Donnerstag, 20. Mai 2010

hier stehe ich...

...und kann nicht anders!

Mir ist schon klar, dass es ganz schön nerven kann, wenn man -wie ich es in letzter Zeit recht häufig tue- gegen bestimmte Entwicklungen und Zustände innerhalb der Gemeinden und der Christenheit im Allgemeinen schreibt. Es hat immer so einen Flair, als wolle man sich über die Anderen erheben, als suche man nach Fehlern, zeige mit dem Finger auf Geschwister und kümmere sich mehr um den Splitter im Auge der anderen, als um das Gebälk im eigenen...

Manchmal scheint es so, als gäbe es nichts Verwerflicheres, als auf Mißstände hinzuweisen - ja das erscheint gelegentl. schlimmer, als die Mißstände selber!

Es ist ja nicht so, dass ich da Freude dran hätte, sondern es kostet mich selber einiges, mir diese Dinge überhaupt näher zu betrachten und mich mit ihnen auseinander zu setzen.
Doch Hand auf´s Herz: Wem nützt es denn, wenn man es nicht tut?

Wenn Mißstände nicht an´s Licht gebracht und beim Namen genannt werden, dann gären sie i.d.Regel sauerteigmässig fröhlich vor sich hin und breiten sich weiter aus und es kommt sogar dahin (und das ist vielfach längst der Fall), dass etwas als völlig normal angesehen wird, was doch meilenweit von der Wahrheit (Wort Gottes) entfernt ist, ja ihr oft genug diametral entgegen steht.

Fast immer werden jedoch zwei "Argumente" in´s Feld geführt:

Wer von euch ohne Schuld, der werfe den ersten Stein
- und -
es sei doch ein Zeichen von Arroganz oder Lieblosigkeit, andere und "ihren Glauben" zu kritisieren.

Nun, die Sache mit dem Stein passt aus folgendem Grund gar nicht:
Hier wird ja auf die alttestamentliche Todesstrafe für Übertretungen des Gesetzes angespielt und auf Jesu geniale Antwort, die eine Mentalität bloßstellt die meint, andere völlig mit Recht zu Tode bringen zu müssen, aber selber mit seinen (versteckten) Sünden ungeschoren davon kommen zu können...



Gott sei Dank hat Jesus die Gnade über das Recht gestellt!
...sonst hätte bekanntlich niemand von uns eine Chance!

Von daher hat es überhaupt nichts mit der Forderung nach vermeintl. gerechter Strafe zu tun, wenn man Geschwister auf Verfehlungen hinweist oder Mißstände innerhalb der Gemeinde aufdeckt oder anprangert - den darin Verstrickten ermöglicht es die Umkehr, den Anderen kann es als Warnung dienen!

Es geht ja nicht darum, jemandem zu Tode zu bringen, sondern zurück zum Leben!

Somit handelt es sich nach meinem Dafürhalten vielmehr um einen (wenn auch sehr unbeliebten) Liebesdienst, der dem der sich angesprochen weiß, natürlich zunächst nicht so erscheinen wird. Wenn man sich selber als aufrecht und gottgefällig (oder wenigstens ernsthaft) wahrnimmt (und einen die Umwelt darin bestätigt), wurden Hinweise auf Sünde, Götzendienst u.ä. noch niemals dankend angenommen, sondern eher derjenige zur Strecke gebracht, der darauf angesprochen hat!

Jesus selber ist uns hierin Beispiel und es findet wohl auch heute oft genug i.d.Gemeinde genau so statt - das ist fatal und betrübt den Geist Gottes zutiefst!

Was mich von daher noch viel mehr erstaunt ist, dass auch solche Geschwister den Angesprochenen "zu Hilfe eilen", die gar nicht in entsprechende Dinge verwickelt sind, ja die sie selber "theologisch" sogar ablehnen, aber man möchte "um des lieben Friedens willen" doch besser niemandem "zu Nahe treten".

Hier ist oft eine völlig falsche "Gnade" am Werke. Möchte man wirklich nur die Konfontation vermeiden, oder fürchtet eher, dass auch die eigene Schieflage angesprochen werden könnte, wenn das "Kartell des Schweigens" gebrochen wird?...

Die Nachfolge ist kein Schokoriegel und wir alle haben eine große Verantwortung, nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch "unser Lager" sauber zu halten:

"Denn Jahwe, dein Gott, wandelt inmitten deines Lagers, um dich zu erretten und deine Feinde vor dir dahinzugeben; und dein Lager soll heilig sein, daß er nichts Schamwürdiges unter dir sehe und sich von dir abwende."
(5.Mo.23:14)

---

Als sie Jesus nach den Zeichen Seiner Wiederkunft und der Vollendung der Zeitalter fragen, antwortete Er:

"Seht zu, daß euch niemand verführe!"
(Mt.24,4b)

Das erste Zeichen ist also die Verführung, mit der -wenn möglich- auch die Auserwählten vom Weg abgebracht werden sollen!

