen haben, aber nichts geistliches aufnehmen wollten.

Daß der Charakter Jesu der einzige Maßstab ist, stimmt. Allerdings kann man diesen nicht auf die Santfmut beschränken, die ist nur ein Teil des ganzen. Der gerechte Zorn z.B. gehört genauso dazu.

Deborah hat gesagt…

Der gerechte Zorn gehört zur Sanftmut, er ist kontrolliert und sündigt nicht.

Die Situation, die der Missionar berichtet, ja die gibt es öfters... nur lässt sie sich nicht rückwirkend auf das Volk Israel zur Zeit Jesu übertragen, denn Jesus hatte nicht vorher aufgetischt und dann gepredigt und geheilt.

Deborah hat gesagt…

@bento: du fragst im Beitrag, wo so eine Verletzung der Ablehnung heilen kann, wenn weder Familie noch Gemeinde Geborgenheit schenken und (ich erweitere: als mögliche Folge) das Gottesbild angstbesetzt ist durch einen bösen Vater.

Oft kommen solche Menschen zu Jesus, aber nicht zum Vater (Autorität, senkrechte Beziehung), weil im Herzen das Trauma schreit: "was ist, wenn Gott so ist, wie mein Vater"

Deine persönliche Erzählung liegt eher auf der Peer-Ebene (Gleichaltrige, waagerechte Beziehung.

Die zerstörerische Reaktionskette der früheren Ablehnungswahrnehmung baut sich ziemlich fest in das Glaubenssystem eines Menschen ein, weil das Kleinkind ja die Botschaft nicht verifizieren kann und glaubt und wird zu einer Festung. Auf Ablehnung folgt Selbstablehnung (muss ja stimmen, was die Eltern vermitteln), Minderwertigkeitsdenken, Ablehnungsdenken auch bei Korrektur (persönlich nehmen), Rebellion (Liebe durch Fehlverhalten erkämpfen).

Man kann lange die sauren Äpfel dieses Ablehnungsbaumes in der Seelsorge pflücken und so eine Dauerbeschäftigung haben.

Das Beispiel Jesu, diesem Baum an die Wurzel zu gehen, damit er schnell verdorrt, spricht mich sehr an.

Hier haben wir es mit einem gerechten Fluch zu tun, den Jesus gegen die bittere Wurzel spricht.

Ein prägnanter seelsorgerlicher Ansatz, der dem Ratsuchenden den Weg aus Ablehnung heraus sehr erleichtern kann.

Deborah hat gesagt…

@mar: Mobbingstrategien sehe ich nicht als Fluch, aber sie können einen vorher gelandeten Fluch bedienen oder einen Selbstfluch auslösen.

z.B.: wenn Lehrer oder Eltern solche Böswilligkeiten wie: aus dir wird ja nie was... in das Leben eines Kindes gesprochen haben oder wenn der Erwachsene Botschaften aus dem Mobbing glaubt.

mar. hat gesagt…

@Deborah
Also gilt es, den Botschaften aus dem Mobbing nicht zu glauben und wieder Vertrauen zu fassen. Die Stellung in der Gruppe annehmen und Grenzen setzen.
Vielleicht ist es einer erwachsenen Person, die auch erst im Erwachsenen-Alter in eine Mobbing-Situation geraten ist, eher möglich umzulernen.

Bento hat gesagt…

liebe Deborah,
ha - jetzt hast du mit deinen Ausführungen von 9:15 (die ich völlig unterschreibe) grade bei mir wieder auf einen Alarmknopf gedrückt, was das Verständnis von Seelsorge betrifft. Dieses Thema schwelt schon länger bei mir und wollte längst ein Post werden...

Wie der Name schon verrät, sorgt man um und für die Seele - das ist zumindest ein vermientes Gelände, da es Teil der fleischl. Natur ist.

Die Wurzel herausreissen, heißt immer radikale Umkehr. Dann mag der Baum zwar noch eine zeitlang grün bleiben, aber er IST schon tot! Die christl. Seelsorge kann durchaus zu einer Sorge um einen toten Baum und dessen Früchte werden...

Ok - das Thema ist sicher differenzierter zu betrachten, aber das ist ein sehr interessanter Aspekt, wie ich finde!

