Ein Begriff der überall zu hören ist und meißtens als mahnende Forderung:
"Aber wir müssen doch tolerant sein"
- so so, müssen wir das?
Es scheint mir fast so, als hätte unsere säkularisierte Gesellschaft nach verschiedenen Götzen, wie Ehre, Ruhm und Vaterland - Fortschritt, Wohlstand und Demokratie - Selbstfindung, Selbstverwirklichung und jede Form von Egozentrik, nun die Verwerfung verbindlicher Werte im moralischen, sozialen und besonders im religiösen Bereich zum "höchsten Gebot" erhoben.
Im technischen Bereich ist Toleranz ein Begriff, der eine "geringfügige Abweichung von der Vorgabe" bezeichnet, die man eben noch tolerieren kann, ohne dass das Ganze in Gefahr gerät, der aber keinesfalls für etwas Gegenteiliges und völlig Andersartiges verwendet wird. Im medizinischen Bereich bedeutet Toleranz gar die Gewöhnung an einen Wirkstoff (Abhängigkeit) - hmmm interessant...
Das Andersartige verdient zwar "Akzeptanz", aber das impliziert nicht den weichgespülten Versuch alles tolerierend umarmen und assimilieren zu wollen. Ich kann z.B. realistisch die Ziele des Gegners akzeptieren, werde sie aber dann keinesfalls tolerieren, sondern mit den gebotenen Mitteln dagegen angehen, wenn sie den christlichen Werten, Zielen und Überzeugungen entgegenstehen.
Dies schliesst keinesfalls den Respekt vor der anderen Sichtweise aus, ja fordert ihn sogar ein, dennoch sind solche Gedanken heutzutage sehr verpönt, ja schnell schon des "Fundamentalismus" oder der "Lieblosigkeit" verdächtig und in jedem Fall nicht populär. Entscheidend hierbei ist aber auch, wie ich meine Überzeugungen vertrete - jede Form von Druck odar gar mentale Gewalt sind natürlich nicht zu tolerieren!
Doch ich sehe die Ursache in der heute fast überall anzutreffenden "Anbetung der Toleranz" hauptsächlich hier:
Man will eigene Schwäche und Unsicherheit kaschieren und scheut die Auseinandersetzung!
Das tolerieren gesellschaftlicher und religiöser Fehlentwicklungen unter dem Deckmantel der Freiheit und des Pluralismus macht uns mitschuldig - selbst wenn wir diese nicht verhindern können, ist eine deutliche Positionierung von uns gefordert!
Was ich aber gar nicht begreife ist, warum ausgerechnet von Christen so nachdrücklich Toleranz eingefordert wird, oder sie sich diese gar selber gross auf die Fahnen schreiben.
Ist Gott tolerant?
Nein, Er ist absolut und duldet keine Abweichungen.
Er toleriert nicht den kleinsten Fehltritt, hat uns aber aus reiner Gnade einen Weg geschaffen, diese zu vergeben -
Gnade vor Recht!.
Das hat allerdings mit Toleranz absolut Null gemeinsam.
Ist Toleranz ein biblischer Begriff oder Lehre? - Ich habe nicht eine Stelle dazu gefunden! Wärend im Alten Testament der Unglaube und das Übel ausgerottet wurden, wird dies im Neuen Bund durch Liebe, Opferbereitschaft und göttliche Gaben überwunden.
Hat Jesus Toleranz gepredigt?
Ist mir nicht bekannt. - Zwar hat er die Kritiker, Gegner und Irrenden sanftmütig, friedfertig und geduldig zurechtgewiesen,, aber in der Sache klar und keinesfalls kompromissbereit, galt es doch sie von ihrem Irrtum zu befreien und Schaden von ihnen selber und ihrer Gefolgschaft abzuwenden - ein Akt der Liebe!
Desgleichen ist auch das Leben und die Lehre der Apostel kein Lehrstück für Toleranz gegenüber Andersdenkenden, Andersgläubigen und Irrtümern, sondern für ein mutiges, kompromissloses Eintreten für diese exklusive Wahrheit des Evangeliums, die sich kraftvoll in ihrem Glauben, Worten und Taten geäussert hat - oft genug von harter Gegnerschaft auch im eigenen Volk begleitet und unter Einsatz von Leib und Leben!
Geliebte, indem ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den einmal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen.
(Jud 1:3)
Wie wir zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt außer dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht!
Gal 1:9
Das hört sich nicht grade nach einer der heute so üblichen "Toleranzpredigten" an...
Vielleicht sollten wir unsere Haltung zu diesem Thema nochmal überprüfen und genauer hinsehen, was sich so alles hinter der Forderung nach Toleranz verbirgt?! Es mag uns Überwindung kosten und unserem natürlichen Wesen wiedersprechen, aber Jesus hat sein Leben gegeben, damit auch in uns die Kraft seiner Auferstehung durch den Heiligen Geist wirksam werden kann.
"Wir sind aber nicht von denen, die zurückweichen zum Verderben, sondern von denen, die glauben zur Gewinnung des Lebens."
(Heb.10,39)
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