Dienstag, 9. März 2010

Was steht denn da? (Jak.5,14ff)

Gestern bekam ich eine Anfrage mit dem Link zu einem amerikanischen Blog, der Andrew Wommack als "Irrlehrer" entlarven möchte. Der Blogger gibt sich wirklich sehr viel Mühe und postet stundenlang Bibelstellen, die angeblich Andrews Aussagen wiedersprechen. Damit das auch immer gelingt, werden die Zitate von Andrew alle aus ihrem Zusammenhang heraus, und ohne Quellenangabe angeführt...

Nunja, ich wurde also gefragt, was ich davon halte und habe mir dann mal das erste "Argument" genauer betrachtet.

Da steht -
Andrew Wommack sagt:
"Du brauchst Heilung? Du hast einen Tumor? Bete nicht zu Gott wegen dem Tumor, spreche selber zum Tumor!"

Nun, diese Aussage hat wirklich die "Handschrift" von Andrew und bezieht sich auf solche Stellen wie:

"Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein das mit dem Feigenbaum Geschehene tun, sondern wenn ihr auch zu diesem Berge sagen werdet: Werde aufgehoben und ins Meer geworfen! -so wird es geschehen."
(Mat 21:21)

Ok - der Blogbetreiber scheint diese Stelle nicht zu kennen, oder jedenfalls zu ignorieren und setzt der Aussage von Andrew die Schriftstelle in Jakobus entgegen, nach dem Motto A.W. sagt dies, Gott sagt aber das:

"Ist jemand krank unter euch? Er rufe die Ältesten der Versammlung zu sich, und sie mögen über ihn beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn. "
(Jak.5,14)

So, dann schaun wir doch mal genauer hin und ohne die Brille des Inquisators...

Da heißt es zunächst mal deutlich, dass die Ältesten "über ihn" beten sollen und nicht "für ihn"! Das "beten" ist hier das griech. Wort ""proseochomai" - dieses Wort bedeutet eben nicht "Fürbitte" sondern "anbeten" - also Gott die Ehre geben. Es ist sehr oft i.d.Bibel erwähnt, dass wir grade in Schwierigkeiten Gott loben sollen, denn Gott gebührt alle Ehre - ganz egal, ob es uns nun gut oder schlecht geht!

Das, was den Kranken dann aber tatsächlich aufrichtet, wird jedoch erst in V. 15 genannt (diese "Feinheit" ist dem eifrigen Irrlehrenforscher wohl auch entgangen...)

"Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken heilen, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden."

Was hier als "Gebet" übersetzt wird, ist "euché" und bedeutet u.a. soviel wie "geweihte Verpflichtung"!
"pistis" ist Glauben, und so kommen wir zum "Gebet des Glaubens" - das griechische Wort hat aber auch noch ganz andere Bedeutungen und enthüllt bei genauer Betrachtung unser doch sehr enges Verständnis von diesem Begriff - es bedeutet nämlich genauso "Überzeugung" und wird auch in Verbindung mit dem Ziel des Glaubens, der Wahrheit, selber zu "lebendige Wahrheit".

Na das ist doch mal interessant - oder?

Somit kann man diese Schriftstelle durchaus auch folgendermassen lesen:

Die Ältesten sollen über dem Kranken Gott anbeten und Ihm die Ehre geben, und dann haben sie die geweihte Verpflichtung die lebendige Wahrheit in voller Überzeugung über ihm auszusprechen - und SO wird dem Kranken geholfen / geheilt und Gott wird ihn aufrichten!

WOW - schon stark, wie sehr unsere Theologie unser Bibelverständnis prägt!




(Gebet für eine krebskranke Frau - Quelle: "Der Weg")

Übrigens wird dann in der Folge noch auf ein biblisches Vorbild für so ein "Gebet des Glaubens" hingewiesen, das Elias sprach, von dem extra betont wird, dass er "ein Mensch von gleichen Gemütsbewegungen war, wie wir" (also ein Mensch wie du und ich!!) und dass sein ersnstliches Gebet bewirkte, dass es 3 Jahre und 6 Monate nicht regnete - bis er dann nochmal betete und es wieder anfing zu regnen! (V.16+17)

Was für ein Vorbild für vollmächtiges Gebet ohne Zweifel und voller Glauben!

