Montag, 29. Oktober 2012

Christ oder Nachfolger?

"Christen" ist eine Bezeichnung aus der Welt für die Jünger Jesu!

Es begab sich aber, daß sie ein ganzes Jahr in der Gemeinde beisammen blieben und eine beträchtliche Menge lehrten, und daß die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden.
(Apg.11:26)

Agrippa aber sprach zu Paulus: Es fehlt nicht viel, du überredest mich, daß ich ein Christ werde.  
(Apg.26:28)

NIEMALS bezeichnet sich in der Schrift irgend jemand selber als Christ, und nur EIN EINZIGES MAL werden Nachfolger so genannt:

Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall.  
(1.Pet.4:16) 

Hier geht es im Zusammenhang um "die Leiden Christi" und daher steht an dieser Stelle auch der direkte Bezug zum "Christus".

Denn gleichwie die Leiden Christi sich reichlich über uns ergießen, so fließt auch durch Christus reichlich unser Trost.  
(2.Kor.1:5) 

Die Leiden Christi sind zwar ein untrennbarer Bestandteil der Nachfolge und kommen aus der Welt über uns, sie sind aber keineswegs die "Hauptsache" der Nachfolge!

Warum sollten wir uns also selber so nennen? 

Wir sind doch vielmehr Kinder Gottes, wir sind Erben der Herrlichkeit uswusw...

..und in Bezug auf Jesus sind wir Schüler unseres Herrn, weil wir auf Seine Stimme hören und ihm nach-folgen!

Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach.

(Joh 1:37) 

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach.
(Joh 10:27)
 
Jesus hat uns auch nicht befohlen "Christen" zu machen (das hört sich so nach einem "fertigen Produkt" an), sondern vielmehr Jünger (das sind Schüler / Lernende / Nachfolger) - und das ist ein (lebenslanger) Prozess!

Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe.
(Mat 28:19,20a) 

Wer also kein Lernender bleibt und innerhalb des Leibes (die Gemeinde) in allem wächst was uns Jesus (das Haupt des Leibes) sagt, der mag zwar ein "Christ" genannt werden, aber er ist eben kein Jünger Jesu...

Die Wahrheit festhaltend in Liebe, laßt uns in allem heranwachsen zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.
(Eph 4:15) 


***

Ich bin mir selbstverständlich über die Bedeutung des Begriffs Christus als "der Gesalbte" im Klaren, und dass auch wir mit dem Heiligen Geist gesalbt sein müssen, um überhaupt Nachfolger sein zu können. Dennoch bin ich der Ansicht, dass wir diesen Begriff vermeiden sollten, denn er steht heute eben für alles andere, als für eine vom Geist erfüllte Nachfolge...

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Obama oder Romney?

Meine lieben amerikanischen Freunde und Leser,
bitte vergesst es nicht bei all dem Trubel:



(egal wer Präsident ist, Jesus ist König!)

Geliebte, da es mir ein großes Anliegen ist, euch von unsrem gemeinsamen Heil zu schreiben, halte ich es für notwendig, euch zu schreiben mit der Ermahnung, daß ihr für den Glauben kämpfet, der den Heiligen ein für allemal übergeben worden ist. Es haben sich nämlich etliche Menschen eingeschlichen, für die schon längst folgendes Urteil geschrieben worden ist: «Gottlose, welche die Gnade unsres Gottes in Ausgelassenheit verkehren und den 
EINZIGEN HERRSCHER
 und Herrn, Jesus Christus, verleugnen.» 
(Jud.1:3+4) 

***

Freitag, 28. September 2012

Bezahlte Pastoren und andere geistliche Dienste (Teil 2 - Einwände näher betrachtet)

Der vorangegangene Post hat erwartungsgemäss einigen Widerspruch ausgelöst.

Dieses Thema ist jedenfalls von allgemeinem Interesse und betrifft praktisch alle Versammlungen. Ich möchte daher im Folgenden noch einige relevante Bibelstellen näher beleuchten, die in diesem Zusammenhang gerne dafür herangezogen werden, die heute übliche Praxis der Lohnzahlungen für geistlichen Dienst zu rechtfertigen.


Andere Gemeinden habe ich beraubt und von ihnen Sold genommen, um euch zu dienen;
2.Kor.11:8

Paulus wurde für eine bestimmte Aufgabe von einer Gemeinde unterstützt - sowas ist völlig ok und hat überhaupt nichts mit dem Thema zu tun, das ich angesprochen habe. Das wird auch sehr deutlich, wenn man seine Aussage im Zusammenhang liest:

Oder habe ich Sünde getan, indem ich mich selbst erniedrigte, damit ihr erhöht würdet, daß ich euch unentgeltlich das Evangelium Gottes verkündigt habe?
Andere Gemeinden habe ich beraubt und von ihnen Sold genommen, um euch zu dienen; und als ich bei euch war und Mangel litt, bin ich niemand beschwerlich gefallen; denn meinem Mangel halfen die Brüder ab, die aus Mazedonien kamen; und in allem habe ich mich gehütet, euch zur Last zu fallen, und werde mich ferner hüten.
2.Kor.11:7-9

im Übrigen prangert er ja hier grade die Verführung durch falsche Apostel an, die sich überheben und die Gemeinde "aufzehren und ausnehmen" und stellt dem seine eigenes Verhalten und seine Entbehrungen entgegen...

