Mittwoch, 9. Juni 2010

Stückwerk?

Um eine klare Position gegen etablierte aber unbiblische Zustände zu entkräften, hört man neben dem beliebten Hinweis auf die alles überragende Liebe, auf Jesu Ausspruch "wer von euch ohne Schuld..." oder die Balken und Splitter-Geschichte, oft auch die Aussage:

"...unsere Erkenntnis ist nunmal Stückwerk"

damit soll i.d.Regel zum Ausdruck gebracht werden, dass keine Aussage letzliche Gültigkeit haben kann.

Ehebruch darf nicht einfach als solcher bezeichnet werden, da die "Umstände" zu berücksichtigen seien, sexuelle Orientierungen, die Gott ein Greuel sind, werden genauso relativiert und verteidigt wie offensichtlicher Götzendienst oder okkulte Praktiken und am Ende steht dann die Unhaltbarkeit der Aussage, Jesus sei der einzige Weg zum Vater, da dies ja die anderen Religionen diskriminiere...

Das Wort "Stückwerk" impliziert nun einen äusserst unvollkommenen, ja gradezu peinlichen Zustand. Jede Sache und jede Arbeit, die man als Stückwerk bezeichnet, wird damit als minderwertig und unfertig bezeichnet und verliert jeden Anspruch auf Würdigung und Anerkennung.


Nichts anderes bedeutet es auch, wenn man Wissen und Erkenntnis als Stückwerk bezeichnet - sie soll degradiert und ihrer Aussagekraft beraubt werden. Da hilft auch der gradezu perfide Teil der Ansage gar nichts, dass eben "alle" Erkenntnis ein solches Stückwerk sei, denn gemeint ist ja i.d.Regel damit immer eine bestimmte Aussage.

Ist dahinter nun wirklich hohe Weisheit verborgen, weil es ja ein Bibelwort sei, oder ist es eine Verdrehung des Wortes Gottes und damit mal wieder

ein Anschlag des Teufels auf die Wahrheit?

Zunächst ist das Wort bei Luther sehr ungenau und irreführend übersetzt:

"Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk."
(1.Kor.13:9)

Gemeint ist hier nämlich nicht der Zustand, sondern der Prozess - die Tatsache, dass Erkenntnis und Wissen immer nach und nach erlangt wird und deshalb trifft es die Elberfelder besser:

"Denn wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise."


Was sagt das nun über die Qualität von Erkenntnis oder Prophetie aus?

Gar nichts!

Schließlich ist die gesamte Schrift ja "stückweise" offenbart worden- das macht die einzelnen Aussagen in Gottes Wort aber keinesfalls unvollkommen!

Selbstverständlich erkennen wir nur Schritt für Schritt und jede Erkenntnis baut auf die andere auf. Jedes Teil eines vollkommenen Ganzen ist aber immer auch in sich vollkommen. So ist z.B. die Hand oder das Auge des menschl. Körpers absolut vollkommen, auch wenn es nur Teile des vollkommenen Ganzen sind.

Kannst du erkennen, wie subtil wir hier getäuscht werden sollen?
Lassen wir uns doch nicht so schnell verunsichern und verwirren. Wir stehen auf festen Boden und was wir an Offenbarung aus dem Wort (Erkenntnis) oder aus dem Geist (Prophetie) bekommen, ist nicht etwa minderwertig, unvollkommen und ein "Flickwerk", sondern Teil der vollkommenen Offenbarung unseres Vaters und immer wert, dafür einzustehen - zu gelegener und ungelegener Zeit.

"Ich bin aber, meine Brüder, auch selbst betreffs euer überzeugt, daß auch ihr selbst voll Gütigkeit seid, erfüllt mit aller Erkenntnis und fähig, auch einander zu ermahnen...daß ihr in ihm in allem reich gemacht worden seid, in allem Wort und aller Erkenntnis, ...denn einem wird durch den Geist das Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber das Wort der Erkenntnis nach demselben Geist;"
(Röm.15:14 / 1.Ko.1:5 / 1.Ko.12:8)

***



Hier gibt es diesen Beitrag als Mp3 download, wie er bei Top Message Radio gesendet wurde.