Wer dabei allerdings nur an die schädlichen Einflüsse der Welt denkt, ist auf einem Auge blind:
Wir haben eine Vielzahl von Warnungen vor den Wölfen im Schafspelz, die die Herde nicht schonen - vor den falschen Brüdern, die wie Wolken ohne Wasser sind - vor falschen Lehren zum Ohrenkitzeln - vor einem anderen Evangelium uswusw...

Das sind alles Gefahren die innerhalb der Gemeinden drohen!

Man möge mir also bitte glauben, dass ich keinerlei Freude dran habe, mich mit solchen Dingen zu beschäftigen und in der Scheiße rumzustochern -
ich bin immernoch viel lieber hallelujamässig unterwegs!

Es mag ein unbeliebtes und "schmutziges Geschäft" sein, sich mit dem Unrat innerhalb der Gemeinde zu befassen, doch wenn der Geist mich so leitet, werde ich mich auch weiterhin nicht scheuen Tacheles zu reden.

"Die da sündigen, überführe vor allen, auf daß auch die übrigen Furcht haben. Ich bezeuge ernstlich vor Gott und Christo Jesu und den auserwählten Engeln, daß du diese Dinge ohne Vorurteil beobachtest, indem du nichts nach Gunst tust."
(1.Tim. 5:20,21)

***

Kommentare:

Geier hat gesagt…

Das Problem ist nicht neu, lieber Bento: http://www.geiernotizen.de/citat-xii

flunra hat gesagt…

Alles hat seine Zeit schreibt der Prediger. So ist es auch mit dem Ermahnen, Zurechtweisen. Wenn uns der Geist Gottes daran erinnert es zu tun, dann sollten wir nicht zurück schrecken, sondern es tun, aber in Liebe und Sanftmut, damit niemand vor den Kopf gestoßen wird, und er dann selbst eine Entscheidung treffen kann.
Nichts ist schlimmer als das ständige "Das darfst Du nicht! Wie lange willst Du das noch tun? usw". Es führt zur Verhärtung und Abschottung und dann ist kein Gespräch mehr möglich.
Für bestimmte Dinge muss man auch mal in die Fanfare blasen und es öffentlich sagen, wenn ein Angriff auf die Gläubigen gefahren wird z. B. wenn unser Gott JAHWE und sein Sohn Jesus Christus mit allen anderen Götzen dieser Welt gleich geschaltet wird und man auch die von ihm gegebene Ordnung nicht mehr anerkannt wird.
Unser Gott ändert sich nicht, egal was Menschen über ihn sagen. Er bleibt der Schöpfer Himmels und der Erden und hat alles durch sein mächtiges Wort geschaffen.
Die Hauptsache unseres Tuns ist aber die Verherrlichung unseres Gottes und Erretters Jesus, in dem wir von dem neuen Leben sprechen, dass er uns geschenkt hat.
Eine Jauchengrube muss man sichern, dass keiner hinein fällt. Wir sind aber nicht aufgefordert jedes Bestandteil von ihr zu analysieren. Je mehr wir wissen, wer was falsch gemacht hat, desto mehr müsen wir vergeben, damit wir kein Schalksknecht werden und unser eigenes Heil verspielen.
Also warnen und Hilfestellung geben, um auf den richtigen Weg zu kommen, ist unsere Aufgabe, damit keiner verloren geht.
Am Ende liegt aber die Entscheidung bei jedem Einzelnen, denn wir können mit keiner Kraft der Welt jemanden in das Reich Gottes hinschieben. Jeder muss auf das Ziehen des liebenden Vaters eingehen. Ein Schritt ihm entgegen und er ergreift uns, damit wir nicht wieder zurück weichen können.
Es ist so schön zu wissen, dass wir von Gott ergriffen sind, wie es Paulus schreibt. Er hatte es noch nicht ergriffen,die ganze Herlichkeit Gottes und seines Reiches, aber er wusste, dass er von JAHWE ergriffen worden war.
Sind wir echte Herolde unseres Herrn und verkünden das, was er uns täglich aufs Herz legt.
Bleibt in seinem Frieden bei allen Anfeindungen des Feindes. Der Schüler ist nicht besser als der Meister und Jesus wurde von vielen angegriffen, weil sie nicht erkannt hatten, dass er wirklich von seinem Vater JAHWE gekommen war.

Liane hat gesagt…

@Bento, hast es mal wieder punktgenau getroffen, um was es geht, nämlich nicht darum jemandem was schlechtes zu wolln, sondern wachzurütteln und auf Dinge innerhalb der Gemeinde zu zeigen, die so sehr wichtig sind.