Ihr ertraget es ja, wenn jemand euch knechtet, wenn jemand euch aufzehrt, wenn jemand von euch nimmt, wenn jemand sich überhebt, wenn jemand euch ins Gesicht schlägt...
2.Kor.11:20

In diesem Zusammenhang sind die Aussprüche aus Vers 8 wohl eher ironisch zu verstehen."unentgeltlich das Evangelium Gottes verkündigt ... andere Gemeinden habe ich "beraubt" und von ihnen "Sold" genommen, um euch zu dienen;"  - Paulus macht soetwas gerne, besonders wenn es um das Thema gesunde Lehre und Geld geht.

...Menschen, welche verdorbenen Sinnes und der Wahrheit beraubt sind und die Gottseligkeit für eine Erwerbsquelle halten, von solchen halte dich ferne!
Es ist allerdings die Gottseligkeit eine bedeutende Erwerbsquelle, wenn sie mit Genügsamkeit verbunden wird.
1.Tit.6:5,6


Paulus war jedenfalls nirgendwo fest angestellt oder erhielt einen "Lohn", wie es heute so häufig der Fall ist - er bekam und nahm nur dann Geld von den Geschwistern, wenn ein best. Bedarf dafür war - also wenn er aus irgend einem Grund nicht selber für seinen Lebensunterhalt sorgen konnte, wie er das sonst jedenfalls tat:

Wir haben auch nicht umsonst bei jemand Brot gegessen, sondern mit Mühe und Anstrengung Tag und Nacht gearbeitet, um niemand von euch zur Last zu fallen.
2.Thess 3:8

Ihr wißt selbst, daß für meine Bedürfnisse und für diejenigen meiner Gefährten diese Hände gesorgt haben.
Apg.20:34


Eine weitere Schriftstelle wird auch gerne herangezogen:

Also hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkündigen, verordnet, vom Evangelium zu leben.
1.Kor.9:14 

Das entscheidende Wörtchen, dass hier fast alle gängigen Bibeln mit "vom" übersetzten ist das griech. "ek" - es ist eine primäre Präposition, eine "Erkennung der Herkunft" und hat allgemein die Bedeutung "aus / nach / unter".
Wer das Evangelium predigt, soll also aus, bzw. nach oder unter dem Evangelium leben. Das macht Sinn.

Was genau bedeutet das nun bezgl. der Frage nach den leiblichen Grundbedürfnissen von Nahrung, Kleidung und Unterkunft? Sollen diese gesichert sein, DAMIT wir das Evangelium predigen, oder werden sie gesichert sein, WEIL wir das Evangelium predigen? Das Gesamtzeugnis der Schrift legt mit Sicherheit nahe, die zweite Antwort richtig ist.

So seid nun nicht besorgt, indem ihr saget: Was sollen wir essen? oder: Was sollen wir trinken? oder: Was sollen wir anziehen? denn nach allem diesem trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr dies alles bedürfet. Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles hinzugelegt werden.
Mt.6.31-33

Bedenken wir nur, dass Jesus das Trachten nach und das Sorgen um die leiblichen Bedürfnissen als ein heidnisches Tun branntmarkt (Vers 32), kann man schnell erkennen, dass "nach dem Evangelium zu leben" eine völlig andere Bedeutung haben muss, als die Absicherung der Grundbedürfnisse eines Arbeiters im Weinberg sicherzustellen.
Vielmehr bedeutet es, ganz im Vertrauen auf Sein Wort den Dienst im Reich Gottes zu tun, und der Vater wird sich dann um die leiblichen Bedürfnisse kümmern.

Wie genau geschieht das denn?
Gott wird ja nicht immer Wachteln vom Himmel regnen lassen...

Gemäss dem Vorbild des Paulus, dass wir gehalten sind nachzuahmen, ist dies zuallererst einmal die eigene Versorgung und die der Mitarbeiter durch die eigenen Hände Arbeit zu ermöglichen und sicherzustellen. Ist dies in gewissen Fällen nicht möglich (z.B. durch einen Aufenthalt im Gefängnis oder sonstige Bedrängnisse), so hat Paulus auch keine Probleme damit "Mangel" zu leiden:

Ich weiß sowohl erniedrigt zu sein, als ich weiß, Überfluß zu haben; in jedem und in allem bin ich unterwiesen, sowohl satt zu sein als zu hungern, sowohl Überfluß zu haben als Mangel zu leiden.
Php.4.12

Andererseits ist in solchen Fällen selbstverständlich die Gabe der Geschwister willkommen und ein "Wohlgeruch" vor Gott (Vers 18).

Dies alles  ist ein völlig normales, biblisch oft bezeugtes Geschehen:

 So diene euer Überfluß ihrem Mangel diese teure Zeit lang, auf daß auch ihr Überfluß hernach diene eurem Mangel und ein Ausgleich geschehe; 
2.Kor.8:14

All das hat also überhaupt nichts damit zu tun, dass irgendjemand von irgendjemandem für "geistliche Dinenste" bezahlt wird!

...

Gerne wird auch diese Stelle hier zitiert:

Denn die Schrift sagt: "Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden", und: "Der Arbeiter ist seines Lohnes wert".
1.Tit.5:18

Schon ein Blick auf den Zusammenhang macht sehr deutlich, dass es auch hier nicht um die leibliche Versorgung geht:

 - Die Ältesten, welche wohl vorstehen, laß doppelter Ehre würdig geachtet werden, sonderlich die da arbeiten in Wort und Lehre.
Vers 17

Es geht also um Ehrerbietung, nicht um materielle Dinge - denn:

Wenn aber jemand für die Seinigen und besonders für die Hausgenossen nicht sorgt, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlechter als ein Ungläubiger.
(Vers 8)

Aha!
Diese Aussage allein ist eigentlich schon dazu geeignet, den ganzen unwürdigen Handel im Hause Gottes zu beenden und auch jeder Diskussion darüber, was hier gut und rechtens ist, ein Ende zu bereiten!

