Freitag, 1. Mai 2009

Eine neue Lehre mit Vollmacht?

Diese Frage stellen sich die Menschen, als Jesus zu Beginn seines Wirkens den ersten Besessenen heilt. Es lohnt sich, sich diesen "unreinen Geist" mal genauer anzusehen, den Jesus da vertreibt, denn es handelt sich keineswegs um jemanden, der wie ein Irrer nackt in Höhlen lebt und die Menschen bedroht - die Gefahr sieht hier ganz anders aus.

Dieser besessene Mensch ist am Sabbat in der Synagoge und möchte vermutl. gerne nach seiner Gewohnheit den Gottesdienst feiern. Gesang, Lesungen, Auslegung und Rituale, damit der Tradition Genüge getan wird, gemäß den religiösen Überlieferungen und Gesetzten. Doch dann kreuzt Jesus plötzlich auf in der Kraft des Geistes und allen ist sofort klar: Hier geht es nicht um Tradition, hier redet jemand in Vollmacht und spricht zu den Herzen der Menschen. Das ruft diesen unreinen Geist in dem Menschen auf den Plan und der steht auf und schreit laut in die Versammlung hinein:

"Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazareth? Du bist gekommen uns zu vernichten. Ich weiß wer du bist: Der Heilige Gottes!"

(Mk.1,24)

Oh - ein Glaubensbruder, ein Bekennender, der weiß, wer Jesus ist - würden nun wohl viele denken, doch die Angst und Agression verrät die "Unreinheit" seiner Worte. Es geht ihm nicht um Jesus und Bekenntnis, sondern er weis, dass sein Stündlein geschlagen hat "du bist gekommen, uns zu vernichten". Jesus zögert auch keinen Augenblick und fängt nicht etwa an zu diskutieren, sondern er bedroht diesen Geist und sagt: Halt die Klappe und fahre aus von ihm!

Kommt dir sowas bekannt vor?

Kennen wir nicht auch diese religiösen Geister, die Menschen in Besitz nehmen und die nur darauf aus sind, dass alles so bleibt, wie es ist und schon immer war? Die in Ruhe ihre Gottesdienste feiern wollen und die sofort laut aufschreien, wenn der frische Wind des Geistes in Bewegung kommt? Ja, es ist das Ende dieser Geister, wenn die Vollmacht des Heiligen Geistes auf den Plan tritt - sie wissen wer Jesus ist, aber sie wollen nur von ihm aus den Schriften hören und ihre Rituale durchziehen um ihr Gewissen zu beruhigen und dann ihr eigenes Leben weiterleben zu können...

Wir sollten uns nicht so schnell täuschen lassen, sondern solchen Geistern Einhalt gebieten! (diese Viecher sind nämlich übel ansteckend und können eine ganze Gemeinde befallen und lahmlegen...) Jesus hat das jedenfalls gleich getan und ich denke, wir sollten uns prüfen und nicht denken -ach, der/die ist halt so- sondern uns in solchen Fällen jesusmässiger verhalten. Dieser unreine Geist jedenfalls schrie noch etwas rum, aber verließ den Menschen dann -

er wurde frei!

Die es miterlebten staunten nicht schlecht und fragten sich:

"Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht?"

(Mk.1,27)

Ja genau!!

***

Kommentare:

Apassionata hat gesagt…

Aber dieses an alten Sitten und Gebräüchen("Das war schon immer so") festhalten, das kennen wir doch. Wenn auch sehr doof, das muß doch nicht immer vom Bösen sein. Gibt es doch zwanghafte, engherzige Menschen. Über Manches kann man ja nachdenken, aber Ohren auf Durchzug stellen ist dann vielleicht gesünder, bequemer für beide Seiten als sich für Nichts und wieder Nichts zu streiten. Im Übrigen:"Der Geist weht wo er will, und nur ER kann alte verkrustete Denke aufbrechen und Neues schaffen." Das glaube ich zutiefst, und das macht mich dann auch gelassen.

windhauch hat gesagt…

Das ist natürlich eine etwas gewagte Interpretation: Den Menschen mit dem unreinen Geist mit einem frommen Traditionalisten gleichzusetzen. Der Text sagt nur, dass jemand mit unreinem Geist in der Synagoge war, seit wann er da ist, was er dort wollte und wie seine religiösen Überzeugungen waren wird nicht gesagt.
Aber auch ohne diese Überspitzung wird dein Punkt in der Geschichte deutlich: Hier geschieht durch Jesus sehr viel mehr als in so manchem traditionellen Synagogengottesdienst. Die Leute sind entsetzt über diese Lehre in Vollmacht.

