Montag, 21. Dezember 2009

Auf welchem Weg bist du?

Was ist nach menschlichem Ermessen die beste Möglichkeit, eine enge Tür für möglichst viele Menschen zu einem Eingang zu machen? Und was tun Menschen um eine schmale Strasse verkehrstauglich und sicherer zu machen? Genau - sie werden verbreitert und ausgebaut! Was nun bei einem alten Haus mit zu engen Türen, oder um eine schmale Strasse für den modernen Verkehr nutzbar zu machen durchaus sinnvoll ist, hat in Bezug auf das Evangelium und die Nachfolge fatale Folgen: Wir machen eine Tür und einen Weg zum Verderben daraus:

"Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind es, die durch diese eingehen. Aber eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden."
(Mat.7,13+14)


Es erscheint so einleuchtend und verständlich und alle sehnen sich doch danach, möglichst viele Menschen für Jesus zu gewinnen, also versuchen wir, den Eingang problemlos passierbar zu machen und den dann folgenden Weg möglichst angenehm zu gestalten. Doch wem schon bei seiner Bekehrung nicht durch den Heiligen Geist das totale Scheitern JEDES menschlichen Weges ohne Jesus offenbar wird und die Abkehr von ALLEM eigenen Bemühen deutlich gemacht und eingefordert wird, bei dem kommt es kaum zu einer wirklichen Kapitulation und Umkehr und so werden schwerlich Leute zu Jüngern gemacht, die den schmalen Pfad zu gehen bereit oder überhaupt in der Lage sind. Daher muss dann in der Folge auch der Weg ständig "ausgebaut und verbreitert" werden - nur leider ist er dann nicht mehr der Weg des ewigen Lebens!

Die Gnade ist zwar umsonst, aber sie kostet uns eine Menge!

Wenn wir nicht von Anbeginn damit konfrontiert werden, dass Freundschaft mit der Welt, auch Feindschaft mit Gott bedeutet und wem nicht klar ist, dass die Liebe zu Gott und das Leben im Geist bedeuten, all das abzulegen und sogar zu hassen, was in unserem Leben noch "von der Welt" ist und uns an sie bindet, wie können wir dann mit dem erfüllt werden, was vom Vater ist? Das Licht hat keine Gemeinschaft mit der Finsternis -

also komm ins Licht!




Lass es deine Freude sein, zu den Wenigen zu gehören, die den Heiligen Geist und die Schärfe des Wortes nicht nur bei sich selber lieben, sondern die auch soviel Liebe haben, kein massentaugliches Puffreis-Evangelium in diese dunkle Welt zu tragen und keinen weichgespülten Jesus zu predigen - es gibt eben nur den einen: Er hat sein Selbst und diese Welt überwunden und wir folgen Ihm darin...

Ein Lächeln des Vaters hat tausendmal mehr Glanz, als der jubelnde Applaus und die Zustimmung der ganzen Welt!

***

Kommentare:

Robert hat gesagt…

Leider geht das net, wie soll man einen Pfad grösser machen der am Rande der Felswand liegt? Absturzgefahr! LG Robert

Liane hat gesagt…

Hi Bento, erst mal ein Kommentar zu dem wunderschönen Foto, ich liebe solche Landschaften.

Was der schmale Weg bertifft, empfinde ich es ganz oft auch so wie du. Kenne einige die versuchen es den menschen so angenehm und schmackhaft zu machen wie nur möglich, aber ein halbes Evangelium bringt keine ganze Hingabe zu Jesus. In den Büchern von den alten Erweckungspredigern lese ich es immer wieder. Eine Erweckung hat immer mit einer tiefen Buße begonnen.
LG Liane

Liane hat gesagt…

Denen die nicht im Buch des Lebens stehn kann man es noch so schmackhaft machen und es kommt nichts an, weil sie geistig blind bleiben.

Die welche im Buch des Lebens stehn, kommen nicht drum herum (siehe Paulus) sie können Jesus (dem Geist Gottes) nicht lange wiederstehn.

Ich denke es gibt viele die getrieben, schon so ne Art Manie entwickelt haben, los zu gehn und die Menschen für Jesus zu begeistern. Ganz anders ist es vom Heiligen Geist geleitet zu evangelisieren, da steckt ne Autorität dahinter die nicht von einem selbst ist. Dies unterscheiden zu können, durch den Heiligen Geist ist sehr wichtig.