Lediglich die "Witwen", also diejenigen, die keinen Versorger haben, sie sollen von einem Gläubigen (Familienmitglied) mitversorgt werden - und nur, falls sie wirklich niemanden sonst haben der ihnen helfen kann, sollen sie in den Genuß der Hilfeleistung und Versorgung durch die gesamte Gemeinde kommen:

 Wenn ein Gläubiger oder eine Gläubige Witwen hat, so leiste er ihnen Hilfe, und die Versammlung werde nicht beschwert, auf daß sie denen Hilfe leiste, die wirklich Witwen sind.
1.Tit.5:16

Dies ist auch die biblische Grundlage für Sammlungen in den Gemeinden:
Sie sollen den Hilfsbedürftigen zugute kommen, denn dies ist Teil des wahren Gottesdienstes!

Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Drangsal besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt erhalten.
Jak.1:27 

Es ist schon sehr krass, wie sich heute soviele geistliche Leiter bedenkenlos in dieser wichtigen Frage der Versorgung, mit den Denkweisen der Welt beflecken und gewillt sind, den Stand eines Ungläubigen oder einer mittellosen Witwe ohne Familie einnehmen - und das wird in den Versammlungen als völlig normal angesehen.

Dies alles kann man nur als völlige Verwirrung bezeichnen, eine Fehlentwicklung und eine Verkehrung der geistlichen Grundlagen einer neutestamentlichen Gemeinde.


Jesus selber macht es sehr deutlich, dass der geistliche Dienst absolut nichts mit einem Dienst für Geld gemeinsam hat:

Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. 
Mat 6:24

***

Mittwoch, 26. September 2012

Bezahlte Pastoren und andere geistliche Dienste

..sind ein heikles Thema, denn sie werden heute fast überall als "normal" angesehen.

Selbstverständlich soll jeder Bedarf gedeckt sein - nur die Frage ist: 
Wie kommt das zustande und was ist eigentlich unser "Bedarf"??

Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen!
(1.Ti 6:8)

Auch wenn es uns so unendlich "unrealistisch" erscheint:
Jesus selber war uns hierin nicht nur ein leuchtendes Vorbild, er machte auch sehr deutlich, um was wir uns tatsächlich zu kümmern haben, und was uns (dann!) von unserem himmlichen Vater hinzugefügt werden wird:

So seid nun nicht besorgt, indem ihr saget: Was sollen wir essen? oder: Was sollen wir trinken? oder: Was sollen wir anziehen? denn nach allem diesem trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr dies alles bedürfet.
  Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.

(Mat 6:31-33)

Weil und wenn wir aber keine neutestamentliche und geistgewirkte Gemeinde sind, die nach biblischem Vorbild lebt und handelt -

Alle Gläubigen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; die Güter und Habe verkauften sie und verteilten sie unter alle, je nachdem einer es bedurfte.
 (Apg.2:42-45 - siehe auch 1.Kor.14:25 uva.),

...müssen wir eben auf die "bewährten Methoden" dieser Welt, oder die Statuten des Alten Bundes (Gesetz) zurückgreifen und ein vom "Zehnten" (feste Abgaben) bezahltes Priestertum etablieren.

Deutlicher kann man den geistl. Bankrott und die faktische Gleichstellung mit der Welt wohl nichtmehr dokumentieren, und dabei auch dem ausdrücklichen Wort des Herrn widersprechen:

Heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Aussätzige, treibt Dämonen aus; 

umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt.
(Mt.10:8):

Abgesehen davon, dass der Dienst der meisten "Hauptamtlichen" heute in den seltensten Fällen den ersten Teil (Auftrag) von diesem Wort Jesu erfüllt, so sind mindestens genauso selten solche zu finden, die den zweiten Teil (Art und Weise) auf sich beziehen würden...

Könnte es vielleicht sein, dass der auffällige Mangel an geistlicher Autorität z.B. über die unreinen Geister (Dämonen) genau damit zusammenhängt, dass wir Jesu Vorgabe hier so vehement misschten?

Stattdessen haben wir bezahlte Performer, die für ihre Dienste vom Publikum Geld annehmen - das ist dann u.U. zwar unterhaltsam wie im Theater oder im Kino, aber es ist der Tod jeder geistlichen Leiterschaft, (deren Aufgabe und Legitimation darin besteht, dass ALLE in die Fülle des Geistes gelangen - Eph.4:11-14) - und es ist somit in aller Regel auch das Ende neutestamentlichen Gemeindelebens.




Auch wenn wir uns schon so sehr an die Akteure / Publikum - Situation gewöhnt haben:
Gott hat einen anderen Plan und andere Mittel!

Dienet einander, JEDER mit der Gabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfachen Gnade Gottes:
 (1.Pet.4:10).

Auch wenn es oft noch "sehr lebendig" aussieht (Livemusik, Vorträge mit Overhead-Projektoren in angenehm klimatisierten Räumen usw), wenn nicht die Gabe eines JEDEN im Gemeindeleben aktiv werden kann und wird, ist es sicher nicht das geistliche Leben aus Gott!


Paulus hat auch noch etwas interessantes zum Thema beigetragen:

Denn ihr selbst wisst, wie ihr uns NACHAHMEN sollt; denn wir haben nicht unordentlich unter euch gewandelt,
noch haben wir von jemand Brot umsonst gegessen, sondern wir haben mit Mühe und Beschwerde Nacht und Tag GEARBEITET, um nicht jemand von euch beschwerlich zu fallen.
Nicht daß wir nicht das RECHT DAZU HÄTTEN, sondern auf daß wir uns selbst euch zum VORBILD gäben, damit ihr uns NACHAHMT. 

