Dienstag, 8. Dezember 2009

Leckere Früchte

Heutzutage ist es ziemlich schwierig wirklich gutes Obst zu bekommen. Vieles, was gut aussieht, ist voller Giftstoffe und manches, was nicht sehr spektakulär daher kommt, ist gesund und voller Vitamine.

Ähnlich ist es im geistlichen Leben.
Es scheint heutzutage ziemlich schwierig zu sein, das wirklich Gute vom schönen Schein zu unterscheiden. Jeder preist seine Theologie und Überzeugungen an und versucht sie möglichst appetittlich auf dem Markt zu positionieren. Also was ist der Maßstab, wie können wir die Ware prüfen?

Jesus sagt dazu:
"An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen".
(Mt.7,20)

Also doch an den Früchten selber?

Normalerweise wird jetzt hier an die Frucht des Geistes aus Gal.5,22 gedacht:
Liebe, Freude, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit.
Meinte Jesus das, als er von dem Erkennungsmerkmal falscher Propheten sprach?
Im Zusammenhang spricht Er ja grade davon, dass diese falschen Propheten "in Schafskleidern" daher kommen - also die Frucht des Geistes, wie z.B. Freundlichkeit, Sanftmut oder Enthaltsamkeit sehr gut vortäuschen können und sicher auch gerne von Liebe reden.

Das hilft also nicht wirklich weiter...

Hier lohnt es sich wiedermal genauer hinzusehen, denn die Frucht des Geistes ist EINE FRUCHT mit VIELEN AUSWIRKUNGEN - und diese betreffen die Persönlichkeit des Gläubigen. Bei den "falschen Propheten" geht es aber um falsche Religion, die nicht nach dem Wort Gottes redet und handelt. Hier läuft es genau anders herum: EIN BAUM - VIELE FRÜCHTE, Wort Gottes = gute Früchte, menschliche Theologie = faule Früchte.

Jesus selber hatte natürlich die Frucht des Geistes in aller Vollkommenheit, denn Er lebte im Geist. Der Geist wird sie auch in uns bewirken, solange Er in uns wirksam ist. Doch was sind denn nun die Früchte, die Jesus sehen möchte und an denen wir den guten von dem faulen Baum (richtige von falscher Lehre) unterscheiden können?

Es sind die gleichen, die Er selber hervor gebracht hat und wie sie auch von der Gemeinde bezeugt werden:
Menschen werden befreit, geheilt und völlig verwandelt! Blinde werden sehend und kehren nicht wieder in "das Dorf zurück"; völlig abgedrehte Typen sitzen anständig angezogen zu den Füssen Jesu und hören zu, was Er sagt; Gelähmte stehen auf vom Krankenlager und preisen den allmächtigen Gott!




ahh - lecker lecker! Wenn du davon mal gekostet hast, wirst du wohl kaum noch auf die faulen Früchte reinfallen...


..denn wo nur schöne Worte geredet werden und doch alles beim alten bleibt, wo nicht Gottes Kraft wirksam ist, die Menschen wirklich befreit, sie heilt und verwandelt, da handelt es sich schwerlich um das, wofür Jesus sein Blut gelassen hat.

..ähhh, STOPP - Momment mal - Jesus spricht doch im Zusammenhang hier grade von den Leuten, die zu ihm sagen werden:

"Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt, und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan?"
(V.22)
...warum nennt Er sie denn dann Übeltäter, die Er nie gekannt hat?

Auch hier ist die Antwort wieder im Detail versteckt:
Diese Übeltäter sagen doch tatsächlich "WIR" haben dies und das getan! Sie geben dadurch nicht Gott die Ehre und Jesus bezeugt, dass Er nichts mit ihnen zu schaffen hat!!!

Wo aber der Geist Gottes wirksam ist, da werden z.B. einfache Fischer zu Männern, die mit Vollmacht, ohne Furcht und entgegen den gängigen religösen Ansichten ihrer Zeit, die unglaublichste aller Botschaften verkünden und die verheißenen Zeichen folgen, denn DER HERR SELBER WIRKT und bestätigt das Wort durch Zeichen und Wunder! (Mk.16,20)

Das macht hier wiedermal den ganzen Unterschied:
ALLE EHRE UNSEREM WUNDERVOLLEN VATER!!!


"Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor Weisen und Verständigen verborgen hast, und hast es Unmündigen geoffenbart."
(Mt.11,25)

***

Kommentare:

Helmut privat hat gesagt…

Ähh Bento, mit der Panzerfaust aus der Hüfte schießen?? ;-)

Zuerst vorweg; Auch ich glaube, daß in einer Bewegung Gottes das verkündigte Wort durch Zeichen und Wunder bestätigt werden soll.

[Mk 16,20] Sie aber gingen aus und predigten allenthalben; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen.


Lieber Bento, Dein -Wir haben das getan- ist ein schwacher biblischer Beweis, daß man daran erkennen kann, daß es nicht von Gott ist.
Auch Petrus sagte "was Wir haben das geben wir". Im Namen Jesu....

Ich glaube, daß es nicht so einfach ist immer zu erkennen ob Dienste von Gott sind oder nicht

Wunder sind kein sicheses Erkennungszeichen.

Aber "Keine Wunder" sind auch kein Erkennungszeichen *g* :-)

Ich habe Bewegungen gesehen, die gut aussahen, und dann ....Faule Frucht

Bewegungen die mir nicht so gefielen längere Zeit beobachtet, und dann, es geschah viel Gutes (Z.b. die ganze Volxbibelsache ;-) )

Ich glaube wir kommen nicht "drum herum" Dienste länger Zeit mit einem offenen Herzen und einer wohlwollenden Haltung längere Zeit zu betrachten.
Auch ist es gut zu wissen, daß wir Güte und die Barmhezigkeit Gottes nötig haben,

Zum Schlß möchte ich noch folgendes sagen:

Ich persönlich nehme mir nicht die Zeit, Dienste längere Zeit zu prüfen, in denen Gott nicht mit Zeichen und Wunder bestätigt.

Ich hab da meine Schwerpunkte gesetzt.
Die Zeit gehört Gott und ich will verantwortungsvoll damit umgehen. ;-)

Es wäre da noch viel zu sagenn, aber............

SecondAttempt hat gesagt…

Ich habe mich schon immer gefragt, wieso bei den Früchten, die Christen bringen sollen, sofort die Früchte des Geistes angeführt werden. Für mich (als theologischer Laie) stellt sich das so dar:
Ein Birnbaum bringt als Frucht Birnen, ein Apfelbaum Äpfel und ein gläubiger Mensch bringt gläubige Menschen. Was ist daran so kompliziert? Ich kann nur in den Menschen, denen ich durch Gottes Gnade den Weg zum Kreuz zeigen durfte, eine bleibende Frucht sehen.
Die Früchte des Geistes sind doch nur die Blätter und Zweige an einem "Menschenbaum", damit er die ihm gemäße Frucht überhaupt bringen kann.

Grüßle, Sec

Quincy hat gesagt…

Hmm - schwere Kost. Das ist ein Thema, dass mich schon oft beschäftigt hat. Jetzt lese ich Bent's Beitrag und dachte: Ja - genau! Dann die beiden Kommentare und vor allem der von SecondAttempt spricht mich an.

Ein gläubiger Mensch bringt gläubige Menschen als Frucht :) - klingt irgendwie logisch.

Andererseits: diese Früchte sind eben auch sehr schwer zu erkennen. Denn eine falscher Prophet würde dann ja auch viele "falsche Gläubige" als Frucht bringen.

Ich bin verwirrt!

Bento hat gesagt…

Moin!
Oh, dann muss ich wohl doch gleich noch was bemerken, bevor die Verwirrung bei Quincy noch Überhand nimmt ;-)

hehe - du hast so recht Helmut, das war wirkl. mal wieder aus der Hüfte geschossen und ich hätte den ganzen Post schon fast i.d.Tonne gedrückt wegen den "Herr,Herr" Wundertätern, aber Jesus hat die Granate dann doch noch in´s Ziel gebracht... :-D

Es ist genial, dass du grade die Worte von Petrus erwähnst, denn auch mir geht das die ganze Zeit im Kopf herum, doch ich sehe meinen Punkt nur bestätigt:

Kannst du dir irgendwie vorstellen, Petrus oder Paulus oder auch der weniger berühmte Hananias in Damaskus kämen je auf den Gedanken zu ihrer "Rechtfertigung" zu Jesus zu sagen "haben WIR nicht dies und das getan"? - Wohl kaum! Sie alle wissen, dass Gott in ihrer Schwachheit wirksam ist und das absolut KEINE Rechtfertigung ist. Sie legten allergrößten Wert darauf deutlich zu machen, dass es Gott selber ist, der da handelt!

