Samstag, 10. Januar 2009

Berufung

Denkst du bei Berufung auch zuerst an eine persönliche Aufgabe im Sinne eines Berufs oder Dienstes entsprechend unseren Begabungen?
Des einen Berufung ist es Bäcker zu sein, des anderen Kranke zu pflegen, jmd. fühlt sich zum Rockstar berufen ein anderer wird als Professor an eine Universität berufen usw.

Auch als Christen fragen wir oft und suchen nach unserer persönlichen Berufung: Da fühlt sich jmd. zum Missionar berufen, ein anderer zum Pastor oder Lobpreiser, wieder ander sehen ihre Berufung darin, den Armen zu helfen oder sonstwas Gutes zu tun; mancher meint auch, seine Berufung verfehlt zu haben oder sucht sein ganzes Leben vergeblich danach...

Sehr oft werden auch im christl. Leben Begriffe ganz anders verwendet, als sie uns von Gott durch sein Wort deffiniert werden. Wenn i.d.Bibel von Berufung und berufen sein die Rede ist, geht es gar nicht um persönliche Aufgaben, sondern um die eine Berufung, die wir alle gemeinsam haben:
Unsere Berufung durch Gott in Christus!

Darum sollten wir bei diesem Thema auch gar nicht auf uns selber schauen:

"Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und Hohepriester unseres Bekenntnisses - Jesus."
(Heb.3,1)

Ja, es geht erstaunlicher Weise gar nicht um einen persönlichen Auftrag, sondern um einen Stand, in den wir berufen worden sind von Gott selber:

"Wir wissen aber, dass denen die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mirwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind."
(Röm.8,28)
"Niemand nimmt sich selbst die ehre, sondern er wird von Gott berufen.."
(Heb.5,4)
".. wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, so seid auch ihr im ganzen Wandel heilig!"
(1.Pet.1,15)

Diese Berufung ist so unvorstellbar groß und herrlich, dass nur Gott uns dafür auch ausrüsten kann:

"Die er aber vorherbestimmt hat, diese hat er auch berufen: und die er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht."
(Röm.8,30)

Eine solche Berufung kann und wird nicht wieder rückgängig gemacht werden:

"Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar."
(Röm.11,29)
"Gott ist treu, durch den ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn."
(1.Kor.1,9)

Diese Berufung hat auch viele Verheißungen:

"..zum Frieden hat uns Gott berufen"
(1.Kor.7,15);  
"Der Friede Christi regiere in euren Herzen, zu dem ihr berufen worden seid"  
(Kol.3,15)
"Denn ihr seid zur Freiheit berufen.." 
(Gal.5,13)
 "..wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung."
(Eph.4,4);  
"..zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit wozu er euch berufen hat.."
  (2.Thess.2,13+14);
"..ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist.." 
 (1.Tim.6,12)
 "..weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen erbt!"
(1.Pet.3,9) uva.

Es geht also gar nicht darum, dass wir eifrig nach unserer Berufung forschen und sie verzweifelt suchen, sondern darum, dass wir sie erkennen und in ihr leben! Es ist in der Bibel immer von einer vollendeten Berufung die Rede, mit der wir berufen worden sind.

Daher ist es schon verwunderlich, dass sich einige von dieser Wahrheit abwenden, dass wir längst von Gott durch die Gnade Christi berufen worden sind und sich viele lieber ein anderes Evangelium zusammenbasteln, in dem sie selber auch noch was beitragen können, obwohl es ja gar kein anderes Evangelium gibt und sie so nur viele verwirren und das Evangelium des Christus ins Gegenteil verkehren! (siehe Gal.1,6+7)

Unsere Berufung ist mit dem Verstand und dem menschlichen Maß nicht zu ermessen, das Einzige, was uns noch bleibt ist:

"Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid!"
(Eph.4,1)

Das wird uns dann mühelos gelingen, wenn wir um diese unumkehrbare Berufung wissen, die überragende Größe, Würde und Kraft erkennen, mit der wir berufen worden sind, und dass Gott, der uns berufen hat, uns auch ausgestattet und befähigt hat:

"Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wißt, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke."
 (Eph.1,18+19)

Wenn du dir also das näxte Mal Gedanken über deine Berufung machst, denke daran, dass du bereits in ihr bist!

***

Kommentare:

wegbegleiter hat gesagt…

Ich würde einfach zwischen gabenorientierten Berufungen und Seinsorientierten Berufungen unterscheiden. Die geistlichen Gaben berufen in konkrete Reich Gottes Aufgaben - denn diese Gaben sollen ja dem Leib dienen und sind nicht Selbstbefriedigung, wie es Paulus sagt. Zuallererst und immer zuerst ist da die Berufung zum Sein als Kind Gottes in Christus. Viel Ausbrennen geschieht, wie diese Reihenfolge vertauscht wird. Das tollste Buch dazu ist schon fast ein Klassiker und sehr gehaltvoll: Magnus Malm "Gott braucht keine Helden". Sehr entlastend.