(2.Thess. 3:7-9)

Man beachte:
Bei Paulus handelte es sich um einen überregionalen Dienst mit Reisetätigkeit usw.
Dass Älteste, Diakone, Hirten oder Lehrer innerhalb einer Versammlung ein "Gehalt" für ihren Dienst bezogen haben, ist mind. aufgrund dieser Mahnung völlig auszuschließen und als eine Fehlentwicklung zu betrachten.
***

Gelegentlich habe ich hier auf dem Blog schon zu diesem Thema geschrieben und in einem 2.Teil werde ich noch die üblichen Einwände genauer unter die Lupe nehmen.

Dienstag, 28. August 2012

Prophetischer Traum 2


Ich sitze mit meiner Familie am Tisch. Eine alte Nachbarin kommt vorbei und geht mit schmerzverzerrtem Gesicht eine Treppe hinunter. Sie habe Arthrose wird mir gesagt. Ich bekomme auf´s Herz zu ihr zu gehen und ihr die Hände aufzulegen und zu beten, was ich auch tue. Ein Gebet in der Kraft Gottes mit Handauflegung. Es ist ein Ringen mit den Mächten, die diese Frau beherrschen. Meine Hand und das schmezende Knie werden sehr heiß und die Frau ist dann geheilt.

Große Freude und Dankbarkeit erfüllen mein Herz!

Etwas erschöpft, aber erfüllt von Freude und Hl.Geist gehe ich die Treppe wieder hinauf, wo mir eine religiöse Schwester sehr erbost entgegenkommt und mich fragt, ob ich nicht mitbekommen habe, was ich meiner Mutter damit angetan hätte, denn sie musste sich übergeben, weil ich da mit Geistern hantieren würde uvm...

Ich versuche zu erklären, dass ich nur tue, was Jesus uns aufgetragen hat und dass es deshalb der Heilige Geist sei, der hier wirksam ist. Doch sie will es nicht hören und verstehen, sondern macht mich weiter für den schlechten Zustand meiner Mutter verantwortlich...

....

Was für ein hammerstarker und prophetischer Traum!

Wie oft tun wir nicht, was Jesus sagt und der Geist uns aufträgt, weil wir die Reaktion der Menschen fürchten und wir mit der leiblichen Natur in Streit geraten...

JESUS; bitte nimm ALLES aus unseren Herzen was uns hindern will und schenke voll ein, damit wir stets im Geist wandeln und der Vater verherrlicht wird!
 

Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch; diese widerstreben einander, so daß ihr nicht tut, was ihr wollt.
Gal 5:17

***



Vor Jahren hatte ich schonmal einen ähnlichen Traum. Danach geschahen große Veränderungen in meinem Leben...

Montag, 27. August 2012

"nachgesalzen"

Durch Rückmeldung wurde mir klar, dass das "Ironische" am Ende des letzten Blogartikels wohl nicht ganz eindeutig war und damit der gesamte Beitrag mißverstanden werden konnte.

Ich habe den Artikel daher nochmal überarbeitet und etwas "nachgesalzen"

Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt..
Kol.4:6b 


*

Sonntag, 26. August 2012

Das moderne (reduzierte) Evangelium

 Heute wird nach einer mehr oder weniger feurigen "Jesus liebt dich-Predigt" gerne mal zum Abschluß noch schnell "Jesus angenommen" und ein "Übergabegebet" nachgeplappert - diese Art von "moderner Evangelisation" greift wie eine Seuche überall um sich. Sie produziert i.d.Regel bestenfalls ein Strohfeuer und bringt wohl nur in seltenen Fällen echte Nachfolge hervor.

Das Ganze basiert auf einer reduzierten Form von Verkündigung, in der wichtige Teile "amputiert" worden sind, wie etwa die tatsächliche Gotteserkenntnis bzw. Sündenerkenntnis, damit auch die Notwendigkeit der Buße (Umkehr) und das Abwenden vom "alten Leben", auch verzichtet man gerne auf die Machterweise Gottes und deshalb auch auf Heilung und Befreiung, und besonders gerne wird die Taufe einfach unterschlagen - ein simpler und eindeutiger Auftrag Jesu, die zum Glauben gekommenen Menschen durch die Taufe zu Jüngern zu machen, wurde durch Traditionen und theologisches Gezerre bis zur Unkenntlichkeit verschüttet!

Wenn es also bei dieser Art von "moderner Evangelisation" um die Frage geht, wie man errettet wird, ist daher einer der beliebtesten Verse dieser hier:

"Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus!"
(Apg.16:31)

Aha, da steht es doch - so einfach ist das!

...ja, das steht da, doch was war tatsächlich geschehen?