Helmut privat hat gesagt…

Hallo Ihr, diesmal erlaube ich mir einen längeren Artikel von Tozer einzufügen.
*g*


Das Problem mit den großen Zahlen
Die Frage der Anzahl und ihrer Beziehung zu Erfolg und Misserfolg im Werk des Herrn ist etwas, was vielen Christen Schwierigkeiten bereitet.
Mit dieser Frage beschäftigen sich zwei entgegengesetzte Denkschulen.
Es gibt zum Beispiel Christen, die sich gar nicht damit befassen, weil sie diese für unter ihrer Würde halten. Sie entsprechen den Liebhabern intellektueller Musik, die sich entschieden weigern anzuerkennen, dass irgendetwas von Wert sein könnte, was nicht von Bach, Beethoven oder Brahms komponiert wurde.
Sie wissen sich in der Minderheit und rühmen sich dessen; denn ihrer Meinung nach ist es eine sehr, sehr überlegene Minderheit, und so blicken sie verächtlich auf alles herab, was an etwas Freude hat, das nicht so kompliziert wie eine Symphonie ist.
Natürlich ist das kultureller Snobismus und verrät uns mehr über solche Personen, als ihnen lieb ist. Sie erinnern uns an die elitären Leute, von denen Colton schrieb:
So abgrundtief verachten sie das Volk, dass wenn die großen Haufen per Zufall richtig geh n, sie darum in die falsche Richtung laufen.
Nun habe ich auch unter Christen einige getroffen, die sich einer Art geistlichen Snobismus schuldig machen, was ihnen selbst sicher gänzlich unbewusst ist. Sie fühlen sich so heftig von dem gewöhnlichen Allerwelts-Christentum abgestoßen, dass sie mit dem großen Haufen nichts mehr zu tun haben wollen. Sie ziehen es vor, im kleinen, erlesenen Kreis am Tisch des Herrn zu sitzen, die tiefen Dinge des Herrn zu bewundern und – wie ich fürchte – ein ganz klein wenig auch sich selbst. Das ist eine Art protestantischen Mönchstums ohne Kutte und Rosenkranz; denn man versucht den christlichen Glauben vor Verunreinigungen zu bewahren, indem man sich von den vulgären Massen absondert.
Die Motive mögen anerkennenswert sein; aber die Methoden sind ganz und gar unbiblisch, und sie handeln aus einem völlig anderen Geist als unser Herr.

Helmut privat hat gesagt…

Hier der 2. Teil


Die andere, entgegengesetzte Schule ist die weitaus vernehmbarere und hat bei weitem die meisten Anhänger in evangelikalen Zirkeln unserer Tage. Ihre Philosophie, wenn man sie so nennen darf, ist diese: Wir müssen die Massen erreichen, einerlei wie. Die Anhänger dieser Lehre scheinen sich mehr mit der Quantität als mit der Qualität zu befassen. Sie scheinen von dem Eifer verzehrt zu werden, »die Leute hereinzubringen«, auch wenn sie ihnen wenig zu bieten haben, wenn sie drin sind. Sie nehmen sich sowohl in der Lehre als auch in den Methoden unentschuldbare Freiheiten heraus. Die Bibel wird eher als Steinbruch benutzt als dass sie ausgelegt wird, und das Herrsein Christi wird fast völlig ignoriert. Dann wird Druck ausgeübt, um die Leute (die, nebenbei gesagt, mit ganz anderen Dingen im Kopf in die Versammlungen kamen) zu überreden, Christus anzunehmen, indem man ihnen versichert, sie würden dann Frieden im Herzen und Erfolg in geldlichen Dingen haben, gar nicht zu reden von guten Schulabschlüssen und wenigen Schlägen auf dem Golfplatz.
Die Manie, um jeden Preis die Massen anzuziehen, hat die amerikanische Christenheit fest im Griff und steht als Motiv hinter einem erschreckend hohen Prozentsatz aller christlichen Initiativen. Männer und Gemeinden wetteifern um die Aufmerksamkeit zahlungskräftiger Massen, die mit Hilfe aller möglichen, in der Welt heute beliebter Kinkerlitzchen und Kunststücke angelockt werden, nach außen hin, um deren Seelen zu retten, in Wirklichkeit aber vor allem aus gar nicht so lobenswerten Motiven heraus.

