Samstag, 28. Juni 2008

Augen voller Schlaf

...hatten die Jünger, als sie im Garten Gethsemane mit Jesus wachen und beten sollten (Mk.14,32ff). Welch ein Unterschied zum Beginn ihres Weges, da heißt es bei Markus, als Jesus noch vor Anbruch des Tages losging um in Ruhe zu beten:

Und frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er auf und ging hinaus und ging hin an einen öden Ort und betete daselbst. Und Simon und die mit ihm waren, gingen ihm nach...
(Mk.1:35,36).


Was war also geschehen? Hatten sie sich schon so an seine Gegenwart und den vertraulichen Umgang mit Jesus gewöhnt, dass sein Wort und seine Bitte sie nicht mehr aus dem Schlaf reissen konnte? Wieder so eine Gebetssession - hunderte werden sie erlebt haben, dazu die vielen machtvollen Ansagen, Prophezeihungen und vollmächtigen Predigten des Wortes Gottes, Lebensrettung in höchster Not, all die Zeichen und Wunder, ja selbst spektakuläre Heilungen wurden langsam zu etwas ganz normalem für sie... und nun, in dieser Stunde höchster Bedrängnis, erkannten sie nicht, was die bittere Realität war und dösten einfach ab...

Was für ein Unterschied zum Beginn ihrer Reise - da bekamen sie noch alles genau mit, waren Aufmerksam und ließen Jesus nicht aus den Augen, ja wollten sogar in seiner Nähe sein, wenn er eigentlich lieber alleine sein wollte - sie ließen ihm keine Ruhe, sie hatten ja ihren Meister grade erst gefunden.

Es ist heute nicht anders - wären wir uns wirklich darüber im Klaren, was das Stündlein geschlagen hat, wir würden sicher nicht gemütlich dahindösen und noch ein Schläfchen halten...

Die Liebe zu Jesus und sein Ringen um das Heil der Menschen muss uns hellwach und zu allem bereit machen, ins Gebet treiben und allen Schlaf aus unseren Augen waschen - wie in der ersten Zeit unserer grossen Liebe.

Auch was seine Herrlichkeit betrifft, darf kein Schlaf in unsere Augen kommen:

"Petrus und die mit ihm waren, waren beschwert vom Schlaf; als sie aber völlig aufgewacht waren, sahen sie seine Herrlichkeit..."

(Luk.9,32)

***

Kommentare:

Daniel Brüßler hat gesagt…

Hallo Bento!

das ist mir gerade aufgefallen:
"all die Zeichen und Wunder, ja selbst spektakuläre Heilungen wurden langsam zu etwas ganz normalem für sie"

Als ich letztes Jahr auf einer Heilungsschule war, ist mir das auch aufgefallen. Bei den ersten Heilungen haben wir noch sehr gejubelt, doch dann sind wir mit jubeln immer mehr abgeflaut. Und das, obwohl die Heilungen noch immer echt genial waren! Das ist wohl mit "Das Fleisch ist schwach" gemeint, oder?

Ich hab mich zusammengerissen und deshalb wieder lauter weiter gejubelt, aber kam mir dabei etwas kindisch/naiv vor. :-)

Viele Grüße von Franken nach Portugal
Daniel

Bento hat gesagt…

..du warst auf einer Heilungsschule - wow, das ist ja krass! Kann man dort das Heilen richtig lernen - wer lehrt das denn da?

Ja stimmt wohl leider - man gewöhnt sich irgendwie an alles und deswegen werden wir auch immer wieder ermahnt wach zu sein und nicht träge zu werden...und eben auch wie die Kinder zu sein - die freuen sich über jedes Eis, als wär´s das Einzige auf der Welt!
:-)

Bento hat gesagt…

sorry - hab vor lauter Begeisterung ganz vergessen dich zu grüssen...

Hi Daniel, schön, dass du hier bist - Jesus liebt dich total!
:-)

Daniel Brüßler hat gesagt…

Ja, war echt toll auf der Heilungsschule, Andreas Herrmann in Wiesbaden hat es angeboten. Macht er bestimmt jedes Jahr oder alle 2 Jahre. Es war nicht sehr lang, aber immerhin 4 Tage am Stück mit sehr vielfältiger Info von mehreren gesalbten Leuten und viel Praxis, zum Beispiel Gebet für Leute, die ein verkürztes Bein haben. Ich hatte da etwas Pech - denn ich stand zu weit hinten in der Schlange der Beter und kam nicht mehr dran. Es waren schon alle der Kranken gesund geworden :-)

Es war eine große Ehre, dass wir Schüler dann an einem der beiden Heilungs-Gottesdienste für Leute beten durften, die kamen.

Schönen sonnigen Tag noch!
Daniel

Daniel Brüßler hat gesagt…

oh, hab gerade gemerkt, dass Du meinen Blog ja verlinkt hast, danke für die Ehre!

Bento hat gesagt…

..hört sich sehr interessant an - ist ja der Hit, wenn dort alle gesund geworden sind! Hast du denn auch was für die Praxis im tägl. Leben mitgenommen?

ps - die Verlinkung ist keine Ehre, sondern eine Herausforderung! ;-))

Segen!