Samstag, 18. Oktober 2008

Der Meister

...lebt auf den höchsten Bergen. Eines Tages schickt er seinen Jünger los, um ihm Wasser zu holen.




Als dieser an dem Quellteich ankommt, sieht er ein Spiegelbild im Wasser - eine wunderschöne Frau! Er verliebt sich sofort in sie und zieht mit ihr durch die Wälder, bald baut er eine Hütte am Fluss, sie beschließen für immer zusammen zu bleiben und gründen eine Familie. Die Frau bekommt mehrere wunderschöne Kinder und gestaltet die Hütte zu einem behaglichen Zuhause. Mit viel harter Arbeit gelingt es dem Mann ein Stück Wildnis zu roden und er betreibt Ackerbau und Viehzucht. Dank all der gesegneten Mühe gibt es immer genug zu essen, die Kinder gedeihen prächtig, helfen dann auch bald dabei die Tiere zu hüten und lernen alles von ihren Eltern, die sich so wunderbar lieben und ergänzen. Die Jahre gehen in´s Land, die Hütte wird nach und nach zu einem schönen Haus ausgebaut und der Wohlstand der Familie mehrt sich. Sie sind überall beliebt bei den anderen Waldbewohnern, mit ihnen verbinden sie viele gemeinsame Interessen, sie feiern grossartige Feste und das Leben ist für alle eine Freude. Die Kinder werden allmählich erwachsen und verlassen bald das Haus um ihre eigenen Wege zu gehen. Das Paar wird langsam älter, die Kräfte lassen nach und bei einem seiner langen Spaziergänge durch den Wald, kommt der Mann an einen Quellteich. Als er das Gefäß dort stehen sieht, erinnert er sich an seinen Auftrag. Sogleich schöpft er von dem reinen Wasser der Quelle und sucht seinen Meister. Als er ihn endlich findet, sagt dieser:

"Du hast sehr lange gebraucht, mir das Wasser zu bringen!"


(nach einer indischen Erzählung)

***

1 Kommentar:

Robert hat gesagt…

Interresante Geschichte nehm ich mir zu Herzen! Also sich nicht ablenken lassen oder sich entscheiden was man eigentlich will, wenn ich das jetzt so richtig verstanden hab.