Dienstag, 29. Januar 2008

Mahatma Gandhi und Indien

What difference does it make to the dead, the orphans and the homeless, whether the mad destruction is wrought under the name of totalitarianism or the holy name of liberty or democracy?
Mahatma Gandhi


Habe mir gestern mal die DVD vom Gandhi-Film reingezogen, die ich schon ein Jahr hier rumliegen habe. Ein Lehrstück über Vision, Gebet und Fasten - und das von einem Hindu...tztztz



Ich liebe Indien seit ich als junger Musikstudent 1980/81 dort gelebt habe (zu der Zeit sind die Russen in Afghanistan eingefallen) - dieses Land ist unvergleichlich und es hat mich wirklich tief berührt und auch geprägt.

Namasté - ist der allgegenwärtige Gruss der Inder (entspricht unserem "guten Tag") und bedeutet: Ich ehre das Licht in dir!
Bezeichnend ist auch eine Geste, die Inder während eines Gesprächs mit dem Kopf ständig machen und die sich genau zwischen unserem Nicken (ja) und Kopfschütteln (nein) abspielt...

Als ich mitten in der Nacht in Dehli ankomme, ist der Flughafen voller Menschen, Beamte schlafen auf Schränken, hunderte "Schaulustige" überall - draussen werde ich erstmal von einigen Jungs in meinem Alter zu einem Chai (Tee) eingeladen - "Don´t worry, in India everything is possible!" - was für eine prophetische Ansage!
Bin dann nach ein paar Tagen mit dem Bus in den Himalaya gefahren, hier ist wirklich das "Dach der Welt"!



Unvergessen z.B. das Kulu-Valley: Baden in dem See einer heissen Quelle unter eisklarem (Sternen)Himmel. Die Regierung hatte dort ein grosses Badehaus gebaut und wollte das Wasser in einzelne Wannen geleitet, gegen Bezahlung "nutzbar" machen - die Dorfbewohner haben das Gebäude nach der Fertigstellung als Stallung benutzt und baden wieder im See...

Als es dann langsam Winter wurde, bin ich quer durch das Land gereist, immer weiter nach Süden (nein ich war NICHT am Taj Mahal oder ähnl. Sehenswürdigkeiten) - bis zu den traumhaften Stränden und in den Dschungel Südindiens, dort habe ich u.a. mit Dipu und Hari aus Kalkutta und Dharmsala, den "Winter" verbracht, treffe auch tatsächl. eine Frau aus meiner Heimatstadt, die kommt mit in den Dschungel, wird aber gleich von ´nem Viech gebissen und haut wieder ab... (villt. sollte ich mal ein Buch über diese Reise schreiben!)



Noch heute liebe ich viele Aspekte der indischen Kultur: die Sprache, das Essen, die Musik z.B. die von Ravi Shankar, der uva. die wunderbare Musik zum Gandhi-Film beigetragen hat, aber auch "Shakti" sei erwähnt, das Wahnsinns-Quartett des amerikanischen Gitarristen John Mclaughlin und 3 traditionellen indischen Musikern, einer der Höhepunkte, der "west meets east" Szene.

Die grosse Spiritualität Indiens hat allerdings viele Aspekte die meißt Götzenkult und nicht selten auch dämonischer Art ist - es beeindruckt aber die grosse Hingabe bis hin zur Selbstverleugnung - und überall die Untrennbarkeit des Glaubens mit dem täglichen Leben ...


Die ca 5000 Jahre alten vedischen Schriften, die ich jahrelang studiert habe, sind oft nur einen Steinwurf weit von den Aussagen der Bibel entfernt (z.B. kommt Krsna, die Inkarnation Gottes, am Ende der Zeitalter, um die verloren gegangenen Prinzipien der Religion zu erneuern und seine Vertrauten zu erlösen (!) / Befreiung ist immer Gottes Gnade usw.) - ich war natürl. kein Hindu, hatte aber bis zu meinem ersten Meeting mit Jesus (ein Jahr nach dieser Zeit), diese Schriften unentwegt gelesen und das war eine optimale Vorbereitung auf den Erlöser! Mir war sofort klar, dass Jesus keine neue Religion eingeführt hat, sondern seine Vertrauten aus allen Nationen erlösen will.

So war es für mich wirklich leicht Jesus zu erkennen, Ihn anzunehmen und mich Ihm voll hinzugeben, als Er sich mir gnädig offenbarte.




In Indien begegnet man überall den Sadhus und ich bin auch längere Zeit mit einem umhergezogen - entsagende Asketen, die hoch geehrt werden vom Volk und die ohne jegl. Besitz durch das ganz Land reisen oder an den ausgeflipptesten Plätzen anzutreffen sind. Meine stärksten Erlebnisse hatte ich mit diesen Leuten, die wirkliche Entsagung leben, z.T. kein Wort sprechen - und oft kein Englisch, mit denen ich mich aber bestens "verstanden" habe...

"Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen!" (1.Tim.6,3)


Es war allerdings ein absoluter Kultschock, als ich wieder nach Europa zurückkam, obwohl ich zuvor einige Zeit in Bombay verbracht hatte - es ist einfach sehr krass, wie hart die Europäer unterwegs sind! Aber Gandhi hat uns ja gezeigt, was wirkliche Power ist: Ahimsa = Gewaltlosigkeit - und wie sie die scheinbare Vorherrschaft der Imperialisten überwindet!


In Europa gibt es wesentlich mehr Elend, als ich in Indien je gesehen habe, auch wenn das von aussen manchmal anders "aussieht"...



"Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe zum Vater nicht in ihm. Denn alles was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und der Augen, der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt."

(1.Joh.2:15,16)

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Kommentare:

storch hat gesagt…

interessante einblicke. ich war nie in indien, obwohl ich früher immer hin wollte.
ich finde den gedanken interessant, dass jesus gekommen ist um seine leute überall zu erlösen. kann man voll ketzerisch verstehen. oder einfach als eine tiefe wahrheit. überall auf der welt warten menschen auf einen erlöser und spüren es irgendwie, dass es ihn geben muss.

Bento hat gesagt…

...so isses!
Wie oft haben mich Geschwister schräg angeguckt wegen dieser Ansage - Paulus hat es in Athen doch vorgemacht, das Evangeluim muss da ansetzten, wo die Leute sind, was ihnen heilig ist.
Oft genug wird Evangelisation mit "Kulturexport" verwechselt - big problem das!

Ich sehe jede Religion als Vorbereitung auf Jesus, den Erlöser und wenn man sich die Mühe macht, wird man immer "fündig" - auch im Koran sagt Jesus selber: "ICH mache dich heil"!!