Freitag, 31. Oktober 2008

Reformation

...habe mal nachgeschaut, da steht im Wörterbuch:

1. Erneuerung, Umgestaltung

Jo - bin ich für - hört sich gut an, sollte man wirklich machen!

Es gibt aber noch eine zweite Bedeutung:

2. Bewegung der kirchl. Erneuerung, die zur Bildung der protestantischen Kirchen führte.


Genau daran (ge)denkt man ja heute und dabei ist ein mutiger Mann Namens Martin Luther eine zentrale Figur. Der hatte durch seine Hingabe an Gott und intensives Bibelstudium festgestellt, dass da einiges faul ist im Staate Däne - ähh - in der katholischen Kirche. Darum hat er sich so seine Gedanken gemacht und diese dann schriftlich vor nun fast 500 Jahren an die Kirchentür genagelt. Soweit mir bekannt, ging es dabei auch um den sogenannten Ablaßhandel, durch den die kath. Kirche den Gläubigen Sündenvergebung gegen Bares versprach, um dann damit den Petersdom in Rom zu finanzieren und viele andere Mißstände mehr. Dass diese Thesen solche drastischen Auswirkungen hatten, liegt sicher auch daran, dass die "Zeit reif" war und Luther eben das aussprach und benannte, was ohnehin viele bereits dachten oder vermuteten. Deshalb gebührt ihm dafür Respekt, denn wir brauchen zu allen Zeiten solche mutigen Leute, die auch gegen starken Wiederstand und Beschimpfungen, villt. sogar Gefahr und Bedrohung, bereit sind, für ihren Glauben und ihre Überzeugungen einzutreten.

(Martin D. bei der Übergabe der 100.000. Volxbibel an Martin L. in Wittenberg)

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Ehrlich gesagt finde ich die Idee der Reformation aber gar nicht ausreichend, wenn es um Glaubensfragen und die Gemeinde geht. Ich gehöre da einer anderen Bewegung an, die mehr als Umgestaltung und Erneuerung im Fokus hat - das Ziel ist:

Restauration

Na toll - jetzt fängt er an Haare zu spalten... nee, Restauration hat eine ganz andere Bedeutung: Wiederherstellung!

Es geht also darum, etwas nach dem ursprünglichen Plan oder Vorlage genau wiederherzustellen.

Wenn ich z.B. ein Haus "reformiere / renoviere", dann werde ich das undichte Dach neu decken, die kaputten Fenster gegen moderne Iso-Fenster austauschen, eine neue Heizung einbauen, die den EU -Emissionswerten entspricht und werde mit neuen Teppichböden und Tapeten die Bude je nach Möglichkeiten und Bedarf wohnlich machen.

Wenn ich aber ein Haus "restauriere", dann brauche ich zuerst den ursprünglichen Plan, Fotos oder Zeugenaussagen, damit ich das Haus so wiederherstellen kann, wie es vom ursprünglichen Baumeister erstellt wurde. Ich werde Veränderungen und Bausünden entdecken, die mir ohne diesen Plan niemals aufgefallen wären und ich muss bereit sein, durchaus noch funktionierende Veränderungen am Bau schonungslos zu entfernen, damit der ursprünliche Zustand wieder hergestellt werden kann.

Wir sehen also, eine Restauration ist schon was ganz anderes und ein aufwändigeres Unternehmen, es bedarf deutlich mehr einer genauen Vorlage, als gute eigene Ideen und i.d.Regel grösseren Einsatz, als eine Erneuerung. Wir sollten uns also vorher gut überlegen, was wir mit unserer Glaubensbude vorhaben und nach welchen Plänen und Ideen wir daran rumbauen, denn wir sind nur die Handwerker und nicht der Bauherr:

"Jesus sagt: Ich werde meine Gemeinde bauen und die Hölle wird sie nicht überwinden."

(Mt.16,18)

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Kommentare:

Benedict hat gesagt…

Mhh, interessante Gedanken.
Aber ich denke manchmal ist eben (vorerst) mal eine Reformation nötig. Damals war eine Restauration wohl auch kaum möglich.
Man kann allerdings nach einer Reformation immer noch anfangen zu restaurieren.
Und 500 Jahre nach Luther wäre das vll manchmal gar nicht schlecht.

Apassionata hat gesagt…

Ja mein Glaubensleben muß ich auch restaurieren, leider ist das ein ewiger Prozeß, der sich hinzieht. Wenn man den Herrn selber sieht, die Vorgabe, wie man sein Christsein ausleben soll, dann wird die Restauration erst in der Ewigkeit vollendet,fertig sein.