Segen@all

Deborah hat gesagt…

@mar.: ja..Mobbing zielt immer auf die systematische Zerstörung des Selbstvertrauens und damit gegen die Wahrheit Gottes, dass er keine Versager schafft, sondern dass wir in Jesus Überwinder sind.

@bento:
Jesus war immer ein exzellenter Seelsorger und hat niemals alte Bonsais verhätschelt, sondern sie ins Meer verfrachtet... Seine Wahrheit machte die Menschen frei...

*lol* die Sonne scheint..mal zum Strand wackel und seh, ob der Meeresspiegel sich nach den heutigen Sonntagspredigten angehoben hat ;-)

Bento hat gesagt…

jo - Jesus hat das sicher alles richtig gemacht! ;-)

*lol* - ein Ansteigen des Meeresspiegels halte ich für eine etwas übertriebene Erwartung, vor allem weil Holz ja schwimmt - es wäre also eher mit mehr Treibholz zu rechnen, aber ob diese fest verwurzelten Bäume bei den heute üblichen Predigten tatsächlich in´s Meer springen, wage ich fast zu bezweifeln, denn freiwillig tun die das nicht! :-))...

jo - hier scheint auch die Sonne - PREIS DEM HERRN!!!

mar. hat gesagt…

Also ich persönlich glaube ja, dass Jesus auch alte Bonsais leben läßt - da wo Lebensraum für sie ist.
Aber bevor jetzt Missverständnisse entstehen über welches Mobbing in welcher Gemeinschaft wir nachdenken, halte ich mich zurück. :-)
Einen schönen Sonntag
und eine friedvolle Karwoche
wünsche ich allen.
Herzliche Grüße
mar.

Geier hat gesagt…

»… zielt immer auf die systematische Zerstörung des Selbstvertrauens und damit gegen die Wahrheit Gottes …«

Im Gegenteil: Die Wahrheit Gottes selbst zielt darauf, daß wir nicht mehr uns selbst vertrauen, sondern Gott. Selbstvertrauen ist ein Modell dieser Welt, und was für den Mammon gilt, gilt auch für das Ego: Niemand kann zwei Herren dienen (Mt. 6, 24; Lk. 16, 13).

Bento hat gesagt…

..naja, wenn man das Sselbstvertrauen so exclusiv versteht, wie die weltl. Sicht, dann hast du sicher recht, lieber Geier.

Am Beispiel der Selbsstliebe sehen wir ja, dass sie in den gesunden Kontext von Vater- und Nächstenliebe gehört. Auch wenn Mobbing nur "unten" ansetzten kann, kann es u.U. wohl das ganze Gefüge in´s Wanken bringen, besonders bei Christen, die sich in bezug auf ihr wahres Selbst nicht so sicher sind...

Bento hat gesagt…

Hi Mar,
"welches Mobbing, welcher Gemeinschaft" - spielt das denn eine Rolle?

Danke für Gruß und gute Wünsche -
dir auch fetten Segen!

Deborah hat gesagt…

Lieber Geier, das hast du leider falsch verstanden. Ich rede nicht von Egozentrik, wo ein Mensch die Sonne spielt und meint Gott nicht nötig zu haben.

Ich rede von Mobbing, der systematischen Zerstörung von Menschen durch Dominanz, Manipulation, Lüge, Verunsicherung über seine Fähigkeiten und sein berufliches Können,seine persönliche Identität, biblisch formuliert: Zauberei und Seelenmord. Joh 10,10a thief at work.

Geier hat gesagt…

Ich habe ja auch nichts zugunsten von Mobbing gesagt, aber wer auf sich selbst vertraut, hat ein geistliches Problem, und da kann es sogar sein, daß Gott Mobbing zuläßt (Amos 3, 6b), um das mittelfristig zu ordnen. Selbstvertrauen ist einfach keine Zielsetzung für einen geistlichen Menschen:

Gal. 6, 3: Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst.
Röm. 7, 18: Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, nichts Gutes wohnt.

nur ich hat gesagt…

Lieber Geier, mein Vater hat mich von klein auf als Stück Scheiße bezeichnet, nichts wer, und mir kein Selbstvertrauen gegeben und sonst auch gut gemobbt. Wie passt deine Definition dazu, denn ein Kleinkind ist doch noch nicht überheblich, oder ?!

