Dienstag, 5. Januar 2010

Braut oder Hure?

...was unterscheidet die Beiden voneinander?

Die Braut ist die Frau eines Einzigen, sie kennt keinen Anderen und es gelüstet sie auch nicht, denn sie findet in ihrem Bräutigam die volle Erfüllung. Sie gibt alles für ihn und wird von ihm auf Händen getragen. Wie herrlich ist sie anzuschauen und wie unnahbar für alle, die keine reine Gesinnung haben. Sie hält sich unbefleckt aus Liebe und sie wird nichts tun, was ihn beleidigen oder verletzen würde. Sie biedert sich auch nicht an, denn sie weis um ihre Erwählung und braucht kein anderes Bündnis zu schließen, als den ewigen Bund mit dem, der sie erwählt hat aus Liebe. Auf diesen Tag der Hochzeit und Vereinigung mit ihm, ist all ihr Denken und Tun gerichtet.



Habt auch ihr Geduld, befestiget eure Herzen, denn die Ankunft des Herrn ist nahe gekommen.
(Jak 5:8)


Sie ist so einzigartig, aber doch voller Bescheidenheit und Demut, sie ist voller Leben und Kraft, aber dabei sanft wie eine Taube. Sie ist unbeirrbar und voller liebendem Vertrauen für ihren Bräutigam. Er ist ihre Hoffnung und ihre Gewissheit und das umgibt sie mit Weisheit, Würde und Geduld. Entschlossenheit und Opferbereitschaft sind auf ihren Wegen und wenn es sein muss, dann kämpft sie wie eine Löwin für die Ehre ihres Gatten.
Sie ist wie der kostbarste Diamant, durch den das reine Licht in tausend Farben erstrahlt.

...

Und die Hure?
Sie ist all das nicht!

Wir sollten uns die Frage stellen, ob wir als Gemeinde wirklich und für die Welt erkennbar, die Braut Jesu sind...

Oh Vater, bereite uns zu, für die Ankunft des Bräutigams. Nichts darf uns wichtiger sein, als uns für ihn zu bewahren und voller Freude sein Kommen zu erwarten. Ja, es ist herrlich die Auserwählte zu sein, doch noch viel herrlicher ist die Hochzeit mit dem Geliebten!

"Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit bereitet. Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen und seine Braut hat sich bereit gemacht."
(Mt.22,2/Off.19,7)


***

(ps - habe vor einiger Zeit mal diesen Artikel geschrieben über die unterschiedlichen Beziehungsformen der Christen zu Gott.)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja, wir sind auserwählt vom Vater für den Sohn. Nichts können wir durch eigene Leistung zu dieser Berufung tun, außer JA zu sagen zu dem Angebot Gottes. Johannes 15, 16 sagt, dass wir erwählt wurden von Jesus, damit wir Frucht bringen für die Ewigkeit. Wir sind so geliebt, dass Jesus sein Leben für uns gegeben hat, um diese Liebe zu erleben und Kinder seines Vaters zu werden. Alle Schuld ist uns vergeben. Nun ist es an uns, so zu leben, dass jeder sehen kann, dass wir erlöst sind. Wir lassen die Liebe des Vaters, die in unsere Herzen ausgegossen ist, in die Welt fließen, damit auch sie den Vater erkennen und den Sohn, zu ihrem Heil. Jesus trug die Sünde des gesamten Kosmos. Es gibt also keinen mehr, der in seinen Sünden sterben muss. Für jeden ist das Blut vergossen worden, aber es muss angenommen werden! Diese Entscheidung nimmt uns Gott nicht ab, denn bei ihm gilt das Freiwilligkeitsprinzip. Wer sich von der Sünde trennt und an den Sohn glaubt, bekommt neues Leben aus Gott.

Bento hat gesagt…

Amen,
so isses!

Robert hat gesagt…

Wir sind noch alle Huren solange wir die Sünde lieben, auf die leichte Schulter nehmen.

"Ihr habt noch nicht bis aufs Blut die Sünde besiegt"
oder so ähnlich geht der Bibelspruch.

Der Weg ist schmal mit IHM in Verbindung bleiben, täglich beten, selber aufpassen nicht sich selbst rechtfertigen auch net gesetzlich werden, aus Zwang.

