Sonntag, 26. August 2012

Das moderne (reduzierte) Evangelium

 Heute wird nach einer mehr oder weniger feurigen "Jesus liebt dich-Predigt" gerne mal zum Abschluß noch schnell "Jesus angenommen" und ein "Übergabegebet" nachgeplappert - diese Art von "moderner Evangelisation" greift wie eine Seuche überall um sich. Sie produziert i.d.Regel bestenfalls ein Strohfeuer und bringt wohl nur in seltenen Fällen echte Nachfolge hervor.

Das Ganze basiert auf einer reduzierten Form von Verkündigung, in der wichtige Teile "amputiert" worden sind, wie etwa die tatsächliche Gotteserkenntnis bzw. Sündenerkenntnis, damit auch die Notwendigkeit der Buße (Umkehr) und das Abwenden vom "alten Leben", auch verzichtet man gerne auf die Machterweise Gottes und deshalb auch auf Heilung und Befreiung, und besonders gerne wird die Taufe einfach unterschlagen - ein simpler und eindeutiger Auftrag Jesu, die zum Glauben gekommenen Menschen durch die Taufe zu Jüngern zu machen, wurde durch Traditionen und theologisches Gezerre bis zur Unkenntlichkeit verschüttet!

Wenn es also bei dieser Art von "moderner Evangelisation" um die Frage geht, wie man errettet wird, ist daher einer der beliebtesten Verse dieser hier:

"Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus!"
(Apg.16:31)

Aha, da steht es doch - so einfach ist das!

...ja, das steht da, doch was war tatsächlich geschehen?


1. Christen beten und lobsingen trotz ihrer misslichen Lage (in einem finsteren Verließ die Füße im Block zu haben, ist nicht sehr komfortabel) und loben Gott vor allen Anwesenden:

Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und die Gefangenen hörten sie.
(V.25)



2. Das machtvolle Eingreifen Gottes setzt die Gefangenen frei:

Plötzlich aber entstand ein großes Erdbeben, so daß die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und alsbald öffneten sich alle Türen, und die Bande aller wurden los.
(V.26)

3. Der Kerkermeister erwacht aus seinem Schlaf und realisiert, dass er eigentlich des Todes ist:

Da erwachte der Kerkermeister aus dem Schlaf, und als er die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er das Schwert und wollte sich töten, weil er meinte, die Gefangenen seien entflohen.
(V.27)

4. Die befreiten Gefangenen fliehen nicht, sondern achten das Recht und das Leben der anderen (des Kerkermeisters) höher, als ihre eigene Freiheit:

Aber Paulus rief mit lauter Stimme und sprach: Tue dir kein Leid an; denn wir sind alle hier!
(V28)

5. Ein bis dahin brutaler Kerkermeister (und er war bestimmt kein zimperlicher Geselle - siehe z.B. V.24) erkennt die Größe Gottes in alledem, verlangt nach Licht in der Dunkelheit und demütigt sich zutiefst mit Furcht und Zittern:

Da forderte er ein Licht, sprang hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder.
(V.29)

6. Der nun radikal veränderte Kerkermeister führt die Menschen selber hinaus, deren Gefangenschaft er mit harten Mitteln durchgesetzt hatte, und entgegen dem ausdrücklichen Befehl der Obrigkeit, er erkennt dass er Errettung braucht und stellt die entscheidende Frage selber:

Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muß ich tun, damit ich errettet werde?
(V.30)

7. Nun kommt die Antwort auf die Frage, was einem solchen Menschen noch fehlt, um gerettet zu werden:

DER GLAUBE AN JESUS!

(s.o. V.31)

8. Der Kerkermeister erfährt nun die Frohe Botschaft im Wort des Evangeliums, dessen machtvolle Wirksamkeit er ja bereits erlebt hat:

Und sie redeten das Wort des Herrn zu ihm und allen, die in seinem Hause waren.
(V.32)

9. Er nimmt die Männer Gottes in sein Haus auf, versorgt die Wunden, die er und andere ihnen zugefügt haben, und lässt sich und alle, die durch das Wort zum Glauben gekommen sind

SOFORT TAUFEN:

Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen ab; und er wurde getauft, er und alle die Seinigen alsbald.
(V.33)


10. Er führt die Männer, die er bis vor Kurzem noch für gewöhnliche Verbrecher hielt, in´s Obergemach seines Hauses, hat mit ihnen fröhliche Tischgemeinschaft und preist Gott gemeinsam mit den Brüdern und seiner ganzen Hausgemeinschaft:

Und er führte sie hinauf in sein Haus, deckte den Tisch und frohlockte, daß er mit seinem ganzen Hause an Gott gläubig geworden war.
(V.34)


Wir sehen also, wie einfach es ist errettet zu werden...



Ja, Glaube ist der Schlüssel - doch damit ist keine "intellektuelle Zustimmung" unseres in einem günstigen Momment überzeugten Verstandes gemeint, sondern das lebendige, kraftvoll wirksame Vertrauen in das Wort und die Macht Gottes, der  uns durch Jesus in aufopfernder Liebe die ErLösung aus der Finsternis in das Licht Seiner Herrlichkeit eröffnet und bei dem es keine leeren Worte gibt:


Und der auf dem Throne saß sprach: 
Siehe, ich mache alles neu.
 Und er spricht zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind gewiß und wahrhaftig. 
Off.21:5 


***



Hier ist noch ein weiterer Beitrag über die
Bollwerke
die sich gegen eine biblische Bekehrung erheben.

Kommentare:

Alexander Brinkmann hat gesagt…

Ganz mein Reden. Wie sagt Paul Washer: Man wird ja auch nicht vom LKW angefahren, ohne dass das irgendwelche Spuren hinterlässt. Genaus komisch finde ich, wenn Menschen an Gott glauben, aber da ist ihrem Leben nichts, woran das deutlich wird. Ich glaube, bei vielen steckt da sowohl Angst als auch Stolz hinter. Angst um sein "Seelenheil", wenn man herausfindet, dass man überhaupt keine Verbindung zu Gott hat. Und Stolz, das vor anderen zuzugeben. Statt aber ehrlich zu sich selbst und Gott zu sein, klammert man sich lieber noch fester an die Dogmen.

Bento hat gesagt…

Hallo Alexander -
danke für deinen Kommentar, ja, der Stolz ist ein Riesenthema!
Segen