Deborah hat gesagt…

Geier, wir sind hier beim Thema Ablehnung und Ausgrenzung. Das sind u.a. beliebte Methoden, Menschen fertig zu machen und ihnen ein gesundes Selbstempfinden (Selbstvertrauen, Wertverständnis, Ich-bin) zu zerstören.

Deine Definition des Wortes Selbstvertrauen teile ich nicht. Ich sage dazu Überheblichkeit.

Bei Mobbing geht es nun gerade nicht um Herabsetzung eines Überheblichen, sondern ein Überheblicher maßt sich an, einen Schwächeren von seinem Platz zu vertreiben und ihm schweren seelischen und körperlichen Schaden zuzufügen und ihn aus niederen Motiven zu demütigen.


Dein Post könnte das Verständnis aufkommen lassen: das Opfer ist selbst schuld, dass es vom Täter fertig gemacht wird, irgendwo muss doch eine versteckte Sünde sein. Hier würden dann die Täter-Opfer-Rollen vertauscht sein.

Wenn ein Blogbeitrag bzgl Überheblichkeit käme, dann wären deine angeführten Bibelverse Diskussionsgegenstand. Hier aber sind sie fehl am Platz.

Hier können wir eher von Unterheblichkeit sprechen: jemand der lernen muss, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen oder stellen zu lassen und für sich selbst das Vertrauen aufzubauen, dass er zum Licht von Gott gesetzt ist an dieser Stelle.

Jes 42,3
3 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue bringt er das Recht hinaus.

Geier hat gesagt…

Ich hatte ja nicht gesagt, das sei in jedem einzelnen Fall so, sondern ich hatte gesagt, es kann sein.

Es muß auch nicht nur die Überheblichkeit ans Kreuz, sondern das ganze Selbst (Gal. 2, 20). Das ist die Basis des Evangeliums.

Es hilft übrigens niemandem weiter, die Welt in Täter und Opfer aufzuteilen; das Leben ist meist nicht so. Gerade beim Thema des sog. Geistlichen Mißbrauchs gibt es sehr häufig (Achtung: Wenn ich häufig sage, meine ich nicht immer) eine Gegenseitigkeit. Leiter neigen dazu, Schafe in Unmündigkeit zu halten, und Unmündige suchen sich Leiter, die sie rundum versorgen, denn Mündigkeit ist anstrengend.

Deborah hat gesagt…

Wie unterschiedlich die Wahrnehmung doch ist... :-)

Ich finde Mündigkeit keinesfalls anstrengend, Jesus ist immer der beste Leiter. Sein Joch ist sanft und seine Last ist leicht.

Täter und Opfer auseinanderzuhalten ist schon wichtig, denn die Behandlung unterscheidet sich doch erheblich. Kommt nicht gut, wenn das Opfer bestraft wird und der Täter verbunden. ;-)

Geier hat gesagt…

Dann präcisiere ich mal: Mündigkeit erscheint aus der Sicht des Unmündigen anstrengend.

Jesus Punk hat gesagt…

He Bento.

Wow, was hier wieder abgeht an Kommentaren!!
Ich lese die jetzt nicht alle nach. Fand den Beitrag nur wieder mal ziemlich genial und das wollt ich dir sagen.

Ich hatte auch nicht die tolle Familie, eher ne ziemlich erdrückende Zeit... wo meine Eltern mich in ne Schablone pressen wollten, wo ich nicht rein wollte!

Als ich dann Gott kennen gelernt habe war das erstmal seltsam alles - zu wissen, der liebt mich wie ich bin und mit den Fähigkeiten die ich nun mal habe und nicht mit denen, die ich lernen sollte...

Ist ne klasse Sache und nen gutes Ding was du da durchgezogen hast mit der Jugendarbeit. Es gibt viele Kids, die es nicht packen ... irgendwie Assi werden, weil sie eben keinen haben der ihnen nen Stück weit hilft auf den korekten Weg zu kommen.

Gruß
Jesus Punk

mar. hat gesagt…

Mündigkeit wird erst durch zerstörtes Selbstvertrauen (zu) anstrengend, auch Vertrauen zu Anderen wird immer schwieriger durch negative Erwartungshaltung.
Über Verletzungen kann sicher Kontrolle behalten werden, da auf diese Weise Druck ausgeübt wird.