Liebe Grüße und Segen Gottes

Robert

Geier hat gesagt…

Wenn ich über Braut und Hure nachdenke, fallen mir ganz ketzerische Sachen ein.

Gerade habe ich darüber nachgedacht, warum ausgerechnet Geistliche so ein Problem mit Prostitution haben. Die Hure nimmt Geld dafür, daß sie Liebe (bzw. das, was sie dafür hält) gibt. Tun aber nicht »Vollzeitler«, also solche, die sich für geistliche Dienste bezahlen lassen, das selbe — Liebe gegen Geld liefern? Und muß man nicht auch hier sagen, daß das überhaupt nicht mehr die echte Liebe ist, sondern nur noch das, was sie dafür halten, weil wesentliche Bestandteile der Liebe, wie zum Beispiel die Wahrheit (1. Kor. 13, 6), unter die Räder kommen, damit man keine Zehntenzahler verliert? Werden hier nicht Leute in Unmündigkeit gehalten, indem man sie bepredigt und zu Konsumenten macht, obwohl die wahre Liebe geböte, sie zu Mündigen zu erziehen, die weiterziehen und selbst andere geistlich versorgen können? In einigen Sprachen werden Huren dezent als »Professionelle« bezeichnet. Was sagt das über die fortschreitende Professionalisierung des Christentums?

Solche Sachen fallen mir halt ein, wenn ich über Braut und Hure nachdenke.

Bento hat gesagt…

..nochmal Hallo Geier,

das ist wirklich krass, weil mir grade gestern auch genau dieser Punkt in´s Visier kam!
Das unbiblische Konzept eines einzelnen leitenden Pastors ist an sich schon schräg genug, aber dass es so zu einem bezahlten professionellen Klerus gekommen ist, ist nochmal einen obendrauf gesetzt -
die Folgen sind wahrlich fatal!

Die Reformation hat auch hier deutlich zu kurz gegriffen und dieses System übernommen - es ist hohe Zeit für eine RESTAURETION - die Wiederherstellung nach dem ursprünglichen Plan!

In diesem Sinne - willkommen im Club der Ketzer... ;-)


Hi Robert,
hatte deinen Beitrag hier gar nicht gewürdigt -

ja, diese Bibelstelle macht deutlich, dass Nachfolge auf eine Frage von Leben und Tod hinaus läuft.
Was wir wohl mit der ganzen Christenheit geschehen, die jetzt schon bei vergleichsweise harmlosen Anfechtungen umfallen und den breiten Weg des geringsten Widerstandes gehen...


Segen euch!

Geier hat gesagt…

Lieber Bento,

wenn Du ohnehin gerade über das Thema nachdenkst, will ich den Faden mal etwas weiterspinnen, mit einem Ausschnitt von einem Text, der, so Gott will, in den nächsten Tagen auf Geiernotizen erscheinen soll:


