Samstag, 23. Februar 2008

Welchen Weg gehst du?

In verschiedenen Foren muss ich immer wieder erleben, wie sich Christen von den oberschlauen weltlich gesinnten Kritikern vorführen lassen, ihnen die Argumente in Bezug auf ihren Glauben oft ausgehen, wenn der analytische Verstand den Hebel ansetzt und alle Glaubensaussagen seziert und analysiert und dabei nicht selten der Lächerlichkeit preis gibt.

Daher möchte ich heute einen (weiteren) kleinen, aber sehr wichtigen Hinweis geben, warum es so schwer - ja eigentlich unmöglich - ist, die geistige Realität mit den Werkzeugen des Verstandes zu erfassen.

1.Kor.2,

9 ...sondern wie geschrieben steht: "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben." 10 Uns aber hat Gott es offenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. 11 Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch niemand erkannt, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes. 12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind.

Hieraus kann jeder leicht erkennen, dass der Weg, der uns zur Wahrheit führt, nicht menschlicher Natur ist (sehen, hören, Gefühle,Verstand usw.), sondern dass die Liebe zu Gott uns die Tür öffnet, durch die Er selber sich im Geist des Gläubigen offenbart. (V.9+10)

Da das Wort "Uns aber.." zu Christen gesprochen wird, ist auch klar, dass Glaube und Vertrauen in Jesus ebenso Vorraussetzung ist, wie die Liebe zu Gott selber.

In Vers 11 wird hier auf den entscheidenden Unterschied zwischen dem Geist des Menschen und dem Geist Gottes hingewiesen und gefolgert, dass NIEMAND etwas von Gott erkennen kann, ausser durch den Geist Gottes selber!

Es wird in Vers 12 dann bezeugt, dass "Wir aber" (Christen) diesen Geist Gottes empfangen haben, durch den wir nicht nur das Wesen Gottes erforschen können, sondern auch die Dinge erkennen, die uns von Gott geschenkt sind.

Nun nutzt jeder Christ diese wunderbaren Gaben und Möglichkeiten anders, mancher gibt sich mit der Tatsache der Erlösung schon zufrieden, andere betreiben intensive theologische Studien oder entwickeln verschiedene Fähigkeiten des Dienstes, doch nur wer "in die Tiefen" geht und darum bittet, bekommt eine grössere Offenbarung über die Geschenke und das Wesen Gottes.

Es sollte uns aber durch die Fähigkeit des Verstandes klar werden, dass NIEMAND durch analytisches denken zu den Ergebnissen einer umfassenden Erkenntnis Jesu und Gottes gelangen kann (hierauf wird auch in den vorrausgehenden Versen 1-8 hingewiesen); bestenfalls zu einem verstandesmässigen "für wahr halten", dass aber von der Offenbarung Gottes so weit entfernt ist, wie das Foto eines Landes von dem Leben IN diesem Land.

Natürlich wird der Verstand sich dagegen wehren, in dieser Sache eine untergeordnete Rolle zu spielen, aber jeder hat die Wahl, welchen Weg er geht und sollte sich nicht so schnell beirren lassen...

*****

Kommentare:

bee hat gesagt…

Ich denke nicht, dass Apologetik unmöglich oder überflüssig ist, sondern dass es viel zu wenig gute modere Apologetik gibt.
Dass Christen in Streitgesprächen häufig den kürzeren ziehen, hat häufig damit zu tun, dass sie nicht besonders sattelfest sind. Erschwerend kommt noch hinzu, dass viele Christen in einer Art Monokultur leben, in der der Glaube nicht hinterfragbar oder angezweifelbar ist. Nur wer über seinen Glauben nachdenkt, eigene Zweifel zulässt und formuliert, lernt seinen Glauben wirklich kennen. Nur wer seinen Glauben kennt, kann schlüssig argumentieren. Justin der Märtyrer, Clemens von Alexandria,Tertullian, Augustinus von Hippo und Thomas von Aquin waren große Verteidiger des Glaubens und man kann heute noch von ihnen lernen.

Bento hat gesagt…

hallo bee -

naja, ich habe ja auch gesagt, dass der Verstand die Realität und das Wirken Gottes nicht "erfassen" (ergreifen/erleben) kann - villt. kann er "beschreiben" - und dass die Ergebnisse eben völlig andere sind, sonst hätten ja auch nur die Interlektuellen eine Chance...

ansonsten Zustimmung!

Hauskirche Wehrsdorf hat gesagt…

Hallo Bento

Echt starker Artikel.
Der Verstand sind wie die Gefühle.
Gute Knechte aber schlechte Herren.
Leider wird in unserer Kultur der Verstand zum Mittelpunkt des Menschen gemacht.
Eine der großartigsten Erkenntnisse in der charismatischen Bewegung ist (Sprüche Drei irgendwo)

Ein guter Spruch von Paddy

Besser auf neuen Wegen stolpern,
als auf alten Pfaden auf der Stelle treten.

Hauskirche Wehrsdorf hat gesagt…

Ein Teil vom letzten Blog fehlt,
Drum klingt er ein bisschen wirr.

Also die Erkenntnis ist ist das Vorhandensein des Menschlichen Geistes.

Der Menschliche Geist ist nicht unser Verstand.
[1Kor 14,14] Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer.

Bento hat gesagt…

Hallo Helmut,

danke für deine Anmerkungen!
Du hast recht - Verstand ist Teil der seelischen Fähigkeiten, das wird oft verwechselt.
Ohnehin ist das für viele schwer zu differenzieren, weil es einfach nicht beachtet wird. Ein Zeichen von ungeistlicher Lehre.

Segen dir!