@bento, Der Begriff 'Mobbing' wird mittlerweile für verschiedene Auseinandersetzungen angewendet. Ursprünglich ging es darum, dass eine einzelne Person von einer Gruppe ausgegrenzt, schikaniert, gedemütigt wurde.
Jetzt ziehe ich mich aber wirklich zurück. :-)
Herzliche Grüße,
mar.

Geier hat gesagt…

Ich denke, wir reden etwas aneinander vorbei, weil es hier letztlich um zwei völlig unterschiedliche Ansätze geht: Entweder die Seele heilen, pflegen, verbessern usw. oder die Seele in den Tod geben.

Helm77 hat gesagt…

Hallo alle, habe hier einige Tage nicht hereingeschaut und jetzt sind hier gefühlte 100 Posts, die zeitlich gar nicht zu lesen schaffe. Wenn jemand Fragen diesbezüglich hat, soll er doch einfach auf meinem Blog kommentieren, der ist nicht so stark besucht, da übersehe ich die Fragen auch nicht und beatnworte sie alle.

Bento hat zwei wichtige Sachen gesagt bezühlich Flüche:

1) Ein unverdienter FLuch trifft nicht ein, sagt das wort Gottes

2) Flüche können uns sehr wohl treffen und das ist "nicht nur AT". Jesus hat uns vom Fluch des Gesetzes befreit, aber wir sind niemals AUTOMATISCH frei von allem, das ist tote Theologie, denn es braucht immer auch UNSER MITWIRKEN und UNSER EINVERSTÄNDNIS. Wir werden auch nicht automatisch gerettet, obwohl Jesus am Kreuz FÜR ALLE Menschen gestorben ist. Jesus hat am Kreuz ALLE FLÜCHE besiegt, aber es erfordert unser Mitwirken.

Oft ist es so, dass diese Flüche über Leiter oder Vorfahren weitergegeben werden, aber selbst da trifft uns dieser Fluch nicht "einfach so", sondern in der Regel ist es so, dass wir missbraucht werden oder unter so einen Leiter kommen, der gemäß diesen Flüchen handelt und Böses tut. Dann beginnen wir diesen Leiter zu RICHTEN oder zu VERURTEILEN oder auch nur SCHLECHT ÜBER IHN ZU REDEN und das reicht bereits aus, damit der Fluch auch VERDIENT über uns kommen kann. Wäre er unverdient würde er uns nicht treffen, aber wir VERDIENEN uns diese Flüche oft indem wir die Personen, die uns falsch behandeln richten, verurteilen oder ihnen nicht vergeben usw.

Deborah hat gesagt…

Nein, Geier, es wird auch keine Seele (Denkfähigkeit, Willen, Emotionsfähigkeit) in den Tod gegeben.

Alte Gewohnheiten und destruktive Haltungen müssen ans Kreuz, damit die Seele neue gottgewollte Haltungen und Gewohnheiten annehmen kann: Röm 12,2

Geier hat gesagt…

R. 12, 2 spricht erstens nur vom Denken (nous) und zweitens von einem »hinauf-neumachen« (anakainosis), das eher ein Neuerschaffen meint als ein Renovieren. Entscheidend ist hier aber Gal. 2, 20.

Sabina hat gesagt…

Lieber Bento,
zu deinem Post "ausgrenzen/ablehnen" möchte ich dir gerne sagen, dass es mir fern liegt, dich auszugrenzen/abzulehnen, weil ich mich blogmäßig dazu entschieden habe. Diese Entscheidung tat und tut mir im Herzen auch weh, zumal ich gerne jeden kleinsten Wurm in der Gemeinschaft Jesu sehen mag und dann ausgerechnet nicht auch noch "Geschwister im Herrn" ausgrenzen will.
Bei Jesus sind so viele Gebrechliche willkommen, erst Recht seine Jünger. Und gerade diese Tatsache ist ja so wundervoll bei Jesus.
Ich möchte mich öffentlich entschuldigen. Privat werden wir sicherlich noch im Gespräch bleiben ...
Sabina

Philip hat gesagt…

--- Zitat von Bento ---
Die Welt erkennt sehr deutlich, dass wir hier unserem Anspruch nicht gerecht werden, dass bei uns die selben Systeme von Ablehnung und Ausgrenzung wirksam sind, während wir das Angenommensein aus Gnade von der Kanzel predigen - und wendet sich angewiedert ab.
--- Zitat Ende ---

Hallo Bento,

wer die Liebe und Barmherzigkeit Jesu in die Welt trägt, wird von der Welt abgelehnt werden. Es ist das Los der Jünger, dass sie mit Jesus zusammen verworfen werden. Wir müssen die Wunschvorstellung hinter uns lassen, die Welt würde uns jubelnd applaudieren, wenn wir nur Jesu Lehre und Gebote befolgen würden. Das Gegenteil ist der Fall.