Einen wichtigen Schlüsseltext dazu finden wir in 1. Kön. 18: Die von Gott gesetzten Strukturen erschienen den Israeliten unzureichend: Sie wollten einen König, der vor ihnen herziehe. Dabei haben sie völlig übersehen, daß sie diesen König bereits hatten: Gott selbst wollte ihnen vorangehen, sofern sie in seinen Wegen blieben. Aber sie wollten doch eine greifbarere Lösung (1. Sam. 8, 19f): »Und das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören; und sie sprachen: ›Nein, sondern ein König soll über uns sein, damit auch wir seien wie alle Nationen, und daß unser König uns richte und vor uns her ausziehe und unsere Kriege führe.‹« Gott jedoch nimmt dieses Ansinnen persönlich (1. Sam. 8, 7): »Und Jahweh sprach zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen; denn nicht Dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, daß ich nicht König über sie sein soll.« Was folgt, ist eine lange Geschichte des Wechsels zwischen Abfall und notdürftiger Wiederherstellung, die wir in den Büchern der Könige und der Chronik in fast ermüdendem Wechsel immer und immer wieder nachlesen können: Gefiel es dem König, in Gottes Wegen zu wandeln, betrug sich auch das Volk leidlich; neigte er dem Götzendienst zu, verfiel auch die Mehrheit des Volkes den Götzen.
Diese traurigen Prinzipien wirken auch in der neutestamentlichen Gemeinde. Der Wunsch nach einem Frontmann, der vor dem Volk steht »wie bei den Nationen« ist ungebrochen, ob dieser nun König oder Pastor heißt. So werden weltliche Leiterschaftsprinzipen in die Gemeinde eingeschleppt.
Und auch die Auswirkungen sind die gleichen: Wenn der Präceptor z.B. einer Irrlehre erliegt, wird er den größten Teil der Versammlung damit anstecken, weil die Möglichkeit der Korrektur durch seine Mitbrüder weitestgehend ausgehebelt ist. Auch die pastoralen Netzwerke, die die Hauptamtlichen untereinander verbinden und den Korrekturmangel korrigieren sollen, schaffen hier keine Abhilfe: Häufig sind sie überregional (was nebenher die Verkirchlichung fördert); aber auch das regional begrenzte Pastorenfrühstück kann diese Aufgabe nicht wahrnehmen. Nur eine Bruderschaft von Mündigen, die gemeinsam und gleichberechtigt einer Versammlung vorsteht, kann sich gegenseitig zurechtweisen.
So richtig finster wird es jedoch dann, wenn die Obersten neben ihrem Gehalt auch noch eine besondere Mittlerposition zwischen Gott und ihren Schafen, einen Priesterstatus also, beanspruchen: Dann ist der neutestamentliche Boden endgültig verlassen. Wer sich in diesem Sinne als Priester versteht, wird zum Anti-Christos*, zu einem Anstatt-Christus, denn er beansprucht eine Position, die Christus bereits ausfüllt. Daß diese Anti-Christoi in großer Menge auftreten, davor warnt uns schon der Apostel Johannes (1. Joh. 2, 18).
Es ist dabei immer wieder zu beobachten, daß der Wunsch einiger Leiter, über andere zu herrschen, seine Entsprechung findet in der großen Mehrheit derer, die lieber ihre Mündigkeit aufgeben als ihre Bequemlichkeit. Die Initiative zur Installation des Königtums in Israel ist nicht von Shaul ausgegangen, sondern vom Volk. Sehr wichtig ist für die geistliche Beurteilung, daß es hier eine Wechselwirkung gibt. Zugespitzt könnte man sagen: Verführung ist nicht möglich ohne solche, die sich verführen lassen wollen.



* das griechische »anti« des Grundtextes bezeichnet hier weniger ein »gegen«, als vielmehr ein »anstatt«. Anti-Christos bezeichnet also nicht (nur) einen Gegner des Christus, sondern hauptsächlich einen falschen Messias, der sich an die Stelle des richtigen zu setzen versucht.

Bento hat gesagt…

Lieber Geier,

vielen Dank für diesen Vorab-Auszug, freue mich schon, den ganzen Artikel zu lesen!
Ja, die Sache mit dem Königtum ist mir sehr präsent, da wir in den vergangenen Jahren die Texte des AT "vevolxbibelt" haben und ich mich so erstmals intensiv mit dem AT beschäftigt habe - erstaunlich, dass Gott diesen Wunsch nach einem König geduldet und teilweise sogar gesegnet hat.

Wie oberflächlich oder verführt muss man eigentlich sein, um die klaren Prinzipien und Aussagen der Schrift derart zu ignorieren, wie es heute überall geschieht...

ich bin froh und dankbar, für alle Geschwister, die ihren Glauben auf das Wort stellen - offenbar gehörst auch du dazu!

Segen

Geier hat gesagt…

Freu Dich nicht zu früh, der Artikel ist länger und länger geworden und eigentlich für einen Blogeintrag viel zu lang. Wie auch immer, ich wüßte trotzdem nicht, was ich weglassen sollte, also, hier ist er:

http://www.geiernotizen.de/wolfsblut

Bento hat gesagt…

nein, da habe ich mich wirklich nicht zu früh gefreut, sondern grade rechzeitig :-)

RESPEKT -
ein sehr gelungener Beitrag!

Robert hat gesagt…

Vielen Vielen Dank für die Beiträge Hure oder Braut.

@Geier
Danke genauso für Wolfsblut wos um die Denominationen geht. Ich beschäftige mich schon eine geräumige Zeit damit aber bekomm keinen so klaren Gedanken wie ich es niederschreiben soll (einfach nur so für mich)