Wenn alles geglaubt und gekauft wird wo Jesus drauf steht, aber eine Kopie von Jesus drin ist, ist man getäuscht. Das Prüfen, das uns Jesus immer wieder aufgetragen hat, nicht zu vergessen, lassen leider viele ausser acht.

Bento hat gesagt…

Ja lieber Geier, ich hatte bereits vermutet, dass ich nicht der erste bin, der mit den "Begleiterscheinungen" zu tun hat ...
das Zitat ist wirklich lesenswert!


Genau lieber Flunra, es hat seine Zeit und man erlebt auch, wie sich Spreu und Weizen vonenander trennen - für manches Nötige scheint stets "ungelegene Zeit" zu sein...

Die Worte und Ordnungen unseres Vaters werden leider bereits im christlichen Gewand eingeweicht und aufgelöst, so hat der finale Angriff, mit dem Ziel der Gleichschaltung mit allen Götzen und Religionen, dann leichtes Spiel und wenig Widerstand zu erwarten.


Ja liebe Liane, es ist zwar auch wichtig, den "richtigen Ton" zu treffen, damit Menschen Kritik annehmen können, doch die Motivation dahinter ist das Entscheidende.


Segen

Deborah hat gesagt…

Wieweit kommen wir mit gutgemeinter Kritik? Brauchen wir nicht vielmehr in unseren aufdeckenden Worten die überführende Kraft des Heiligen Geistes?

Joh 16,7 ff...

wie voll des Geistes ist jeder? bist jeder-du zufrieden mit dir in dieser Hinsicht?

flunra hat gesagt…

Hier stehe ich! Sollte auch noch eine andere Bedeutung haben, nämlich die, dass ich am richtigen Platz stehe, dort wo mich Gott haben will. Dies gilt in bezug auf Familie, Beruf und Gemeinde. Am richtigen Platz stehen gibt Sicherheit und Kraft. Ich bin an dem Platz, wo mich Gott segnet, weil ich in seinen Willen bin. Sein Kraftstrom, seine Versorgung erreicht mich.
Dies habe ich das erste Mal so richtig erlebt, als ich 1987 die DDR für eine Besuchsreise verlassen durfte. Ich war in der großen Freiheit und merkte, dass die Menschen die gleichen Sehnsuchte und Probleme in ihrem Leben hatten wie wir. Der Unterschied waren die Kulissen in denen sich alles abspielte. Das Lebensspiel "Der Weg in die Ewigkeit zum Vater" war gleich. So konnte ich getrost wieder nach Hause fahren in ein sicher abgeschirmtes Gefängnis von rund 400 x 600km Größe, weil ich wusste, dass mich Gott dort versorgt, wo ich mit meiner meiner Familie lebte. Wir waren am richtigen Ort und konnten hier Licht und Salz sein. Auch wussten wir, wer der Feind war, denn die Gottlosigkeit wurde überall propagandiert. Wer aber klar gesagt hat, wem er nachfolgt, hatte schon gesiegt. Mit Jesus wollte sich keiner anlegen, wohl aber mit den verschiedenen Kirchen. So habe ich gelernt, auf den Herrn zu vertrauen und nicht auf ein Organisation. Auch die Kinder wurden in der Schule respektiert, dass es keinen Kompromiss gibt zwischen Jesus und dem Atheismus. Dem Herrn gebührt ein großes Halleluja für all die Durchhilfen in diesen Jahren. Auch bin ich sehr dankbar, dass meine Kinder in dieser Zeit zu ihrem Erlöser und Heiland gefunden haben und es auch bezeugten. In der Schule sollte das Lied "Da hilft kein heulen und kein beten" gesungen werden. Mein Junge tat es nicht und sollte seinen Pfarrer fragen, ob er dies so tun dürfe. Er fragte seinen Pfarrer nicht und der Lehrer war darüber erbost. Dann bekam er eine direkte Antwort: "Wenn ich bete und Gott erhört mein Gebet, dann kann ich nicht mitsingen, denn ich würde lügen". Es gab keine Fragen mehr, denn hier konnte der Lehre nicht gegen Angelerntes vorgehen, dass es falsch sei. Er war mit dem Echten in Berührung gekommen.
So sollen wir an unserem Standort sein, echt und kraftvoll in dem Herrn Jesus Christus!
Seid standhaft und lasst euch von keinem Wind der Welt umhauen!!!

Apassionata hat gesagt…

Die Motivation und das mich der heilige Geist antreibt zum Guten, denke das ist wichtig. Als Begleitung schenkt der Geist Gottes die Liebe und den richtigen Ton. Der liebevolle Ton ist genauso wichtig wie die Motivation. Dann kann man auch alles sagen und Tacheles reden. So mal aus apassionatischer Sicht geäüßert. Andererseits muß ich selber für mich auch kritikbereit sein nachzudenken und mich auch dann ändern. Einsicht und Umkehr müssen auch reifen dürfen.