Außerdem kommt die größte Bedrohung der Christen aus den eigenen Reihen, die "Wölfe in Schafskleidern". Daher wird das Erscheinungsbild der Christen nie rein und makellos sein.

Also werden wir uns mit dieser Situation wohl arrangieren müssen. Wir können daran nichts ändern. Wenn wir wissen, dass das Verworfensein zur Jüngerschaft dazugehört, müssen wir nicht mehr um Akzeptanz in der Welt kämpfen. Wenn wir uns von der Last dieses vergeblichen Kampfes befreit haben, sind wir frei, um ein gottgefälliges Leben führen.

Geier hat gesagt…

Lieber Philip,

hier muß man unterscheiden: Werden wir von der Welt abgelehnt, weil wir Christus nachfolgen, ist das in Ordnung. Wenn wir aber »denen draußen« Anstoß geben, weil wir uns einfach »unmöglich verhalten«, dann ist das nicht in Ordnung, denn dann besteht die Möglichkeit, durch eigenes Versagen jemanden von Christus fernzuhalten. Das sind zwei grundverschiedene Dinge, und Bento meinte das zweite, Du aber das erste.

Bento hat gesagt…

huii - hier muss man erstmal den Überblick behalten... ;-)

also falls ich was übersehe, macht mich bitte drauf aufmerksam!

Hi nur ich - da du keine Antwort bekommen hast (?), kann ich dir nur sagen, dass mir dieses "Fluch verdienen" bzw. "unverdient" kann er nicht treffen" auch noch unklar ist und ich dazu noch keinen klaren Standpunkt habe.

Dank Frau Punk! :-)
ja, wir kennen das alle in irgend einer Form, aber wer es mit "in die Wiege gelegt" bekommen hat, hat wohl ein richtiges Problem..
wasn Segen, wenn wir DEN Vater kennenlernen, bei dem wir das echte Angenommensein erleben und wenn durch Jesus jede Wunde geheilt wird!! HALLELUJA!

ok mar. - der Begriff wird tatsächl. schon für vieles eingesetzt, meine Fragezeichen bezog sich darauf, ob es denn eine Rolle spielt "durch wen und wo" sowas passiert - es ist ja immer fatal... *winkwewinke* ;-)

Helm - danke für deinen Input.
wie gesagt, das mit "unverdient" kommt nicht von mir und muss ich noch klären, aber deine Erläuterung, dass wir durch "Richten und Verurteilen" Tür und Tor öffnen, macht Sinn - deshalb werden wir ja so eindringl. davor gewarnt...

Sabina, wofür entschuldigst du dich denn? Dafür, dass du eine Entscheidung getroffen hast, brauchst du dich nicht zu entschuldigen - wenn es nicht die richtige war, dann korrigiere es - ansonsten gerne auch privat...

ja Phillip, natürlich geht es mir nicht um Beifall und Angenommen werden von der Welt, sondern um Glaubwürdigkeit (tun was wir sagen) und dadurch die jesusmässige Anziehungskraft, die uns im jetzigen Zustand der Zerrissenheit einfach fehlt...

Deborah und Geier - danke für euren interessanten Austausch und die wichtigen Impulse daraus!
wie ich sehe kommt ihr auch ohne mich klar... :-)


Leute, ich find es sehr toll, was hier los ist und was alles in Bewegung gekommten ist - PREIS DEM HERRN!

Mir ist dabei der Gedanke groß geworden, dass nicht nur Gott selber uns jeden Mangel ausfüllt (Phil.4,19), sondern dass Er auch wunderbar dafür sorgt, dass wir untereinander mit unseren Gaben, dort helfen dürfen, wo ein anderer Mangel hat:

".. in der jetzigen Zeit diene euer Überfluß für den Mangel jener, auf daß auch jener Überfluß für euren Mangel diene, damit Gleichheit werde; wie geschrieben steht: "Wer viel sammelte, hatte nicht Überfluß, und wer wenig sammelte, hatte nicht Mangel". (2.Kor.8,14+15)

dies bezieht sich dort zwar auf materiellen Ausgleich, aber es ist ja auch ein geistliches Prinzip.

