Samstag, 31. Januar 2009

Eins ist wichtig

Bist du auch mit vielen Dingen beschäftigt?
Gibt es viel, was deine Aufmerksamkeit fordert, was du selber oder andere von dir erwarten. Vieles, was getan werden muss, weil es wichtig ist?

Keine Frage, das Leben fordert uns heraus und wir haben Verpflichtungen.
Dazu gehören unsere Ehe, Familie, Beruf, Freunde, aber auch Freizeit, Wünsche, Vorlieben, Hobbys usw., manches davon ist sehr aufwändig und nimmt viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch.

Jesus sagt uns:
"Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere dazugetan."
(Mt.6,33)

Ok, wir haben Jesus in unser Leben aufgenommen, wir leben ein Glaubensleben aus Gebet, Bibellesen, Gemeindeleben, Austausch pflegen, gute Werke, Visionen, Aktionen, Mission usw. Wir trachten nach den Dingen des Reiches. Doch was genau heißt das im Kern?

Wenn wir hier die "Königsherrschaft Gottes und seine Gerechtigkeit" als mögliche Übersetzung wählen wird es klarer:
Jesus ist König und er möchte durch den Heiligen Geist über JEDEN Bereich in unserem Leben herrschen, denn er tut das mit Gerechtigkeit. Er kann und wird aber nur dort herrschen, wo wir ihm die Sache auch überlassen. Wenn wir seinen Herrschaftsbereich auf eine Stunde Gottesdienst pro Woche und ein Tischgebet am Tag beschränken, ansonsten aber selber herrschen, dann hat das Reich Gottes mit seinen Segnungen wenig Raum in unserem Leben.

Es kann aber auch sein, dass wir "Vollzeitler" sind und sich einfach alles um die Dinge des Reiches Gottes zu drehen scheint: Wir halten oder hören Predigten, Seminare und Vorträge, sind auf jeder wichtigen Konferenz zu finden, sind engagiert, tragen viel Verantwortung in der Gemeinde und sind darüber hinaus mit Seelsorge, Jugendarbeit, Auslandseinsätzen oder was auch immer beschäftigt, finden aber dennoch kaum Zeit für das Wesentliche - nanu, wie kann das sein?

Als eine Frau namens Marta Jesus in ihr Haus aufgenommen hatte, gab sie sich viel Mühe, ihm zu dienen. Ihre Schwester hieß Maria und die suchte die Nähe von Jesus, setzte sich ihm zu Füssen und hörte ihm zu. Marta konnte es nicht fassen, dass ihre Schwester ihr nicht bei all den vielen Aufgaben half und sie beklagte sich bei Jesus darüber, doch statt einer Ermahnung für Maria, kam nur eine an sie selber dabei heraus:



"Marta, Marta! Du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge; EINS ABER IST NÖTIG. Maria hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen wird."
(Luk.10,38)

Wir sollten auch das gute Teil wählen,
DAS EINE WAS WIRKLICH WICHTIG IST:
Immer in der Gegenwart Jesu bleiben und seinem Reden zuhören - denn das wird nicht von uns genommen werden!

***

Kommentare:

Sabina hat gesagt…

Diese Bibelstelle hat mich jetzt schon seit 1 1/2 Jahren begleitet ...
:-) ist für mich sehr bedeutsam.

curioustraveller hat gesagt…

Tja, das wird mir immer wichtiger: Für Gott ist es erst mal wichtig, wer wir sind, nicht, was wir tun ... das Handeln folgt aus dem Hören. In meinem Umfeld ist aber eher die Tendenz, dass man meint, durch Handeln das Hören ersetzen zu können.
Geht mir im Augenblick so: Die Arbeit (administrativ, organisatorisch und seelsorgerlich) scheint mir über den Kopf zu wachsen ... deshalb freue ich mich auf die 2 Wochen Kur demnächst, auf druckfreie Tage zum Bibellesen, auf schöne lange Waldspaziergänge zum Beten ... herrlich ...

wegbegleiter hat gesagt…

Danke für die Erinnerung! Gerade für mich Vollzeitler...;-)
Letztlich ist gelebter Glaube immer eine Mischung aus einer erneuerten Herzenshaltung + geistliche Übungen (Bibellesen, Beten, Gottesdienst etc) + alltäglicher Gottesdienst (Streit mir der Frau, Beruf, Portemonnaie, Kino). Vernachlässigt man eins, wird es gefährlich. Ohne eine echt veränderte Herzenshaltung wird der Glaube schnell zum Gesetz und zur frommen Hülle, ohne Bewährung im Alltag und alltäglichen Gottesdienst verkommt die Nachfolge zur Religion (im Sinne von religiöser Nische) und ohne regelmäßige geistliche Übungen (wie zum Beispiel das Sitzen zu Jesu Füßen) werden wir zu Fähnchen im Wind, die das Leben schnell umpustet... dort ist das Zentrum, im Herzen und im Alltag wird es eingeübt und vertieft.
Nur so als Ergänzung, weil ich gerade genau an diesem Thema für meine Münchener Vorträge dran bin...;-D

Bento hat gesagt…

...na sowas Bina, da >habe ich< ähm - hat der Geist ja mal wieder einen Treffer gelandet :-)

ja, ich denke ihr Vollzeitler habt da ne besondere Bürde, eben auch mal "was anderes" hören zu wollen..

solche "Auszeiten" sind total wichtich, Rolf. Die Natur bringt mich auch immer wieder sofort zum Herzen Gottes, das kann im Menschentumult schonmal schwieriger sein...

