Donnerstag, 31. März 2011

Entrückung - eine Bilanz

Hier auf dem Blog sind die Reaktionen auf diese Themenreihe ja äussert zurückhaltend - man könnte auch sagen:
Kaum vorhanden.

Ich schätze, das liegt aber nicht daran, dass es niemanden interessiert (die Zugriffszahlen sagen etwas anderes), sondern an der Komplexität des Ganzen. Ich habe ja mit der kleinen Geschichte vom Einhorn ein wenig aufgezeigt, wie sehr uns unsere Prägungen prägen und wie schwer es ist, über den einmal geprägten Tellerrand hinaus zu schauen...

Auf facebook wurden die Beiträge z.T. sehr ausgiebig diskutiert. Es gab Zustimmung aber auch engagierte Diskussionen, ich denke die meißten, die an eine plötzliche Entrückung vor oder während der Drangsal glauben (und das sind sicher eine Menge), vermeiden lieber die Konfrontation, denn die Positionen sind nunmal von Natur aus unvereinbar...

Ich suche hier keine Konflikte, aber ich suche auch nicht die Konfliktvermeidung, denn ich ziehe es immer vor, klare Position zu best. Themen zu beziehen, sobald ich eine gefunden habe. Auch halte ich Humor für ein geeignetes Mittel, um den Gegensätzen die Schärfe zu nehmen. Klar habe ich karikiert - zumindest als Einstieg in das Thema - doch ich habe im Verlauf auch sehr deutlich gemacht, um was es dabei aus meiner Sicht tatsächlich geht - ein Angriff auf die Wahrheit.

Gehen wir doch nur mal einen Momment davon aus, dass meine geschilderte Position der Wahrheit entspricht, und wir werden erkennen, welch großes Desaster mit der Entrückungslehre ausgelöst wird, wenn sie dann ausbleibt.

Viele werden in heftigste Zweifel an den gnädigen Gott fallen, der sie ja so lieblos hängen lässt, oder auch an sich selber zweifeln usw. - ich denke die Folgen wären verheerend und genau im Sinne Satans!
Man kann das leicht nachvollziehen, wenn wir an die Enttäuschung denken, die in einem Kind passiert, dem man ein Eis verspricht und es dann aber keines bekommt. Je nach Charakter wird es die Eltern bitter anklagen, es fühlt sich ungerecht behandelt oder es zweifelt an sich selber, fühlt sich ungeliebt usw.
Einige Kommentare mit pers. Zeugnissen sprechen auch die Angst der Kinder an, die mit dieser Lehre für sie verbunden war, weil sie befürchteten, die Eltern kämen möglicherweise nicht von der Bibelstunde oder dem Einkaufen zurück...

---

Eine Entrückung vor der Drangsal, ist aus meiner Sicht absolut nicht mit dem Herzen Gottes vereinbar, wie ich bereits im 3. Beitrag ausgeführt habe, und sie ist nur durch komplexe theologische Konstrukte zu "belegen". Das ist ähnlich wie bei der "Säuglingstaufe", für die gibt es auch keine klaren biblischen Aussagen, ja sie wiederspricht sogar den klaren Aussagen der Schrift von hören - glauben - taufen. Weil wir diese Tradition aber nunmal haben, gibt es auch theologische Erklärungen, die sie legitimieren.

Jesus hat uns Sein Wort und die Offenbarungen aber nicht gegeben, damit wir in Schwierigkeiten kommen und uns verschiedene Theologieen daraus basteln, sondern damit wir Klarheit bekommen, wie die Dinge wirklich liegen und was der Wille Gottes ist.

Ich habe ihnen dein Wort gegeben,

(Joh 17:14)

Was nun die schwierigeren Aussagen betrifft, die nicht völlig eindeutig sind (und ich habe auch auf Nachfrage keinen eindeutigen Hinweis FÜR eine vorzeitige Entrückung bekommen) - gilt immer:

Die eindeutigen Aussagen, müssen die Grundlage für die Auslegung der schwierigeren Schriftstellen sein!

Und auch was die Endzeitprophetieen im Alten Testament betrifft (z.B. Daniel usw.) gilt:

Wir erkennen die Aussagen des Alten Testaments erst im Licht Jesu und in den Worten des Neuen Bundes - und nicht umgekehrt!

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten,
hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort...

(Heb.1,1-3a)

---

Hier ist nun eine solche eindeutige Aussage, die sich zudem direkt auf das Thema bezieht:

Und es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben; und es wurde ihnen gesagt, daß sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet sein würden, die ebenso wie sie getötet werden würden.
Off 6:11

Wir finden mehrere solcher klaren Ansagen, bis zum Ende im Glauben auszuharren und nicht auf sich selbst zu schauen, eine ähnlich deutliche Aussage pro Entrückung suchen wir vergeblich!

Es wird aber z.B. gerne mit dem "Zorn Gottes" argumentiert, der die Gläubigen ja nichtmehr trifft.

Ja - der Zorn Gottes ist nicht auf uns!

Wenn wir leiden oder getötet werden, so ist das, weil wir an Jesus festhalten! Wir halten uns nicht an unserem Leben fest, denn wenn es soweit kommt, geben wir es freiwillig und aus Liebe zur Wahrheit und als Zeugnis für den Herrn!

Ein Jünger ist nicht über den Lehrer, und ein Knecht nicht über seinen Herrn. Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Lehrer, und der Knecht wie sein Herr.
der Knecht steht nicht über Ihm, sondern
"er sei wie sein Herr"!

(Mat 10:24,25)

Darum geht es grundsätzlich in der Nachfolge!