Kommentare:

Deborah hat gesagt…

Gute Beschreibung der Salamitaktik...Scheibchen für Scheibchen wird die Wahrheit abgeschnitten und am Ende bleibt nichts mehr übrig, das man essen kann.

oder anders ausgedrückt: die perfekte 3D-Methode:

Doppelte Moral...etwas gleichgültig daneben setzen, gleich-gültig machen, entwerten des Originals

Delegitimierung...die Rechtmäßigkeit absprechen

Dämonisierung..Verteufeln der Wahrheit...

alles wiederholt dagewesen...

und worauf landet das? ..Unsicherheit, Selbstablehnung, Menschenfurcht...

Danke Bento...mal überprüfen geh, wo ich nicht mit beiden Beinen auf dem Felsen Jesus stehe und mich hab verunsichern lassen.

Geier hat gesagt…

So ist es.

Ich beobachte auch eine Tendenz, die Bibel indirekt zu delegitimieren, indem man nicht ihre grundsätzliche Richtigkeit in Frage stellt, sondern unsere Fähigkeit, sie zu verstehen und konkrete Handlungsanweisungen daraus abzuleiten. Man traut sich zwar nicht zu sagen, daß die Bibel nicht Gottes Wort sei, man beläßt es dabei, mit Verweis auf die verschiedenen Meinungen zu biblischen Themen zu behaupten, daß man sowieso nicht wissen könne, was richtig und falsch ist. Das Ergebnis ist das gleiche, als wenn man überhaupt keine Bibel hätte: Man tut, was man will.

Es ist eine ganz wichtige Feststellung, daß wir zwar Stück für Stück erkennen, daß aber jedes einzelne Stück, sofern es wirklich von Gott gegebene Erkenntnis ist, in sich vollkommen und richtig ist und nicht allein deshalb abgewertet werden darf, weil da später noch weitere Stücke nachkommen werden.

Apassionata hat gesagt…

Ja ok, mag sein, daß Viele so mit dem Wort umgehen. Bei der Aussage, daß alles nur Stückwerk sei, ist mir nie in den Sinn gekommen, Gottes Wort leicht zu nehmen und machen zu können, was man gerade möchte.Der heilige Geist vermittelt Stück für Stück Gottes Wort, denn wir müssen das ja auch schließlich verarbeiten und begreifen, um dann seinen Willen zu tun. Im Übrigen ist eh angesagt, auch da zu vertrauen und zu gehorchen, gerade da, wo wir nichts sehen und begreifen von Gott.