Aber ich finde Apassionata sagt das sehr gut: Die alten Sitten müssen ja nicht immer an sich schlecht sein. Nicht jede Tradition ist an sich schon schlecht und nicht jede Neuerung in der Gemeinde ist automatisch gut und geistgewirkt. Und manchmal kann auch die Ablehnung aller Tradition zu einer Tradition werden... ;) Wichtig ist, dass wir IHM Raum lassen - sei es beim Bewahren von lebendiger Tradition oder beim Zerbrechen von toter Tradition.

Bento hat gesagt…

na klaro Apassionata und Windhauch,
Sitten und Gebräuche sind an sich nicht gleich vom Bösen!

Der Geist ist der Einzige, der neues Leben bringt und Er weht wo er will - das ist richtig, ich würde es aber nicht willkürlich verstehen, denn Er will mit Sicherheit in den Kindern Gottes und der Gemeinde kraftvoll wehen!
Und Hand aufs Herz: Genau das wird ihm oft genug aufgrund von Traditionen verwehrt...

aber nein, streiten sollten wir wirklich nicht! Wenn wir nichts Besseres haben, dann haben wir eh nichts, was jmd. vom erstarrten Geist befreien könnte.

hmm - eigentl. wollte ich ja weitgehend zustimmen und "einlenken", denn Tradition = schlecht und Neuerung = gut, das wäre wirklich zu flach - aber ich bin nunmal berühmt für meine gewagten und überspitzten Interpretationen...
;-))

..also wenn ich jetzt so weiter drüber nachsinne, kann ich eigentl. NICHTS an der Lehre Jesu finden, was uns auffordert, "christl. Traditionen" aufzurichten - oder? Selbst Mahl und Taufe erscheinen mir i.d. Berichten der Apg. entritualisiert und spontan abzugehen.

Dazu sehe ich überall nur Aufforderungen, alles liebgewordene aufzugeben und sich IHM täglich in völliger Hingabe auszuliefern, damit der Geist durch uns wirken kann:
"Laß die Toten ihre Toten begraben und folge mir nach / der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen könnte / wer seine Familie mehr liebt als mich.." uswusw. - wenn das mal nicht die ultimativen Traditionsbrüche sind...

sabina hat gesagt…

... was hier auf alle Fälle auf Erden spannend bleibt ist der Spagat zwischen "seine Familie mehr liebt als mich ... " und "liebt eure Frauen (ich meine hier kann man auch Männer einsetzten), wie Christus seine Gemeinde liebt."

... wobei man fairer Weise auch sagen muss: "mehr als" hat eine andere Bedeutung als "gleiche Liebe wie Christus"

***

ich bin ja nun auch jemand, der entdeckt, dass Tradition auch hinderlich sein können, wenn sie blockieren. Schaut man aber einfach mal schlicht nach, was das Wort "Tradition" bedeutet, dann steht bei Wiki "Überlieferung, Übergabe, hinübergeben".
DAS ist ja nichts verkehrtes, dass macht jeder von uns und auch Jesus überliefert uns die Bergpredigt und wenn es Menschen mittels Heiligen Geist nicht bis heute getan hätten, wäre sie weniger aktuell. Auch fordern uns Überlieferungen auf in Gemeinschaft und im Gebet zu bleiben etc, etc.

Was jetzt aber krankt, ist die Art wie der Mensch es ausschmückt, bzw. die Gesetzlichkeit der Menschen, WIE sie einzelne Überlieferungen als unabdingbar bestimmen.

Sitten und Gebräuche haben auch was schönes, so wie am frühen Morgen es die Tasse Kaffee ist und die Stille um zu hören.