Jakobus schließt seinen Brief dann mit einer Mahnung, nicht von d(ies)er Wahrheit abzuirren und die Verirrten wieder zurück zu führen:

"Meine Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abirrt, und es führt ihn jemand zurück, so wisse er, daß der, welcher einen Sünder von der Verirrung seines Weges zurückführt, eine Seele vom Tode erretten und eine Menge von Sünden bedecken wird."
(Jak.5,19+20)

Doch wir erleben eher das Gegenteil: Anstatt dass Kranke ihre Ältesten mit dieser Intention und in diesem Glauben an ihr Lager rufen, werden Geschwister, die "das Gebet des Glaubens" sprechen, oft noch misstrauisch beäugt, oder schlichtweg abgelehnt.

Der Dienst, abgeirrte Geschwister (unter euch!) aus ihrer Verirrung zurück zu führen, wird meißt auch nicht grade bejubelt, da es nunmal ein Merkmal des Irrtums ist, dass man denkt, man wäre auf dem richtigen Weg. Traditionen und jahrhundertelange theologische Prägungen tun ein Übriges. Folglich geraten solche Geschwister meist durch die, denen sie eigentlich helfen wollen, sehr unter Druck...

Doch es lohnt sich jedenfalls genau hin zu schauen, wenn man wirklich wissen will:

Was steht denn da?

***

Kommentare:

Deborah hat gesagt…

Danke...passt genau im Anschluß an den Traum, den Input von Gott und was so abgeht. :-)

Bento hat gesagt…

gerne,
..stimmt, passt ja tatsächlich (die Anfrage kam aus Frankreich von einer mir bisher völlig Unbekannten) - scheint wohl alles im "flow" zu sein :-)..

Segen

GELI hat gesagt…

Ich bin vor ca. einer Woche auf das Hörbuch von Wommack gestoßen und ich kann nur sagen, dass er den Menschen hilft, das zu nutzen, was sie von Gott bekommen haben.
In einfachen Worten erklärt er wie Gott meint, wie wir uns Verhalten sollen, bei Krankheit und Not etc...
ER macht einfach nur darauf aufmerksam, dass die Kinder Gottes Autorität bekommen haben und kein Bettlerdasein führen müssen.

Auch du lieber Bento bist ein Segen, du bist auch ein Meister der einfachen Worte. Danke und weiter so!

Vielleicht interessiert die www.:

Hörbücher von Andrew Wommack

http://www.awme.net/country_germany/resources.html

LG

Apassionata hat gesagt…

In meiner Lutherbibel steht "Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen,und der Herr wird ihn aufrichten..." Helfen und Aufrichten muß nicht Gesundung heißen. Was für ein Krampf, daß man dann denkt, daß man vielleicht nicht genug geglaubt hat. Gott erhört unsere Gebete eben oft ganz anders als wie wir uns das wünschen. Für mich ist Glaube, daß wir Gottes unerklärlichen Wege einfach annehmen.(Im Übrigen kann in der Jakobusstelle mit Heilung die Sündenvergebung und das Ausgesöhntsein mit Gott gemeint sein.)