1. Christen beten und lobsingen trotz ihrer misslichen Lage (in einem finsteren Verließ die Füße im Block zu haben, ist nicht sehr komfortabel) und loben Gott vor allen Anwesenden:

Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und die Gefangenen hörten sie.
(V.25)



2. Das machtvolle Eingreifen Gottes setzt die Gefangenen frei:

Plötzlich aber entstand ein großes Erdbeben, so daß die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und alsbald öffneten sich alle Türen, und die Bande aller wurden los.
(V.26)

3. Der Kerkermeister erwacht aus seinem Schlaf und realisiert, dass er eigentlich des Todes ist:

Da erwachte der Kerkermeister aus dem Schlaf, und als er die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er das Schwert und wollte sich töten, weil er meinte, die Gefangenen seien entflohen.
(V.27)

4. Die befreiten Gefangenen fliehen nicht, sondern achten das Recht und das Leben der anderen (des Kerkermeisters) höher, als ihre eigene Freiheit:

Aber Paulus rief mit lauter Stimme und sprach: Tue dir kein Leid an; denn wir sind alle hier!
(V28)

5. Ein bis dahin brutaler Kerkermeister (und er war bestimmt kein zimperlicher Geselle - siehe z.B. V.24) erkennt die Größe Gottes in alledem, verlangt nach Licht in der Dunkelheit und demütigt sich zutiefst mit Furcht und Zittern:

Da forderte er ein Licht, sprang hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder.
(V.29)

6. Der nun radikal veränderte Kerkermeister führt die Menschen selber hinaus, deren Gefangenschaft er mit harten Mitteln durchgesetzt hatte, und entgegen dem ausdrücklichen Befehl der Obrigkeit, er erkennt dass er Errettung braucht und stellt die entscheidende Frage selber:

Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muß ich tun, damit ich errettet werde?
(V.30)

7. Nun kommt die Antwort auf die Frage, was einem solchen Menschen noch fehlt, um gerettet zu werden:

DER GLAUBE AN JESUS!

(s.o. V.31)

8. Der Kerkermeister erfährt nun die Frohe Botschaft im Wort des Evangeliums, dessen machtvolle Wirksamkeit er ja bereits erlebt hat:

Und sie redeten das Wort des Herrn zu ihm und allen, die in seinem Hause waren.
(V.32)

9. Er nimmt die Männer Gottes in sein Haus auf, versorgt die Wunden, die er und andere ihnen zugefügt haben, und lässt sich und alle, die durch das Wort zum Glauben gekommen sind

SOFORT TAUFEN:

Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen ab; und er wurde getauft, er und alle die Seinigen alsbald.
(V.33)


10. Er führt die Männer, die er bis vor Kurzem noch für gewöhnliche Verbrecher hielt, in´s Obergemach seines Hauses, hat mit ihnen fröhliche Tischgemeinschaft und preist Gott gemeinsam mit den Brüdern und seiner ganzen Hausgemeinschaft:

Und er führte sie hinauf in sein Haus, deckte den Tisch und frohlockte, daß er mit seinem ganzen Hause an Gott gläubig geworden war.
(V.34)


Wir sehen also, wie einfach es ist errettet zu werden...



Ja, Glaube ist der Schlüssel - doch damit ist keine "intellektuelle Zustimmung" unseres in einem günstigen Momment überzeugten Verstandes gemeint, sondern das lebendige, kraftvoll wirksame Vertrauen in das Wort und die Macht Gottes, der  uns durch Jesus in aufopfernder Liebe die ErLösung aus der Finsternis in das Licht Seiner Herrlichkeit eröffnet und bei dem es keine leeren Worte gibt:


Und der auf dem Throne saß sprach: 
Siehe, ich mache alles neu.
 Und er spricht zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind gewiß und wahrhaftig. 
Off.21:5 


***



Hier ist noch ein weiterer Beitrag über die
Bollwerke
die sich gegen eine biblische Bekehrung erheben.

Freitag, 17. August 2012

Gibt es heute noch Propheten? (Teil 3 - Die Praxis)

In den vorangegangenen Beiträgen habe ich versucht einen eher ungewohnten Blick auf das Thema Prophetie zu eröffnen, jenseits der bekannten Sicht, dass ein Prophet Zukünftiges vorhersagt.

Doch alle theoretische Betrachtung bleibt grade hier ein "Trockenschwimmen" ohne Wasser und letztlich zählt nur die Praxis.

Ich möchte daher noch ein paar Erlebnisse als Beispiel anfügen.


Da war z.B. eine unvergessliche Begebenheit im vergangenen Jahr, als ich in Bielefeld in der Gemeinde "Hütte Davids" zu Gast war.

Ich war sehr freundlich bei meinem langjährigen Bloggerfreund Helmut aufgenommen worden und wir verbrachten ein sehr intensives Wochenende zusammen. Am Samstag vor dem Schlafen bat ich Gott noch darum, mir klar zu zeigen, was Er für mich hier vorbereitet hatte - es waren verschiedene Themen "im Raum", die nach klaren Antworten verlangten.

In dieser Nacht hatte ich dann einen seltsamen Traum:
Ich saß in einer fröhlichen Runde mit meinen portugiesischen Nachbarn am Tisch und begann irgendwie abfällig über andere Leute zu reden. Die Atmosphäre wurde dann sehr unangenehm und plötzlich merkte ich, dass ich über meine mit am Tisch sitzenden Nachbarn ablästerte...

..dieser Traum war mir am Morgen noch sehr bewusst, ich wusste allerdings überhaupt nicht, was er zu bedeuten hatte, denn wir haben hier ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu allen unseren Nachbarn.

Am Nachmittag in der Versammlung begann Greg Violi dann über das Thema Nächstenliebe zu reden und wodurch sie blockiert und verhindert wird - über tief im Herzen verborgenen Stolz, der oft über Generationen völlig unbewusst an die Kinder weitergegeben wird. Nationalstolz, Verachtung von Schwächeren, Abwertung von andersartigen Menschen usw. Während er so predigte, überführte mich der Heilige Geist von der Wahrheit meines Traumes - dass ich tatsächlich eine gewisse Überheblichkeit gegenüber den Portugiesen im Herzen hatte!