Stef hat gesagt…

Es geht doch nicht einfach um Traditionen bzw. Gepflogenheiten an sich (die können gut oder schlecht sein), sondern ob wir das lehren und tun, was Gottes Wille ist - egal ob das Altes oder Neues ist.

@Bento:
Hier noch ein Hinweis auf ein paar Bibelstellen, die uns darauf hinweisen, an guten bzw. richtigen, d.h. apostolischen "Traditionen" (besser gesagt Überlieferungen) festzuhalten:

Paulus an die Korinther: "Ich lobe euch, dass ihr in allem an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe.". (1.Kor 11,2/EÜ)

Paulus an die Thessalonicher: "Seid also standhaft, Brüder, und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief." (2. Thess 2,15/EÜ)

und

"Im Namen Jesu Christi, des Herrn, gebieten wir euch, Brüder: Haltet euch von jedem Bruder fern, der ein unordentliches Leben führt und sich nicht an die Überlieferung hält, die ihr von uns empfangen habt. (2. Thess 3,6/EÜ)

Jesus hat im Übrigen lediglich die falschen, von Menschen abgeänderten Überlieferungen scharf kritisiert und verworfen. Damit gilt Jesu Kritik also nicht nur den Änderung der "biblischen" Lehre in der Vergangenheit (menschliche "Traditionen"), sondern auch der Gegenwart und Zukunft (menschliche Neuerungen)!

Da sich heute so ziemlich alle auf den Hl. Geist berufen und man nicht so einfach nachprüfen kann, ob es wirklich der Hl. Geist war, der da wirkt oder doch eher die eigenen Wünsche und Einbildungen, sind Neuerungen an sich nicht automatisch besser als alte Traditionen.
Wie gesagt, es zählt das, was Gott (und nicht der Mensch) will. Man muss also nach seinem Willen leben und seinen Willen auch (korrekt) lehren. Wie man Gottes Willen herausfinden kann ist ein anderes (aber auch sehr wichtiges) Thema.

Stef hat gesagt…

In meinem letzten Kommentar kam vielleicht nicht so klar 'rüber, was ich mit "menschlichen Traditionen" meine:
Ich denke, dass Jesus zwischen Traditionen bzw. Überlieferungen unterscheidet, die von Gott stammen bzw. von Ihm autorisiert wurden/sind und Traditionen bzw. Überlieferungen, die von Menschen herrühren ohne Gottes Autorisierung (d.h. menschengemachte Traditionen/Verfälschungen ohne göttlichen Ursprungs).

Meines Erachtens ist es wichtig, dass man alles prüft und das Gute behält (1. Thess 5,21) und nicht automatisch jede Neuerung für besser als das Alte hält.

Ich bin sehr für Reformation im Sinne einer Korrektur, die den Zustand wieder herzustellen sucht, der Gottes Wille entspricht. Ich bin sehr dafür, dass man als Christ kreativ ist und nach immer neuen Wegen sucht, um den christlichen Glauben besser und gottgefälliger leben zu können. Ich bin mir aber auch im Klaren, dass man aufpassen muss, dass man das Gute - selbst bei guter Absicht - verlieren kann und stattdessen eigene Vorstellungen einbringt, die Gottes Willen widersprechen. Die Spaltungen in der Christenheit zeigen ganz eindeutig, dass nicht jede Neuerung Gottes Wille war (bzw. des Hl. Geistes). Denn Gott verurteilt Spaltungen im Leib Christi ganz klar (siehe z.B. 1. Kor 1,10).

sabina hat gesagt…

nachvollziehbare und gute Ausführungen Stef.

Bento hat gesagt…

Moinmoin,

wie kommen wir hier nur auf diese Tradition kontra Neuerung-Debatte?

Es geht natürlich einzig darum, den Willen Gottes zu erkennen (geschieht u.a. durch Überlieferung) und dann zu tun (geschieht durch Offenbarung und Überwindung aus der Kraft d. Geistes) - denke da sind wir soweit alle einig.

Was ich in dem Post herausstellen will und diese Begebenheit m.E. auch deutlich macht, ist: Der dämonische Geist kommt nicht immer "satanisch" daher, sondern oft genug im religiösen Gewand und will "bewahren". Wir verstricken uns dann gerne in lange Diskussionen - das verhärtet meist nur weiter, niemand wird befreit und es führt am Ende zu Spaltungen, die keiner will.