Heb 12:15 indem ihr darauf achtet, daß nicht jemand an der Gnade Gottes Mangel leide, daß nicht irgend eine Wurzel der Bitterkeit aufsprosse und euch beunruhige, und viele durch diese verunreinigt werden;


Segen

Deborah hat gesagt…

@Geier: die Engführung des Wortes nous nur auf Verstand wird der Bibelstelle nicht gerecht. Erneuerung des Sinnes ist erst mal eine Herzenshaltung des Wollens sich nach den Willen Gottes auszurichten. Das schließt den menschlichen Verstand mit ein und die Gefühle nicht aus.

soweit erstmal von meiner Seite zum Thema...sehe, dass Bento schon wieder einen interessanten Beitrag eingestellt hat und mich dahinvefüge...

Helm77 hat gesagt…

Das mit dem Verdient/Unverdient ist eigentlich recht einfach. Der Feind kann nicht "einfach so" uns fertig machen bzw uns schaden. Er braucht einen "Zugang" oder eine "offene Tür". Diese Tür können nur wir ihm öffnen oder schließen. Das ist mit verdient/unverdient gemeint, wie schon oben in einem Kommentar erwähnt wurde, kann man das auch mit "URSACHE" übersetzen. Richten/Verurteilen/Unvergebenheit/Zorn usw sind alles Dinge die dem Feind die Tür öffnen (das steht sogar wörtlich in der Bibel, da muss man noch nicht mal interpretieren).

Deswegen müssen wir uns auch "selbst verleugnen" bzw die Schuld auf uns Selbst nehmen, weil egal wie sehr andere uns verletzt haben, irgendwann haben wir - durch unsere Reaktionen auf ihre Verletzung - dem Feind die Tür geöffnet. Wir sind niemals "nur Opfer", sonst könnten wir gleich Gott auf die Anklagebank setzen.

Ein Beispiel: Wenn wir uns am Körper verletzten, zB schneiden, dann haben wir eine Wunde. Unser Körper hat aber die Kraft, diese Wunde zu heilen und das wird auch irgendwann passieren. Irgendwann wird der Schnitt zuwachsen. Wenn jetzt aber Dreck in die Wunde gerät, dann wird der Schnitt zwar zuwachsen, aber darunter wird die Wunde sich entzünden und eitern. Woran merken wir, dass die Wunde nicht richtig verheilt ist, dass darunter eine Entzündung liegt? Wenn wir auf die Stelle drücken, werden wir Schmerz verspüren.

Genauso ist es im Geistlichen. Wenn uns Menschen missbrauchen/verletzen, entstehen Wunden. Wenn wir aber auf diese Verletzungen negativ reagieren (z.B. durch Hass/Unvergebenheit/Bitterkeit/Richten) dann kommt "Eiter" in unsere Seele und die Wunde entzündet sich anstatt normal zu verheilen. Jetzt werden wir immer Schmerz verspüren, wenn jemand "genau auf diese Stelle" drückt, das heisst, wenn jemand sich auf eine bestimmte Art und Weise verhält (die uns vielleicht an die Person erinnert, die uns verletzt hat) oder bestimmte Worte sagt usw.

David betet in Psalm 139: "Prüfe mich...und sieh, ob ich auf bösem Wege bin" - wortwörtlich steht da: "Prüfe mich...und sieh, ob in mir ein Weg ist, der zum Schmerz führt."

Helm77 hat gesagt…

zum Begriff "nous", der meistens mit "Sinn" übersetzt wird und nicht mit Denken. Der Begriff beinhaltet das Denken, meint aber mehr als nur den Verstand. Daher haben die meisten Übersetzer sich entschieden, denn Begriff mit "Sinn" wiederzugeben.

Der "Sinn" ist der Bilderrahmen, innerhalb dessen das Denken stattfindet. Wir alle sind von bestimmten Maßstäben geprägt, die unser Denken in Bahnen leiten. In diesem Sinne ist das Wort "Nous" zu verstehen. Es ist demnach unbewusster, im Hintergrund, aber es bestimmt, in welchen Bahnen wir denken und in welchen nicht.