Bei besagter Angelegenheit mit Petrus finden wir das als allererste Aussage in Apg.3 Verse 12+13 und später auch immer wieder vor Gericht bestätigt...

Das scheint mir wirklich der gravierende Unterschied zu sein!
Sagen wir: Wir sind Gottes Kinder und deshalb tun WIR... (Hochmut)
oder sagen wir: Wir sind Gottes Kinder und deshalb tut ER! (Demut)


Ja lieber Sec, das hast du super formuliert und ich stimme dir 100pro zu! Ich habe in diesem Post den Glauben extra nicht so in den Mittelpunkt gestellt, weil sonst gleich wieder der gedankliche Kurzschluss entstanden wäre - also liegt es doch an uns...

natürlich ist der Glaube die "Athmosphäre", in der Gott wirksam wird und das ist es auch, was Petrus hatte, als er sagte: "Was ich HABE, das gebe ich dir!" Es war nicht SEINE Kraft, Wunder zu tun, sondern sein zweifelsfreier Glaube, dass Gott es tun wird!

Lieber Quincy - ich hoffe sehr, die Klarheit gewinnt recht bald wieder Oberhand bei dir... ;-)

Segen

curioustraveller hat gesagt…

Die Frucht von gläubigen Menschen sind gläubige Menschen - richtig. Wie schon jemand anders sagte: Die Frucht des Apfelbaums ist nicht der Apfel sondern die nächsten Apfelbäume.

Und trotzden würde ich Galater 5,22 nicht so schnell vom Tisch wischen - da geht es um die Früchte, die der Heilige Geist in unserem Leben wirkt, und die im Galaterbrief als Kontrakonzept zur menschlichen Selbstsucht genannt werden. Das, was ich tue, voll und ganz aus Liebe zu Jesus zu tun - das ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Und erst das gibt die Kraft, die von Dir genannten Früchte hervorzubringen - eben nicht aus mir selbst zu handeln, sondern aus der Kraft Gottes.

Herliche Vorweihnachts-Grüße nach Portugal! Segen!

Bento hat gesagt…

...womit wir uns vollkommen einig sind, lieber curioser Reisender :-)
erst IN uns und dann DURCH uns - so klappt das dann auch...

Danke für die Grüße!
..irgendwie kommt hier noch keine rechte Weihnachtsstimmung auf - wir haben heute mal ein paar Lämpchen in die Palme gehängt, villt. hilft das... ;-)

Segen auch euch!

Quincy hat gesagt…

So klar ist es mir noch nicht :) ehrlich gesagt. Aber deutlicher ist es geworden. Vielleicht ist es aber auch noch etwas früh am morgen (8.47) - obwohl ich schon Kaffee intus habe :).

Werde mir das heute abend in meiner stillen Zeit nochmal ansehen!

Danke für alle Erklärungsversuche!

Segen Euch allen!

Donralfo hat gesagt…

Bento sagte:
Bei den "falschen Propheten" geht es aber um falsche Religion, die nicht nach dem Wort Gottes redet und handelt.

Ich möchte noch einen anderen Gedanken beisteuern. Meiner Meinung nach geht es bei den falschen Propheten gar nicht in erster Linie um "falsche Lehre" oder falsche Religion. Denn die Auslegung des Wortes Gottes ist oft eine verwirrende Angelegenheit und auch der Teufel kann ja bekanntermaßen recht gut die Bibel zitieren und verdrehen. Es ist oft ziemlich schwer die Irrtümer in einer Irrlehre klar zu erkennen und herauszuarbeiten. Weil sie eben mit vielen (scheinbar) schriftgemäßen Argumenten daherkommt.

Und auch die fehlenden oder vorkommenden Zeichen und Wunder sind m.E. nicht das entscheidende Kriterium der Unterscheidung.
Du hast nämlich einen wichtigen Halbsatz in Deiner Analyse unterschlagen:
"Sie kommen in Schafskleidern - aber inwendig sind sie reißende Wölfe!"