NIEMALS hätte ich je gedacht, dass soetwas in mir ist!
Das war wirklich heftig und nur durch diese Verbindung von Predigt und Traum wurde mir das so glasklar offenbart!

Ich halte sowohl den Traum, als auch die Predigt in dieser Sache für prophetisch, denn ich hätte tausend Predigten dieser Art hören können und hätte es wohl stets weit von mir gewiesen, dass solche Dinge in meinem Herzen sind.

In der 6 stündigen Versammlung gab es ohnehin noch heftige Wirksamkeit des Geistes undspäter gab ich noch Zeugnis von der Offenbarung und bekannte meine Herzenshaltung vor der Gemeinde - so wurde ich von dieser Sache nicht nur überführt, sondern auch befreit!

Gelobt sei Gott der Vater und Jesus unser Retter, der uns durch den Heiligen Geist in alle Wahrheit leitet!

"Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, daß ich von meinem Geiste ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben."
(Apg.2:17)

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Eine andere Begebenheit:

Wir kommen Morgens in unsere Versammlung (etwa 60 Geschwister plus Gäste) und bei der Begrüßung fragt mich eine Schwester, was ich denn auf dem Herzen habe. Zunächst verneine ich, denn ich habe eigentlich nur auf dem Herzen, mit unseren Geschwistern zusammen Gott die Ehre zu geben. Doch sie läßt nicht locker. Daraufhin überlege ich, was es sein könnte und es fällt mir ein, dass wir durch eine Steuernachzahlung ziemlich in Bedrängnis sind. Ich erzähle der Schwester davon und sie fragt, wieviel es denn sei und dann fährt sie sofort(!) zum nächsten Bankautomaten und gibt mir genau den fehlenden Betrag!

Man wird leicht verstehen, dass der Lobpreis an diesem Tag besonders tief und ungehindert war!


Ein anderes Mal rede ich mit einem Bruder, der getrennt von seiner Frau lebt, aber beide kommen mit den beiden Kindern in unsere Versammlung.

Beim Gebet bekomme ich dann plötzlich völlige Klarheit über den Willen des Vaters für die Wiederherstellung dieser Ehe und proklamiere es laut über dem Bruder - spreche in der Kraft des Geistes in sein Leben...

Als wir uns das nächste Mal begegenen, ist die Familie wieder vereint!

HALLELUJA!!

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Noch eine andere Begebenheit finde ich auch sehr stark.

Mein Freund Martin Dreyer geht in Köln das erste Mal in ein neues Fitness-Studio.
Bei dem Gespräch mit dem Trainer kommt auch die Frage auf, was Martin denn so mache und er erzählt u.a. von dem Volxbibel-Projekt.

Daraufhin der Trainer:
"Ich habe früher auch mal an Gott geglaubt, aber jetzt schon lange nicht mehr."
Martin: "Ja, sie waren früher bei den Zeugen Jehovas und ihre Eltern sind es heute noch!"
Beide waren völlig baff wegen dieser Worte aus Martins Mund und es ergab sich daraufhin noch ein längeres Gespräch über den Glauben, der Trainer bekam eine Volxbibel geschenkt usw...

Eindeutig ein prophetisches Wort, denn Martin konnte das überhaupt nicht wissen!

Und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen.
(Apg.2:18)

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In diesem Sinne halte ich vieles für prophetisch, was direkt durch Worte, Träume, Begebenheiten oder auch den Klarblick geistgeleiteter Geschwister in unser Leben spricht und uns von der Wahrheit überführt - also von der Realität Gottes und Seines Sohnes und was Er
GRADE JETZT
für uns auf dem Herzen hat.


Wo keine Weissagung ist, wird das Volk zügellos; aber wohl ihm, wenn es das Gesetz bewahrt!
Mit bloßen Worten erzieht man sich keinen Knecht; denn wenn er sie auch versteht, so beugt er sich doch nicht darunter.
(Spr.29:18,19)


Den Geist dämpfet nicht,
die Weissagung verachtet nicht;
(1.Thess.5:19,20)


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Montag, 13. August 2012

Gibt es heute noch Propheten? (Teil 2)

Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
Mat 7:15

Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.
Mat 24:24

Wir alle sollten Jesu Warnungen vor den falschen Propheten sehr ernst nehmen, denn es sind etliche davon unterweg!
Es ist aber eine traurige Tatsache, dass diese Schriftstellen für viele Christen die Wichtigsten geworden sind, wenn es um das Thema Propheten geht.

Selbstverständlich kopiert und fälscht der Feind alles, um die Nachfolger zu verunsichern und in die Irre zu leiten, doch er tut das nur, weil er weis

wie machtvoll das Echte ist!

Über die falschen Propheten wird viel geschrieben und vor ihnen gewarnt - das begrüße ich und tue es auch selber.
In diesen Beiträgen soll es aber um die echten Propheten und die echte Gabe gehen.

Im ersten Teil habe ich besonders die allgemeine prophetische Rede (Weissagung) beleuchtet, eine äusserst wichtige geistliche Gabe, um die jeder Christ eifern soll.

Strebet nach der Liebe; eifert aber um die geistlichen Gaben, vielmehr aber, daß ihr weissaget.
1.Kor.14:1

Doch was ist mit dem Dienst der besonders dazu berufenen Propheten in einer Gemeinde? Was ist das Merkmal und was die Früchte, an denen wir sie erkennen sollen?