Worauf ich aufmerksam machen möchte ist, dass wir es mit einer Lehre der Vollmacht zu tun haben und nicht der besseren Argumente!.....

Ok, ich habe die Story dazu etwas ausgemalt und interpretiert - aber ich sehe genau diese Art von "Antigeist" sehr oft in Gemeinden und er wird weder erkannt noch vertrieben, sondern beherrscht sogar die Szene...

...denke hier tut es manchmal Not, keine neuen "Flicken" auf alte Gewänder zu nähen und den neuen Wein nicht in alte Schläuche füllen zu wollen.

Segen

Anonym hat gesagt…

aber ich sehe genau diese Art von "Antigeist" sehr oft in Gemeinden und er wird weder erkannt noch vertrieben, sondern beherrscht sogar die Szene...

da hast du (leider ) recht...

ich habe es ja vor ort mit den traditionellen gemeinden versucht, die sich weder auf uns noch wir auf sie einlassen konnten. mal was neues ? nein, nein, lieber in der alten trettmühle, dem kuschelclub bleiben und ihr passt euch bitte an... wie wollt ihr nicht ts ts dann müsst ihr mal sehen das ihr was anderes macht...
wenn der dämon nicht rausgelassen werden soll, dann lass uns bitte eins sein : Ein Störfaktor wieder der Tradition

andichrist

Patrick hat gesagt…

sie wissen wer Jesus ist, aber sie wollen nur von ihm aus den Schriften hören und ihre Rituale durchziehen um ihr Gewissen zu beruhigen und dann ihr eigenes Leben weiterleben zu können...Das hat mich jetzt sehr angesprochen, da ich diese Verhaltensweise bei mir sehr oft beobachten kann.

Was meint ihr, wieviel eigener Wille, und wieviel Geist Gottes ist hier nötig, um genau diese Verhaltensweisen zu durchbrechen?

99% Geist, 1% eigene Entscheidung?

Bento hat gesagt…

Hi Patrick,
danke für deine Offenheit!

Also ich würde sagen: 100%ig überführt sein vom Geist und dann 100%ige Entscheidungen treffen, damit der Geist 100% wirksam sein kann...

das Thema fordert einfach alles!

Segen

Stef hat gesagt…

@alle:
Was meint Ihr eigentlich mit dem "Wirken des Hl. Geistes" konkret?
Welche Veränderungen wollt Ihr in den Gemeinden durchführen?
Welche werden blockiert?

Bento hat gesagt…

@ Stefan -

es geht nich darum, was "wir" wollen und es gibt eben Geister (Geisteshaltungen), die das Wirken des Hl.Geistes be- oder verhindern..

dieses bei sich selber und Geschwistern zu erkennen, zu benennen und zu überwinden -
that´s the whole point!

Segen

Stef hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Stef hat gesagt…

@Bento:
Ja und was heißt das nun konkret?
Hast Du da ein Beispiel vielleicht?

Bento hat gesagt…

sag mal Stefan - weist du wirklich nicht wovon ich rede?...

also hier ein relativ "harmloses" Beispiel:
Jmd. will in einer Gemeinde einen Straßeneinsatz in der Fußgängerzone durchführen, um Evangelium zu verkünden und mit Menschen in´s Gespräch zu kommen.
Ein "erfahrener Bruder" meint: "Sowas haben wir schonmal gemacht und es hat nix gebracht." Daraufhin wird diese Aktion nicht durchgeführt.

Was meinst du Stefan:
Welcher Geist hat den Bruder bewogen und die Gemeinde aufgehalten? Woher weis er so genau, dass es "nix gebracht" hat und deshalb auch diesmal nix bringen wird? Welche Geisteshaltung hat hier gesiegt? Menschliches Ermessen oder Vertrauen auf die Wirksamkeit des Geistes?..