aber Wegi - dein erster alltägl. Gottesdienst ist Streit mit der Frau? und Kino?? tztztz - sollte ich mich so in dir getäuscht haben?.. ;-D

eigentl. sehe ich "sitzen zu Jesu Füssen" weniger als eine geistl. Übung, als vielmehr eine (geistliche) Tatsache und die "Übung" besteht darin, das nie zu vergessen...grade auch beim Streit mit Frau im Kino -
hört sich irgendwie spitzfindich an - ist aber nur ne Ergänzung zu deiner Ergänzung. ;-)

sabina hat gesagt…

... da sind noch viel mehr Treffer bei mir :-)

Heute auch auf dem Blog von Christof im Einklang mit dem Herzschlag. Ich sag das nur nicht immer (ihr lauft ja auch ohne mich auf Wasser). Vieles reift bei mir erst mal, bevor ich selber blogge.

Und wenn ich euch dann lese, ist das immer ein persönliches "Amen" auf meinem Weg. Da ist immer was dran und dabei und jeder tut mir hier gut, auch wenn wir ringen.

Fakt ist, ihr schreibt immer nur eine Naslänge eher als ich.

Tja ...so sitze ich hier oft und habe ein breites Grinsen und das Herz freut sich warmherzig.

Zu Füssen Jesu, ist auch eine geistliche Tatsache für mich und keine geistliche Übung. Genauso wie "im Vaterschoß Gottes" zu sitzen und "in Jesu freundliche Augen" zu blicken. Letzteres ist mir noch verschlossen und ich stehe noch ein wenig vor dem Schlüsselloch.

wegbegleiter hat gesagt…

Genau: das zu den Füßen sitzen ist eigentlich Tatsache und erstrebenswerte Grundhaltung und Übungen dienen dem (hoffentlich). Aber genauso der Alltag... bzw. der Alltag wird von dieser Haltung durchströmt... und: nein, ganz anders, ich streite erst mit meiner Frau, dann gehe ich aus Frust allein ins Kino, leere dann mein Portemonnaie für Wein um mich hinterher sinnlos mit selbigem zu besaufen. Und das wäre dann genau nicht zu Jesu Füßen gesessen...;-)

Bento hat gesagt…

..ahh - ja denn ist alles klar, genau so hatte ich mir das bei dir auch gedacht :-D

tja - Sabina, wir sind dir wohl eine Nasenlänge vorraus, weil wir erst bloggen und dann drüber nachdenken... :-D :-D

wegbegleiter hat gesagt…

Irgendwie ist ja auch Bloggen eine Form von brainstorming und deswegen so bereichernd. Weil man sich fröhlich ergänzen kann...;-) und ganz ehrlich Sabina, sollten wir als Männer nicht den Frauen zumindest eine Nasenlä... aber lassen wir das - eigenes Thema...;-D

sabina hat gesagt…

Wegi, wie bist du denn drauf :-)

Nun, Bento, wie schön, dass DU es sagst, was Frau schon längst denkt. Käme es von mir, hätte es nur Haue gegeben.

Apassionata hat gesagt…

Finde wir haben immer beide Teile in uns, einmal mehr die fleißige Martha und dann auch die zuhörende Maria zu Jesu Füßen.Alles zu seiner Zeit, mir fällt es etwas schwer zu lesen wie Martha von Jesus gerügt wird. Andererseits muß Martha als Arbeitende der Maria auch mal ne Zuhörpause bei Jesus gönnen können. Das dacht ich schon immer beim Lesen dieser Geschichte.

wegbegleiter hat gesagt…

apassionata: genau. Beim Gabentest von Schwarz gibt es beide Typen, den Maria und den Martha Typ. Denn es ist auch Anpacken angesagt. Nur die Prioritäten müssen stimmen! Wieder mal so ein heiliges Spannungsfeld, dass kein entweder oder kennt...

Bento hat gesagt…

naja liebe Apassionata, klar denken wir so und klar haben wir beides in uns, aber der Punkt ist ja nicht, dass wir nichts mehr tun sollen, sondern Jesus rügt Marta weil sie sich Sorgen macht und beunruihgt ist wegen der vielen Dinge und dort auch noch ihre Schwester (Geschwister) mit hineinziehen will! Wenn wir wirklich bei Jesus sind und ihm zuhören, verschwinden unsere Sorgen und unsere Unruhe und wir können unsere Aufgaben mit Freude erledigen und werden uns auch nicht bei Jesus über die anderen beklagen.

Apassionata hat gesagt…

Sorgen verschwinden, ich weiß nicht?! Zumindest ist es so, daß ich, wenn ich an Gott glaube und ihn vertraue, weiß, wo ich meine Sorgen abladen und wem ich meine Sorgen klagen kann. Die Probleme verschwinden nicht, aber man bewegt sich in diesen Nöten gelassener, weil man sich von Gott getragen weiß. Aber für Wasserläüfer und andere Geschwister gibt es auch Wunder. Beim Schreiben dieser Zeilen wird mir bewußt, daß bei meinem Mann trotz massiver Chemotherapie das Nierentransplantat unerschütterlich weiter arbeitet und die Nierenwerte topp sind. Wenn das nicht Gebetserhöhrung und Wunder ist. Gelobt sei Gott!!!

Bento hat gesagt…

ja AMEN - Haleluja!!

schön zu hören, dass Papa dir in dieser schweren Zeit Trost und Gelassenheit schenkt und Augen, die seine Wunder und Bewahrung sehen.
Sei mutig und sei stark!