An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man denn Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?
Mat 7:16

Es hat sich in weiten Kreisen die Vorstellung breit gemacht, ein Prophet sage uns hauptsächlich, was in der Zukunft geschehen wird - also die christliche Variante der Wahrsager, Geistmedien und Sternedeuter.
Ich denke, dass genau das eben nicht der Fall ist, denn uns ist von den geisterfüllten Schreibern der Bibel bereits ALLES detailliert vorhergesagt, was "in den letzten Tagen" zwischen Jesu Auferstehung und Seiner Wiederkunft am Ende der Welt geschehen wird.

Wer die Schrift kennt, und alles was um uns herum geschieht geistlich beurteilt, wird also nie im Unklaren sein, "was das Stündlein geschlagen hat". Darüber hinaus mögen präziesere Zeitangaben, was genau wann geschehen wird, aus menschlicher Sicht zwar interessant erscheinen, sie spiegeln m.E. aber eher eine verkappte "Sensationslust" wieder, als wirkliches geistliches Leben, denn der auferstandene Herr sagt ausdrücklich:

Es gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat;
Apg.1:7

Jesus stellt das Leben im Geist sogar ausdrücklich diesem menschlichen "Wissensdrang" entgegen und zeigt unsere eigentliche Aufgabe auf:

..sondern ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.
Apg.1:8

Eben deshalb halte ich jene sogenannten Propheten, die genau auf dieser Ebene "dieses Jahr wird dies und das geschehen - wir werden Erweckung erleben usw.", für bereits enttarnt, oder zumindest für höchst verdächtig, wie ich in einem anderen Artikel ausgeführt habe.


Wir haben zwar auch das Beispiel des Agabus, der Geschehnisse in der nahen Zukunft vorraussagte und die Gemeinde, bzw Paulus davor warnte (Apg.11:28 / 21:10), doch den eigentlichen Dienst der Propheten in einer Gemeinde sehe ich besonders darin, die Entwicklungen in der Gemeinde und auch bei den einzelnen Geschwistern rechtzeitig zu erkennen und eben auch ANZUSPRECHEN -und uns ggf. zur Buße (Umkehr) zu rufen bevor Schaden entsteht!




Ist z.B. ein Bruder oder eine Schwester in Gefahr, in einer (unehelichen) Beziehung "einen Schritt zu weit" zu gehen, so kann ein Prophet das im Geist wahrnehmen und ihn oder sie direkt darauf ansprechen - dies geschieht i.d.Regel BEVOR diese Situation überhaupt auftritt oder irgendjemand sie für möglich hält. Solchermassen persönlich gewarnt, ist man in der entsprechenden Lage viel eher gewappnet zu widerstehen und auf dem graden Weg zu bleiben, denn Gott selber hat ja im Geist durch einen Bruder zu uns geredet!
Ist das Debakel allerdings bereits geschehem und hat Satan einmal den "Fuß in der Tür", dann wird der Schaden und die Verwirrung groß sein, was denn NUN das Beste zu tun sei - (z.B. wenn ein Kind gezeugt wurde usw.)

Die Frucht, an der man die wahren Propheten erkennen kann, ist also dass das geistliche Leben der Nachfolger und damit auch der gesamten Gemeinde bewahrt bleibt.

Propheten halten also gewissermassen "den Weg frei", damit das Evangelium nicht gehindert wird durch perönliche Fehltritte der Geschwister oder Fehlentwicklungen in der Gemeinde..

Es gibt also auch einen evangelistischen Aspekt des prophetischen Dienstes.
Als Jesus zu der Frau am Brunnen sagte: "Geh und hole deinen Mann" (Joh.4:16), so handelte Er darin als Prophet, was die Frau auch sofort erkannte, denn er deckte die "Schwachstelle" im Leben der Frau auf, so dass sie die Wahrheit überhaupt erst erkennen konnte.

Das Weib spricht zu ihm: HERR, ich sehe, daß du ein Prophet bist.
Joh 4:19

Dass dieser wichtige Dienst (im Verhältnis zu den Hirten und Lehrern) heute meist arg in den Hintergrund gedrängt wurde und man sich damit begnügt, vor den falschen Propheten zu warnen, liegt wohl daran, dass der Dienst sehr perönlich ausgerichtet ist. Hirten haben ein Augenmerk auf unsere Seelen, Lehrer vermitteln die Lehre - all das lassen wir uns gerne gefallen, aber wenn jemand ein Wort direkt "in unser Leben spricht", dann verbitten wir uns das und fühlen wir uns unwohl oder in unserem "freien Willen" gehindert. Wir haben dann ja auch nicht mehr so leicht die Möglichkeit "wegzugucken" und uns dem Gesagten gänzlich zu entziehen. Wir können eine Warnung zwar immernoch ignorieren, aber es ist nunmal ein Unterschied, ob irgendwo ein Schild uns allgemein vor "Steinschlag" warnt (wie es die Schrift tut), oder ob ein Prophet uns sagt:

"Wenn du diesen Weg gehst, wird der Stein dich selber treffen".

Diese Richtungsweisung und Korrektur kann sich aber genauso auf die ganze Gemeinde beziehen.
Steht z.B. zur Diskussion, ob ein bestimmte Mission begonnen, ein Verbindung eingegangen, eine Investition getätigt werden soll o.ä., so kann ein Prophet "jenseits aller Argumente" im Geist hinter die Kulissen sehen, ob Gott das tatsächlich vorgesehen hat und wohin es führen wird, und es dann entsprechend bestätigen oder davor warnen.

Wir haben das Beispiel der Gemeinde in Antiochien.
Ich bin davon überzeugt, dass die Wendung "sprach der heilige Geist" sich auf die anwesenden Propheten bezieht und die andern es dann unter beten und fasten prüften und entsprechnd hndelten.