Stef hat gesagt…

@Bento:
Sowas kenne ich auch.
In der Baptistengemeinde, in der wir früher waren (in der wir nebenbei auch ganz tolle engagierte Christen kennengelernt haben), gab es eine "Regelung", dass man grundsätzlich kein "Straßenevangelisation" durchführen sollte (zumindest nicht offiziell im Namen der Gemeinde).
Der Grund war wohl, dass man dem Ansehen der Gemeinde durch zu aufdringliche Aktionen nicht schaden und niemanden "an den Karren fahren wollte". Wir fanden das damals auf jedenfalls doof.
Nur was hat das (zwingend) mit dem Hl. Geist zu tun?
Jeder Mensch/Gemeinde hat eben so seine Vorstellungen, Ansichten und auch "Fehler". Ist der Hl. Geist automatisch "auf meiner Seite", wenn ich einen evangelistischen Vorstoß mache und die anderen nicht mitziehen?
Ich würde mal sagen, dass eben unterschiedliche Menschen gibt. Manche sind eher ängstlich und introvertiert, andere aufgeschlossener und unternehmungslustiger.
Natürlich sollte man sich nicht gegenseitig "ausbremsen" in der Liebe zu Gott und den Menschen. Andererseits muss man eben auch Rücksicht nehmen auf die "Schwächeren" und vor allem Parteiungen/Spaltungen vermeiden (denn das wäre sicherlich gegen den Hl. Geist).
Es haben sich schon Gemeinden gespalten, weil sie sich uneins waren, ob man eine Missionsgesellschaft gründen darf oder nicht (denn von Missionsgesellschaften steht ja nix in der Bibel...).

sabina hat gesagt…

Bei dem Stichwort "Kuschelclub" von Andi, fällt mir etwas weniger geistliches ein, dennoch schaut mal, wo Parallelen sind:

Jede Firma heut zu Tage muss zusehen, dass sie innovativ bleibt und wird. Ständig hat man sich zu fragen, ob man so noch weiter machen kann und/oder was das Jahresziel, ja sogar das Wochenziel ist. Ein Meeting jagt das andere und bleibt die Kreativität und der Einsatz auf der Strecke, bleibt auch die Firma auf der Strecke. Was sagt der Trend, was sagt die Zeit usw.usf ... nur wir in den Gemeinden meinen, die Zeit ist stehen geblieben und wenn schon von Montag bis Samstag da draußen alles hektisch und unverständlich ist, dann bitteschön doch die alte Gewohnheit und die alte gute Zeit zum Ausruhen am 7. Tag genießen, da wo die Welt noch in Ordnung scheint. Mag sein, dass das hier etwas hinkt und nicht geistlich und auch theologisch erscheint, was ich schreibe. Dennoch frage ich mich oft, warum wie "stehen bleiben".

Wellness ist gut und schön, ich genieße es auch, jedoch: ist das wirklich Leben im Überfluss? Nein!

Stef hat gesagt…

So wie es aussieht geht es hier wohl darum, was es heißt voll Hl. Geistes als Christ zu leben im Gegensatz zu einem nur oberflächlichen religiösem Christsein, oder?

Die von Bento zitierte Stelle in Mk 1,23-29 hat damit aber nichts zu tun (sorry, Bento, aber Deine Auslegung ist nicht nur grenzwertig, sondern m.E. einfach willkürlich, um Deine persönliche Meinung zu begründen; das hat mit fundierter Bibelauslegung leider nix mehr zu tun).

Was schlagt Ihr denn konkret vor? Muss ein "geisterfüllter" Christ immer gleich aufsehenerregende Action zu machen? Können das nicht auch ganz stille und kaum sichtbare Taten der Nächstenliebe und Barmherzigkeit sein? Kann Gebet z.B. nicht im ganz "traditionellen" Rahmen im Gottesdienst stattfinden. Leise für sich z.B.?
Für mich sind Menschen wie Mutter Theresa ein Beispiel. Sie hat ihr Leben lang den Armen gedient. Ohne großes Aufsehen erregen zu wollen. Sie fühlte sich schwach und von Gott verlassen und hat dennoch weiter gemacht. Ihr Gottesdienst war ihr eigenes Leben.