flunra hat gesagt…

Danke Beto für Deine Übersetzung aus dem Griechischen von Jakobus. Das beflügelt weiter danach zu handeln und den Sieg Jesu über jeder Krankheitsmacht auszurufen, die uns schädigen will oder es schon getan hat.
Das Sprechen zu dem Berg ist richtig und Jesus hat es bei der Schwiegermutter des Petrus auch getan. Er bedrohte das Fieber und sie stand auf und diente ihnen.
Für manche ist das Gebet nur ein Platzebo(Medizin ohne Wirkstoff). Sie brauchen es und gleich geht es ihnen besser. Am nächsten Tag das gleiche Lied. Nach dem einer gebetet hat, geehts wieder besser, doch sie werden nie geheilt von ihrer Plage. Sie können sich keinen Tag vorstellen, wo nicht einer für sie betet.
Wir aber sprechen die Wurzel des Übels an und verbieten ihr dem Menschen weiter zu schaden in dem mächtigen Namen Jesu. Die Geister sind manchmal schwerhörig und wollen nicht gehen, dann müssen wir sie wieder auffordern es zu tun. Tritt gar kein Erfog ein dann empfiehlt Andrew Wommack: Ursachenforschung durch den Heiligen Geist, der die Ursache des Übels sicher kennt. Nach seinen Hinweisen zu handeln, bringt dann dem Hilfesuchenden die Befreiung.
Wichtig ist auch, nicht schematisch vor zu gehen, sondern sich inmmer vom Heiligen Geist leiten zu lassen, denn es geht immer um eine Berührung Gottes mit dem Hilfesuchenden. Er soll die Liebe Gottes erfahren und nicht das Handeln eines Menschen.

Bento hat gesagt…

Hi Geli,
willkommen auf meim Blog und schön, dass du Blumen mitbringst! :-)
ja, unsere "Mentalität" ist oft noch weit entfernt vom "Gotteskind"...

(Andrews Seite ist auch in meiner sidebar verlinkt)

liebe Apassionata,
ja das alte und immer neue Thema...
ich will jetzt nicht ausschweifen und wieder darüber reden, dass es nicht um großen oder "genug" Glauben geht (Senfkorn genügt!) und dass unsere Zweifel das eigentl. Problem sind...
aber ich möchte kurz das griech. Wort "sozo" hier erwähnen, dass durchaus sowohl mit "helfen", als auch mit "heilen" übersetzt werden kann, dessen Bedeutung aber noch viel weiter geht -
Aufgepasst! :-) ...es bedeutet auch "retten - befreien - beschützen - bewahren - guttun - ganzmachen - wiederherstellen" uswusw...- dementsprechend wird es auch immer wieder anders übersetzt - letztlich bedeutet "sozo" aber genau das Gesamtpaket, dass uns Jesus aus dem Himmel als Geschenk mitgebracht hat und für das Er gestorben ist:
"Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, das Verlorene zu erretten." Mat 18:11
und jetzt rate mal, was da im O-Text für ein Wort steht?... richtig!! :-)


Lieber Flunra,
deine Beiträge sind wirklich ein Segen!
ja, du sprichst wichtige Punkte an:
Manche wollen ständig neu "befreit" werden und von gesalbten Leuten die Hände aufgelegt bekommen, ohne ernsthaft ihr Leben zu ändern...
Doch Jesus hat uns nicht in unseren Sünden befreit, sondern VON unseren Sünden! - daher auch der Hinweis hier im Zusammenhang: "Wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden"... interessant, wie hier Krankheit und perönliche Schuld in einem Atemzug genannt werden!

Es geht auch nicht um Schema "F", denn auch Jesus tat nur, "was er den Vater tun sah" - es ist so wichtig, das Reden des Geistes zu hören und zu verstehen, damit wir wissen, was zu tun ist!


Segen euch!

Apassionata hat gesagt…

Heute in der Bibelstunde meinte unser Pastor, daß wir alle Charismatiker seien, weil Charisma von mir jetzt sinngemäß verstanden das Gnadengeschenk heißt, und Jesus ist ja das Gnadengeschenk an uns. Jesus, von dem ich mir wünsche, daß ER mir Heil in meinen Arbeitsalltag bringt, eine andere Blickrichtung, wo ich mehr Zeit für die Patienten finden.

Anonym hat gesagt…

...bento, klasse Post!

Rene Ahrens hat gesagt…

Ist Wom,mack nun ein Irrlehrer?
(sorry die frage aber für mich kommt es nicht klar durch