Es waren aber zu Antiochien in der Gemeinde Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simon, genannt Niger, und Luzius von Kyrene und Manahen, der mit Herodes dem Vierfürsten erzogen war, und Saulus.
Da sie aber dem HERRN dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe.
Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie gehen.
Apg.13:1-3



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Das ist ein langer Text geworden, doch von Propheten ist auch fast 500 mal in der Bibel die Rede! Das Thema ist also sehr umfangreich.
 Es folgt nun noch ein 3. Teil mit ein paar praktischen Beispielen.

Mittwoch, 8. August 2012

Gibt es heute noch Propheten? (Teil 1)

Unsere heutigen Gemeinden werden praktisch alle von einem einzigen Dienst dominiert:

Der Hirte oder auch "Pastor"

Es wurden uns allerdings noch andere Dienstgaben gegeben, durch die der Leib Christi geleitet und erbaut werden soll - dazu gehören im Besonderen die Propheten.

So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, auferbaut auf die Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selber der Eckstein ist,  
Eph.2:19,20 

Wir lesen hier, dass Jesus zwar der "Grundstein" ist, die Gemeinde (das Haus Gottes) aber ebenso den Dienst der Apostel und Propheten zur Grundlage hat.

Dennoch denken wir bei Propheten zunächst meist immer an die alttestamentlichen Propheten wie Mose, Jesaja, Jeremia usw. - wenn heute jemand als Prophet auftritt, werden wir schnell mißtrauisch und vermuten Anmaßung - schließlich ist die Zeit der Propheten doch mit Jesus beendet:

  Nachdem Gott vor Zeiten manchmal und auf mancherlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, 
Heb.1:1

Das ist soweit richtig, doch nachdem Jesus auferstanden und zum Vater zurückgekehrt ist, hat Er den Heiligen Geist in ALLE Gläubigen gegeben, damit wir ALLE "im Namen Jesu" (d.h. auch in Gottes Namen) reden können:

 "...sorget nicht zuvor, was ihr reden sollt, sondern was irgend euch in jener Stunde gegeben wird, das redet; denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Heilige Geist.
Mk.13:11

Es ist derselbe Hl.Geist, durch den Gott in den verschiedenen alttestamentl. Propheten wirksam war und zu Seinem Volk redete, der nun in JEDEM Gläubigen wirksam ist!





Zunächst sollte man aber unterscheiden zwischen "prophetischer Rede" und dem Dienst eines Propheten.

Prophetisch reden können und sollen eigentlich alle!
(Prophetie wird oft auch Weissagung genannt)

"Strebet nach der Liebe; eifert aber um die geistlichen Gaben, vielmehr aber, daß ihr weissaget."
1.Kor.14:1

Das bedeutet u.a. auch einfach im Geist geistliche Wahrheit auszusprechen, zu erbauen, ermahnen, tösten usw..

"Wer aber weissagt, redet den Menschen zur Erbauung und Ermahnung und Tröstung."
1.Kor14:3

Propheten tun diesen Dienst in der Gemeinde, und sind somit ein Pfeiler, genauso wie es Hirten und Lehrer geben muss. - Propheten im AT haben einen ganz bestimmten Auftrag oder ein Wort bekommen, in Gottes Auftrag zu sprechen "So spricht der Herr.." - prophetische Rede heute ist vom Geist geleitete Rede - u.a. ist schon Jesus zu bezeugen ein prophetisches Wort!

Denn der Geist der Weissagung ist das Zeugnis Jesu.
Off.19:10b

Wir sehen also, das hat nicht viel mit "die Zukunft vorhersagen" zu tun (wie es leider so oft verstanden wird) - daher sind die meisten, die es heute so betreiben auch falsche Propheten - wie oft wurde schon Jesu Wiederkunft oder der "große Durchbruch / Erweckung usw." für dieses Jahr vorhergesagt...
wenn man allerdings jmd. die Verheißungen Gottes zuspricht (Trost / Erbauung usw.) oder auch warnt (vor Irrlehre, Unvergebenheit usw.) - dann ist das durchaus prophetisch.

Weil die prophetische Rede durch den Geist authorisiert ist und vom Geist bezeugt wird, soll es immer von der ganzen Gemeinde geprüft werden!
(das setzt allerdings eine Gemeinde vorraus, die auch im Geist wandelt..)
Wir brauchen letzl. also "das Zeugnis des Geistes, ob jmd. prophetisch redet, oder aus sich selbst heraus.

Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die andern sollen es beurteilen.
1.Kor.14:29

Geliebte, glaubet nicht jedem Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten hinausgegangen in die Welt.
1.Joh.4:1

Leider gibt es tatsächlich soviele falsche Propheten und liegt der eigentliche Dienst so sehr brach, dass viele diesen Dienst an sich für "überholt" halten und sich mit dem Hirten und Lehrern zufrieden geben. Wir sollen aber in die ganze Fülle gelangen und daher werden wir ermahnt:

  Die Weissagung verachtet nicht;  
1.Thess.5:20

Neutestamentliche Gemeinde nach Gottes Plan geht nicht ohne den Dienst der Propheten!

Und er hat die einen gegeben als Apostel und andere als Propheten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer,
zur Vollendung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Auferbauung des Leibes Christi,
bis wir alle hingelangen zu der Einheit des Glaubens und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu dem erwachsenen Manne, zu dem Maße des vollen Wuchses der Fülle des Christus.
(Eph 4:11-13)


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HIER geht´s zum zweite Beitrag der Reihe und HIER gibt es etwas lustiges zum Thema der unterschiedlichen Dienste in der Gemeinde.