Helmut privat hat gesagt…

Nun, der ernste Christ möchte beiden Extremen entrinnen, doch bedrückt ihn die Frage, wie es mit den großen Zahlen zu halten ist, und er bemüht sich, den Willen Gottes für sein Leben und seinen Dienst zu erkennen. Soll er sich um größere Mengen bemühen oder um kleinere? Was ist der Wille Gottes für ihn? Hängt der Erfolg im Werk des Herrn von den Zahlen ab? Kann man mit Quantität ersetzen, was an Qualität fehlt und auf diese Weise zum gleichen Ergebnis kommen?
Vielleicht helfen uns ein oder zwei Bilder. Wenn unser Land durch eine Hungersnot heimgesucht würde und du müsstest in deinem Stadtteil die Hungernden ernähren, zählte dann die Anzahl? Ganz sicher! Wäre es nicht besser, fünf hungrige Kinder zu speisen als zwei? Fühltest du dich nicht verpflichtet, lieber Hunderte als zehn, Tausende als hundert zu ernähren? Gewiss doch! Oder wenn ein Schiff sinkt und deine Gemeinde über ein Rettungsboot verfügt, bedeuten dann Zahlen etwas? Wieder lautet die Antwort: Ja. Denn es wäre doch besser zehn als zwei, hundert als fünfzig zu retten.
So ist es mit dem Werk des Herrn. Es ist besser, viele zu erretten als wenige. Jeder Verlorene, der nach Hause gebracht wird, erhöht die Freude der Engel und verstärkt den Chor, der das Lob des Lammes singen wird. Ganz offensichtlich ging es dem Herrn, als Er hier auf der Erde war, um die Massen. Und so sollte es auch Seinen Nachfolgern gehen. Eine Gemeinde, die kein Interesse an Evangelisation und Mission hat, ist in jeder Beziehung unter dem normalen Standard und hat eine Erweckung bitter nötig.
Unser ständiges Bemühen sollte sein, so viele Menschen wie möglich mit der christlichen Botschaft zu erreichen, und aus diesem Grunde sind Zahlen von entscheidender Bedeutung. Aber unsere oberste Verpflichtung besteht nicht darin, Bekehrte zu machen, sondern die Ehre Gottes in einer Welt aufrecht zu erhalten, die nur auf die Herrlichkeit des gefallenen Menschen bedacht ist. Einerlei, wie viele Personen wir mit dem Evangelium erreicht haben, wir haben versagt, wenn wir zusammen mit der Botschaft der Einladung nicht mutig die abgrundtiefe Sündigkeit des Menschen und die transzendente Heiligkeit des allerhöchsten Gottes verkünden. Wer die Wahrheit zugunsten großer Massen abschwächt oder komprimitiert, verunehrt Gott und fügt den Seelen der Menschen schweren Schaden zu.
Die Versuchung, die Lehre Christi in der Hoffnung abzuändern, dadurch würden Ihn große Scharen »akzeptieren«, ist sehr groß in unseren Tagen der Hochgeschwindigkeit, der lauten Töne und der Massen. Aber wenn wir wissen, was gut für uns ist, werden wir uns dem mit allem, was uns zur Verfügung steht, widersetzen.
Nachgiebigkeit kann nur zu einer schwächlichen und unbrauchbaren Christenheit in dieser Generation und zu Tod und Untergang in der nächsten führen.

Bento hat gesagt…

Hi Robert,
da hast du recht - eigentlich geht es nicht und der Versuch ist tödlich!

Hi Liane,
ja das ist wirklich so - Erweckung kommt aus der Buße und Umkehr! Das kann man auch prima an sich selber beobachten! ;-)...

Hallo Helmut,
danke für den Beitrag! Also "zahlenmässig" müsste man sich ja keine so große Sorgen machen, immerhin stellen die Christen weltweit eine deutliche Mehrheit (auch wenn die Muslime aufholen) - doch wir wissen doch alle, wer da so alles mitgezählt wird...