Das wirft ein Licht auf den Antrieb und die Motivation der falschen Propheten. Sie meinen es nicht wirklich gut mit den Schafen, denen sie angeblich "dienen" wollen. Sie suchen nur ihren eigenen Vorteil: Die Wolle der Schafe und ihr Fleisch und Blut! Sie nutzen die Herde für ihre Zwecke aus anstatt sie zu weiden und zu schützen.
Sie sind reißende Wölfe!
Von daher finde ich den Vorschlag, die "Verdächtigen" eine längere Zeit zu beobachten sehr gut. Es entpuppt sich oft erst spät, ob diese Leute ihren eigenen Vorteil suchen oder das Wohl der Herde.

Donralfo hat gesagt…

Ps. Und Früchte bzw. neue Apfelbäume wachsen langsam...

Anonym hat gesagt…

DonRalfo, dass hast Du sehr schön formuliert. Ich liebe es, wenn sich Menschen so gut ausdrücken können. Aber mehr liebe ich es, wenn Menschen auch danach handeln würden, sich schützend vor diese Schafe stellen, die angegriffen werden. Wer traut sich das heutzutage schon zu. Jeder ist sich selber lieber der Nächste. Aber ich bewundere Deine Ausdrucksweise, sie sagt die Wahrheit, was sich heutzutage auch nicht mehr viele trauen, so anzudeuten. Oder es verlernt haben.

Robert hat gesagt…

Danke erstmal für den Beitrag und Kommentare. Gibt zu denken. Is ja nichts neues . Meiner Meinung nach wenn wir uns Christen gegenseitig höher achten als sich selber, uns gegenseitig dienen und helfen (was auch im Großen geschieht)ist das Gesetz erfüllt, dann haben wir auch unsere leckere Früchte.

Bento hat gesagt…

Hi Don Ralfo :-)

ja, das ist ein sehr guter Hinweis, die Motivation ist wirklich absolut entscheidend!
ich meine das ja auch deutl. angesprochen zu haben, ich bin im Ganzen wohl zu sehr auf dem "richtige / falsche-Lehre" Ding herumgeritten...

..und den Aspekt der reissenden Wölfe hab ich allerdings nicht sonderlich beleuchtet, das stimmt!
die Frage stellt sich mir da aber, wie lange man denn so einem "reissenden Wolf" zuschauen und ihn dabei beobachten sollte, wie er die Herde zerfleischt...

ich denke, wir sollten uns da viel weniger auf empirische Studien stützen und auch nicht auf unser eigenes Urteil oder das, was sich vor Augen abspielt, sondern darauf , dass wir geistliche Dinge eben geistlich beurteilen.

Das ist durchaus keine "fromme Formel", sondern bedeutet, dass letztlich nicht WIR es beurteilen, sondern dass wir auf das Urteil des Geistes hören - Er allein kann die Geister unterscheiden! Dazu müssten wir und unsere Gemeinde allerdings auch mit dem Hl.Geist unterwegs sein und es gelernt haben, auf Seine Stimme zu hören...

Der Hl.Geist schenkt ja auch sehr gerne Leuten in einer Gemeinde diese Gabe der Geisterunterscheidung, doch weil danach heute selten gefragt wird und andere Kriterien eine so wichtige Rolle eingenommen haben, deshalb können die Wölfe lustig wüten und wir hören derweil so lähmenden Predigten zu wie "wir dürfen niemanden verurteilen" "wir müssen alle Menschen lieben" und "ein Christ sollte tolerant sein" usw... pfff

Wer Kinder hat, der weiß, dass es weder eine "Verurteilung" ist, wenn ich sage "so geht das aber nicht" noch ein Zeichen von Lieblosigkeit! Und Toleranz wurde von Jesus auch weder gelehrt noch gelebt!

@ Anonym,
ja, "schützend vor die Schafe stellen", das ist eine gute Frucht!

@ Robert
ja, das ist eine seeeehr leckere Frucht, den Nächsten hoch zu achten!


...ach, Leute - mein Herz brennt! Lasst uns nicht zu sehr mit Worten nach Wahrheit suchen, denn die Wahrheit ist eine Person! Wenn JESUS da ist, zieht er jedem Wolf die Zähne!!

Segen