Ihr habt natürlich völlig Recht, wenn Ihr "tote" Rituale ablehnt. Aber was ist mit Ritualen, die nicht "tot" sind? Die aus ehrlichem Herzen und tiefer Gläubigkeit getan werden?
Kann man von außen immer erkennen was im Inneren eines Menschen los ist? Oder was er unter der Woche tut?
Die Taufe z.B. ist ein christliches Ritual. Dennoch werdet Ihr wohl kaum deren grundsätzliche Wirksamkeit bestreiten wollen, oder?
Oder eine Hochzeit. Zumindest eine kirchliche Hochzeit ist ja voll von Traditionen und Ritualen. Muss deshalb die Eheschließung inhaltsleer und oberflächlich sein?

Ich weiß jetzt nicht, ob Ihr versteht, was ich meine. Vielleicht könnt Ihr ja auch noch ein paar konkrete Beispiele nennen, damit klar wird, was Ihr eigentlich genau kritisiert.

Bento hat gesagt…

@ Stef

ja genau das ist der Krampf - man will niemandem auf den Schlips treten und immer schön unauffällig bleiben - von wem kommt das nur? Von Jesus und den Aposteln jedenfalls nicht und damit ist es auch keine geistliche Einstellung - vom Geist bewegt sein heißt doch: Ich frage nicht nach meinen Befindlichkeiten, meiner intro oder extromanie, nach meinen Vorlieben und Abneigungen - sondern nach dem Willen Gottes!

..und man braucht dazu auch wirkl. keine Missionsgesellschaften zu gründen - die Gemeinde IST eine MG!

@ Sabina

der Vergleich mit einer "Firma" und dem "Zeitgeist" ist nat. wirkl. problematisch - viele Kirchen beauftragen mittlerweile Maketing-Profis um ihr "Produkt" unter die Leute zu bringen, das halte ich für daneben...

aber wir dürfen und sollten die ewige Botschaft schon zeitgemäss rüberbringen -
genau dafür gibt´s ja die Volxbibel ;-))...

@ Stef -
..sehe grade kommt ein weiterer Komment von dir rein, meiner bezieht sich noch auf deinen vorigen...

Bento hat gesagt…

ist klar Stefan,

man kann natürl. leise oder laut sein - das ganze Programm - und es gibt auch keinen Geigerzähler, der die "Geistlichkeit" eines Menschen oder einer Tat anzeigt - es gibt aber die Gabe, die Geister zu unterscheiden und meine Überlegungen zu Mk.1 beziehen sich u.a. darauf, woran man den unreinen Geist hier erkennen kann.

btw - villt. solltest du mal einen Unterschied machen, zwischen einem Gedankengang und einer Bibelauslegung und dann nochmal überlegen, ob meine Aussage wirkl. "einfach willkürlich" ist.

Wir haben ja auch das Beispiel der Wahrsagerin, die den Aposteln hinterher rennt und ruft, sie seinen Boten der Wahrheit.
Ich fürchte und weis, dass sich von sowas viele blenden lassen. Wer strebt heute nach der Gabe, die uns sowas klar unterscheiden lässt?

Geistl. zu leben, heißt im geistl. Kampf zu stehen!- dazu sind die Gaben des Geistes erforderlich, aber davon sehe ich recht wenig und so bleibt meist nur Gleichgültigkeit, das vielzitierte Wellness-Christsein oder das sture Festhalten an toten Traditionen - DAS kritisiere ich!

Helm hat gesagt…

In 1. Petrus 1:19 steht:

"ihr seid erlöst von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel"

Auf deutsch: Wir sind von dem unnützen Lebensstil unserer Vorfahren (auch genannt Tradition) errettet. Halleluja.

Alles was uns in der Tradition drin halten will, kommt aus der Hölle.

Im Königreich der Tradition gibts ne ganze Menge Dämonen (Neid, Streitsucht/Kritikgeist, Hass, Lästern, Verleumdung...) und ich kann euch hier bestätigen dass das Dämonen sind, weil ich sie habe ausfahren sehen. Nicht nur bei anderen, auch bei mir. Zum Glück treibt Jesus solche Dinger heute auch noch aus, sonst wäre ich am Arsch.

Bento hat gesagt…

H A L E L U J A ! :-)