..und natürl. auch wenn es um die Frage unserer Position in den Wirren der Drangsal geht!
Hat Jesus sich etwa verpieselt, als es ernst wurde?
(Es ist übrigens eine der Hauptargumente für die Leugnung der Kreuzigung Jesu im Islam - Gott hätte doch Seinen Gesalbten niemals so "im Stich gelassen" - was für eine Verblendung!)

Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf daß ich es wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst.
(Joh 10:17+18a)

Wir lieben unser Leben nicht bis in den Tod, denn wir sind geistlich gesinnt und dieser Welt längst mit Christus gestorben, uns kann "der zweite Tod" ohnehin nichts mehr anhaben - sterben ist unser Gewinn!!

Denn das Leben ist für mich Christus, und das Sterben Gewinn.
(Phi 1:21)

Erst wenn wir zu dieser Geisteshaltung gefunden haben, können wir von einer guten Gottesbeziehung reden und sind wir vom Heiligen Geist in alle Wahrheit geleitet um die Zeugen Jesu in einer sterbenden Welt zu sein - wir erheben unser Haupt und sind frei von Furcht, damit wir unseren Vater in ALLEM verherrlichen - und so wird Er sich auch in uns verherrlichen.

DAS ist die Herrlichkeit der Braut des Lammes!





Stehe auf, leuchte! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jahwes ist über dir aufgegangen. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt Jahwe auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
(Jes 60:1+2)

***

Es wird wohl damit hier erstmal genug gesagt sein. Ich möchte keine ausführliche Bibelarbeit anbieten, sondern Impulse geben und zum Selberdenken und -Nachforschen anregen.
Ich hoffe, das ist mir mit dieser Serie einigermassen gelungen.

Kommentare:

Deborah hat gesagt…

Lieber Bento...

du hast in kurzer Zeit viel Stoff gepostet...lass den Leuts doch Zeit zum nachdenken und nachlesen...man hat ja auch einen Tageslauf mit seinen Belangen.

Wenn Jesus sichtbar wiederkommt, dann ist er sofort ganz da...er manifestiert sich nicht stückweise..erst wird ein Schuh sichtbar, dann ein Arm..usw...es wird schon eine Art Plötzlichkeit geben...
..deswegen fand und finde ich die Überschriften der 3er-Serie mißverständlich. Sie klingt für mich absolut für das Ganze als "is nich" , dabei negierst du nur die Theorien über die Entrückung vor oder während der Trübsalszeit.
Am Ende klingt es teilweise sogar so, dass wir komplett auf der Erde blieben und Jesus zu uns kommt. Der Blick auf die endgültige Zerstörung der Erde und die Schaffung einer neuen Erde und das Kommen des Neuen Jerusalem sind unterbelichtet mMn. Dafür ist eine gehörige Portion Ironie am Anfang der Serie....die Wahrheit hat das nicht nötig.

Dagegen ist der Einhornartikel klar und eindeutig.
Unsere Prägungen durch Hilfsübersetzungen, die leider über die Jahrendende... nicht korrigiert wurden, obwohl man die Fakten nun kennt, das ist sehr bedauerlich und bedarf der Revidierung. Es ist immer wieder spannend, die Bedeutung von Worten zu erforschen und zu staunen, was da alles zu Tage kommt.

Das Nashorn gefällt mir auch viel besser als die anderen Varianten, bietet es doch ein Bild geballter Kraft, die nur dann angewendet wird, wenn es nötig ist. Der Wildstier ist mir als Bild zu unbeherrscht..und das passt nicht mit dem Wesen Gottes überein. ;-)

Mir ist seit langem der Einschub "wie die Schrift sagt" aus Joh 7,38 ein wesentlicher Forschungsmotor und ich freue mich über jede Fundstelle, wie z.B. die mit dem Einhorn :-)

Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Segen
Deborah

Bento hat gesagt…

Liebe Deborah - dqnke für deine Rückmeldung!
Aberselbstverständlich lasse ich jedem soviel Zeit wie er braucht - maximal jedoch 24 Std. am Tag! ;-))

Ich habe die ausgebliebenen Kommentare doch gar nicht "bemängelt", sondern lediglich festgestellt und analysiert - denn besonders im Vergleich zu dem z.T. sehr regen Austausch auf facebook, fiel mir das schon auf...

Zum Titel der Serie - ich habe als Motivation nunmal die Widerlegung dieser Lehre gehabt, dass Jesus ganz plözlich und unvorbereitet seine Gemeinde zu sich holen würde. Ich selber war bisher noch nie direkt damit konfrontiert, aber es gibt div. Blogs und "Propheten", die das Thema derzeit hochkochen und deshalb dachte ich, es ist an der Zeit, ein Gegengewicht zu setzten...
bes. auch durch verschiedene Rückmeldungen auf die Artikel, wird mir allmählich erst das ganze Ausmaß dieser Irrlehre bewusst!

Warum ich die Ironie als Stilmittel gewählt habe, habe ich ja erklärt - ich wollte es nicht im Hartwig Henkel-Stil sagen: "Diese Lehre ist direkt aus der Hölle."..
und ich habe auch eine gute Nachricht: Just heute morgen habe ich die Idee bekommen, hier als näxtes über Jesu Wiederkunft zu schreiben - also wird diese Mangelerscheinung in der bis. Themenreihe wohl auch bald der Vergangenheit angehören - so Gott will und sir leben. :-)

Gruß und Segen

ps - ja, das Einhorn ist echt ein Hit! :-D

Bento hat gesagt…

pps - du kommentierst übrigens nur die Peripherie des Themas - gehe ich recht in der Annahme, dass du mit dem Inhalt nicht ganz übereinstimmst?

Deborah hat gesagt…

Weder-noch.... ;-)