"Ganz offensichtlich ging es dem Herrn, als Er hier auf der Erde war, um die Massen. Und so sollte es auch Seinen Nachfolgern gehen."

ach wirklich? woher kommt denn diese Ansicht?
ich halte das für einen Trugschluß: Jesus geht es um den einzelnen Menschen!
Ok, er ist für die Sünde der ganzen Welt gestorben usw, aber die Gleichnisse gehen doch eher auf "die Wenigen, das EINE Schaf, den EINEN Sohn, die kleine Herde"...
Er mahnt auch an, die Kosten zu überschlagen und stellt klar, dass Er nichtmal ein Bett sein eigen nennt usw...

die krassesten Ansagen (auf die ich auch im Post bezug nehme) ist und bleiben diese: "Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater und seine Mutter und sein Weib und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein" (Luk.14,26) - die er übrigens auch zu einer großen Volxmenge sagte! (V.27) - ok, es geht hier mehr um den Vergleich zur Liebe, die wir zum Vater haben, wie doe Parallelstelle bei Mat. offenbart, aber wie oft findet man das denn, dass Gott wirklich die absolute Nr.1 ist?

Bei einer anderen "guten Gelegenheit" als eine große Volxmenge hinter ihm her war, hat Jesus sie mit Ansagen wie "ihr müsst mein Blut trinken und mein Fleisch essen, sonst bringt das alles nix" geschockt und in die Flucht getrieben. Welcher moderne Evangelist hat heute diese Ein-sicht, und würde da nicht lieber dem Volk die Ohren kitzeln?...

Segen euch!

Apassionata hat gesagt…

Ich glaube, wenn man richtig im Glauben an Gott lebt, hat das automatisch Verkündigungscharakter. Das Christ werden macht eh der heilige Geist. Aber als ernsthafter Christ macht es die Liebe, daß man seine Freunde gläübig und bei Gott sehen möchte. Ich persönlich habe mit mir genug zu tun Gott immer wieder an die erste Stelle zu stellen.(welches Recht habe ich dann anderen zu sagen,wo es lang geht?) Und warum tu ich das nicht immer, weiß ich doch, daß wir ohne ihn nicht tun können und das alles was uns im Leben wiederfährt an ihm vorbei muß. Zumindest will ich ihm dankbar sein.

curioustraveller hat gesagt…

@ Liane: Kann Deine Kommentare voll unterschreiben.

Und auch danke, Helmut, für deine netten kleinen Randnotizen.

Ich glaube, wenn man konsequent mit Jesus lebt (und da werde ich mein Leben lang ein Lerndender bleiben und habe oft den Eindruck, ich stünde noch am Anfang...), dann ergibt sich vieles von selbst. Natürlich sind wir aufgefordert, Stellung zu beziehen und andern von Jesus weiterzusagen. Aber gerade in unserer Zeit kann konsequente Nachfolge ein deutlicher Kontrast zum Leben der Leute um uns herum sein.

Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und viele Erfahrungen mit unserem lebendigen Gott in 2010! Segen!

solidarity-for-lovers.com hat gesagt…

Hallo Bento!
Zu der zahlenmäßigen Überlegenheit der Christen mal eine kleine Aufgabe: Wenn Du 20 Christen hast, die aber alle untereinander verstritten sind, weil jeder einzelne meint nur er allein würde wirklich an Jesus glauben und alle anderen nicht, und dann kommen drei Musleme, die aber zusammen halten wie Pech und Schwefel, was glaubst Du wohl wer gewinnt, wenn beide Glaubensrichtungen aufeinander los gehen?
Ich bin Pastor bei Christ Embassy und neben der Vision unseres Präsidenten, der wir alle folgen, habe ich auch eine eigene Vision, nämlich die von der Einheit aller Christen.
Jesus gab uns ein elftes Gebot:" Liebet einander, so wie ich Euch geliebt habe." Liebe Brüder und Schwestern da draußen, Vergeßt das nicht. Wir folgen alle dem selben Jesus.

Bento hat gesagt…

Hallo "solidarity for lovers" und welcome!

ja, die Einheit der Christen - das ist aber keine Vision, sondern eine vom Heiligen Geist gewirkte Tatsache, die wir bewahren sollen...

..und wenn Christen auf irgend jemanden "losgehen", dann wären sie nur noch "Christen" dem Namen nach. Wir sollen aber die Werke der Finsternis aufdecken und zerstören - DAS ist Liebe in Aktion.

Ja, die Überlegenheit der Christen ist nicht in den Zahlen, sondern in der Tatsache, dass Gott mit uns ist -
EIN Mann mit Gott ist immer in der Mehrheit!

Segen Bruder!