flunra hat gesagt…

Stück für Stück, Schritt für Schritt, so werden Arbeiten und Aufgaben abgearbeitet und erledigt. Jeder Brief fängt mit dem ersten Buchstaben. Diese reihen sich dann aneinander mit satzzeichen und Pausen, bis alles gesagt btw. geschrieben ist.
Gott überfordert uns nicht. Auch das geistliche Leben hat einen Anfang. Wenn es da ist, sind wir Babys im Glauben und sollen wachsen zur vollen Mannesreife oder zur Fülle Christi. Zum Wachsen braucht man Nahrung, ohne Zufuhr von Energie wächst kein Kind. Es braucht Liebe, Zuwendung und Nahrung. Wir freuen uns über das erste Lächeln auf dem Gesicht und wenn es aufhört zu schreien, wenn es merkt, das die Mutti wieder da ist. Wieviel Schritte sind notwendig bis ein Kind zum Abiturienten wird?
So wie ein Kind täglich lernt, so ist es auch im Glauben. Täglich die Speise des Wortes zu sich nehmen und Gemeinschaft mit Geschwistern haben, so werden wir auferbaut. Der Heilige Geist leitet uns an, die richtigen Schritte zu tun. Wir wachsen und nehmen zu an Weisheit und Verstand, doch alles bekommen wir damit nicht in Griff. Gott möchte, das wir ihm jeden neuen Tag vertrauen. In diesem täglichen Vertauen erfahren wir die Liebe des Vater von der Versorgung bis zur Gesundheit. Und trotzdem wissen wir nicht, was uns der neue Tag bringt. Der reiche Kornbauer wollte Scheunen bauen und sich zur Ruhe setzen und wurde dabei vom Tod überrascht. Wir wissen viel von der Endzeit und der Entrückung, doch keiner von uns weiß, ob wir morgen noch blogen können, weil Jesus uns zu sich gerufen hat.
Seid zufrieden mit dem, was euch Jesus offenbart hat und wachet, denn wir wissen weder Tag noch Stunde, wann Gottes großer Tag anbricht.
Paulus schrieb den Philippern, dass sie in dem wandeln sollten, zu dem sie gelangt sind(Phi 3, 15+16). Dies wollen wir auch tun und so fröhlich von einem Tag zum andern dem Ziel entgegen gehen. Das Wort Gottes ist dabei die Leuchte auf unserem Weg.
Unseren Weg mit dem Herrn können wir nicht mit Trockennahrung und Konserven bestehen. Heute so ihr seine Stimme hört, verstocket eure Herzen nicht. Die frische Kost ist wichtig, denn heute muss ich stark in dem Herrn sein und in der Macht seiner Stärke. Um dieses tägliche geistige und materielle Brot bitten wir den Vater im Vaterunser, und er gibt es uns gern.
Auch unser Brot essen wir schnittenweise und nicht im Ganzen, so lasst euch nicht entmutigen, sondern dankbar sein für die tägliche Ration von ihm, denn sie ist ein Gnadengeschenk an uns und kein Verdienst.
Nur einer will alles auf einmal haben, das ist der Antichrist. Er will über alles und jeden Herr sein, doch Jesus wird ihn vom Thron stürzen.
Wir aber werden beim Herrn sein allezeit, egal wieviele Stücke vom Ganzen bis dahin erkannt haben!

Priwitzer hat gesagt…

Stimmt. Ich glaubte auch meinen einzigen Vater zu kennen, zu erkennen. Aber ich weiß heute das alles nur Etappen der Erkenntnis sind und sein werden. Zumal sie sich nichtmal nahtlos aneinanderzureihen scheinen. Wenn ich mich einiger Erkennt...nisse sicher glaubte, brachen diese hernach zusammen wie ein selbst gebautes Kartenhaus. Und so bin ich mir meines eigenen Glaubens auch nicht mehr SOO sicher wie vor den Ereignissen die hinter mir liegen.
Viele "Wunder"same Begebenheiten und Ereignisse begleiteten mein bisheriges Leben. Sicherlich mag die Masse (für mich) nicht wiederholenswert erscheinen (incl. meiner Kindheit). Aber alles hat meinen Glauben gestärkt zu wissen DAS es EINEN Vater im (wie auch immer gearteten) Himmel gab, gibt und geben wird.
Der Sinn meines Lebens (bzw. ein Teil davon) wurde mir auf dem "Silbertablett" serviert als meine Frau 4 Kinder sich selbst überließ. Geäußerte Worte füllten sich schneller mit geleisteten Inhalten als ich begreifen konnte. Aus einem, fast zum Krüppel gewordenen, Findelkind wurde ein Familienvater mit 3 guten Kindern, die mir DIE Liebe geben die meine eigenen Eltern mir verweigert haben.
Noch sind die Wunden der Vergangenheit nicht ganz verheilt und ich weigere mich nach wie vor in Frauen etwas gutes (auch für mich) entdecken zu wollen. Weiter als bis zur Haustür lasse ich keine Fremde an mich heran und das Eis meines Herzens brauch immer noch Zeit ehe überhaupt Jemand in dessen Nähe kommen könnte.
Jesus ließ mich mal wissen "Du musst mich nicht gleich lieben, aber lasse mich einfach Dein Freund sein". Ich bin IHM so dankbar für dieses Angebot und fange erst seit kurzem an zu begreifen, wie ernst ER dieses wahrlich meinte.
Und so ist es mir möglich SEINEN Geburtstag so zu feiern wie ER es verdient hat. A M E N