Bento hat gesagt…

aah, da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht ;-)
sehr gut und wichtig diese Unterscheidung von Berufung und Dienst durch Geistesgaben!!
allerdings habe ich keine Stelle gefunden, wo eine Gabe als Berufung bezeichnet wird und deshalb wollte ich den eigentl. Gebrauch des Wortes i.d.Schrift mal herausstellen, denn - Hand aufs Herz - wir denken doch alle zuerst an persönl. Berufung, oder?

Also die Gaben befähigen uns zum Dienst innerhalb unserer Berufung - da sollte wirklich nichts verwechselt werden!

es gibt auch die eine(!) Stelle, wo der Geist Barnabas und Saulus zu einem bestimmten Werk beruft (= aussondern Apg.13,2) und da können wir nat. davon ausgehen, dass sie dazu auch befähigt werden. Auch hier finde ich die Reihenfolge wichtig: Wozu wir vom Geist berufen werden, dazu werden wir befähigt! Ich denke das ist durchaus dynamisch zu sehen...

wegbegleiter hat gesagt…

Impliziert nicht die Gabe auch eine Berufung dazu, sie auszuüben? Wer die Gabe hat zu lehren, der soll lehren... etc. Wo genau das ist, an welchem Ort und in welchem Kontext, das ist ein eigenes Thema. Aber es es geht eigentlich nur um die Füllung der Begriffs Berufung - also vocatio und da nehme ich es mal ganz wörtlich, wohin ruft mich Gott? Zuerst in die Kindschaft, dann auch in seinen Leib und in seinen Dienst. Dazu rüstet er mich aus, so dass ich seinem Reich dienen kann. Der Ruf in den Dienst ist also umgeben und umschlossen vom Ruf in die Kindschaft. Sowie ich das vertausche, wirds gefährlich, dann wurzele ich meine Identität im Dienst und nicht in Christus. Was gut zur Gesellschaft passt, aber nicht gut zum Reich Gottes. Wir sind sozusagen: befreit zum Dienen. Und wir dienen nicht, um befreit zu sein.

wegbegleiter hat gesagt…

Achja: Ergänzung. Berufung verstehen wir viel zu technisch. Berufen zum Missionar etc... wir sind vom Rabbi Jesus gerufen in seine Nachfolge (...folgt mir nach...) - also in eine Beziehung hinein. Für die Schüler der Rabbis und somit von Jesus hieß das: ihm folgen, das tun, was er tut etc... ein Teil der gelebten Berufung in die Nachfolge ist also auch praktische Nachahmung dessen, was man bei Jesus sieht.

Talitakum hat gesagt…

Ein wertvoller Beitrag, Bento.
Es stimmt, wir wissen dass Gott einen Plan mit Menschen hat.
Wenn es um Berufung geht, dann verstehen wir es in diesem Zusammenhang des persönlichen Plans.
Aber wie gesagt, es stimmt, wir sind bereits berufen und müssen nicht erst berufen werden.
Und zu was wir berufen sind, das birgt eine echte Tiefe...

Während ich las, kam mir der Vers in den Sinn, wandelt in der Berufung.. und den führst Du weiter unten ja genau auch auf.
Da findet sich echt eine Tiefe, je mehr man darüber nachdenkt.

Toll! Thx

Valentin hat gesagt…

http://gedankenzumleben.wordpress.com/2009/01/10/kleine-linkubersicht-iv/

easyfisch hat gesagt…

Hi zusammen
Vielleicht zur Ergänzung ein Video:
http://www.youtube.com/watch?v=N8NkMHIE9dQ&list=UUggZ8uWzhtHVTe82MyZg-CA&index=2&feature=plcp
Gruss&Segen
Dennis

Bento hat gesagt…

Sehr klasse gemacht Dennis!!

Hier das Video nochmal zum anklicken
Danke und fetten Segen dir.

Bento hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Bento hat gesagt…

Danke für die Verlinkung Valentin - sehe das jetzt erst sorry..
Hoffentlich leben wir alle in unserer Berufung!
LG + Segen

Anonym hat gesagt…

Hallihallo, ich bin neu hier, aber was ich unbedingt schreiben muss ist, dass mich dein Artikel total überzeugt hat.

Ich muss zu mir sagen, ich war 15 als ich Christ wurde. Und ein paar Jahre später stand für mich fest, ich will Arzt werden um anderen Menschen zu helfen. Aber mit der Zeit wurde ich immer verzweifelter weil ich Angst hatte nicht gut genug dafür zu sein. Das hat mich sehr deprimiert.

Ich hab es dann au trotzdem probiert weil ich gedacht hab es ist Gottes Wille. 4 Jahre lang. Und vor Angst bin ich vom Glauben angekommen, unglaublich oder aber wenn man so drinsteckt merkt man gar nicht, wie das mit meinem Glaube nach hinten losging.

Also ich finde das wirklich überzeugend, was du schreibst. Man kann seinen Glauben nicht nur ausüben wenn man seinen Traumberuf ausübt. Als christ ist man schon berufen.

Dein Text hat mich sehr angesprochen. Danke

Bento hat gesagt…

Hallo Anonym
Danke für deine Rückmeldung - freut mich sehr!
Gruß und Segen